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Handwerkskonjunktur im Herbst 2017: Dem Handwerk geht es gut!

Die Betriebe im Kammerbezirk Hannover sind mit dem Konjunkturverlauf zufrieden. Zahlreiche Indikatoren zeigen weiterhin nach oben.

Hannover, den 12. Oktober 2017.- „Die Konjunkturindikatoren im Handwerk zeigen insgesamt und weiterhin nach oben,“ das machte Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichts deutlich. „Etwas weniger gut sieht es bei einigen verbrauchernahen Handwerken aus.“

Die Geschäftslagebeurteilung im Gesamthandwerk liege mit 73,5  Indexpunkten auf gleich hohem Niveau wie 2016, so Ernsting. Damals wurde der höchste Geschäftsklimaindex im dritten Quartal eines Jahres im Kammerbezirk erhoben. Ursächlich für diese sehr gute Bewertung der aktuellen Geschäftslage sei vor allem die gute Auftragsentwicklung, insbesondere im Bauhandwerk und im Ausbauhandwerk, in denen auch die Umsatzentwicklung entsprechend positiv verlief.

Ernsting machte darauf aufmerksam, dass angesichts der guten Nachfrage nach Handwerksleistungen und -produkten die Verkaufspreise deutlich angehoben worden seien. Teuerungen auf der Beschaffungsseite meldeten alle Handwerksbranchen, insbesondere das Bauhandwerk und das Nahrungsmittelhandwerk. Die Betriebsauslastung sei gegenüber dem Vorjahresquartal in allen Handwerksbranchen außer im Kraftfahrzeughandwerk deutlich gestiegen. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten befinde sich demnach auf unverändert hohem Niveau. Die Investitionen hingegen wurden einigen Handwerksbetrieben reduziert.

Bau- und Ausbauhandwerk

Hervorragend ist die wirtschaftliche Lage im Bauhandwerk. Alle Konjunktur-indikatoren sind steil nach oben gerichtet; die Geschäftslagebeurteilung ist gegenüber dem Vorjahresquartal nochmals um 12 Indexpunkte gestiegen und liegt nunmehr mit 94,5 Punkten so hoch wie noch nie. Ursächlich hierfür ist die zunehmende Dynamik der positiven Auftragsentwicklung.

Die Konjunktur im Ausbauhandwerk boomt. Mit einem Geschäftsklimaindex von 78 Indexpunkten und fast ebensolchen Erwartungen in den kommenden Geschäftsverlauf befindet sich das Ausbauhandwerk eindeutig auf der Sonnenseite der Branchenkonjunkturen. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten ist hoch und annähernd auf Vorjahresniveau. Auch die Auftrags- und Umsatzentwicklung kann sich sehen lassen.

Handwerk für den gewerblichen Bedarf

Eine gemessen am Gesamthandwerk unterdurchschnittliche und um 10 Indexpunkte niedrigere Geschäftslagebeurteilung als im Herbst 2016 gaben die Betriebe des Handwerks für den gewerblichen Bedarf ab. Der Geschäftsklimaindex erreichte 65 Punkte. Die Auftrags- und Umsatzentwicklung verlief allerdings erheblich günstiger als im Vorjahresquartal.

Kraftfahrzeughandwerk

Mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat das Kraftfahrzeughandwerk. Der Geschäftsklimaindex liegt mit 58,5 Punkten annähernd im Schnitt der Vorjahresquartale. Per saldo meldeten 23 Prozent der Betriebe ein Umsatzminus. 12 Prozent verzeichneten ein Auftragsplus, immerhin 41 Prozent der Betriebe mussten in geringer gefüllten Auftragsbüchern blättern.

Nahrungsmittelhandwerk

Das Nahrungsmittelhandwerk verspürt kräftige konjunkturelle Schubkräfte. Der starke Anstieg der Beschäftigtenzahlen unterstützt den privaten Verbrauch. Der aktuelle Geschäftsklimaindex ist mit 83,5 Indexpunkten überdurchschnittlich hoch. 80 Prozent der Betriebe sahen sich befriedigenden Geschäftsergebnissen gegenüber, jeder fünfte Betrieb meldete eine zunehmende Nachfrage. Die Umsätze gingen in keiner der befragten Bäckereien, Konditoreien und Fleischereien zurück; 17 Prozent erzielten ein Umsatzplus.

Gesundheitshandwerke

Einen Geschäftsklimaindex von 50,5 Punkten weisen die Gesundheitshandwerke auf. Deutliche Auftragsrückgänge in per saldo nahezu jedem zehnten Betrieb führten zu einer leicht unterdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung. Auch die Umsatzentwicklung verlief nicht zufriedenstellend. In keinem der befragten Betriebe gab es vermehrt investive Mittel, 22 Prozent reduzierten ihr Investitionsbudget.

Dienstleistungshandwerk

Das Dienstleistungshandwerk mit 67,5 Indexpunkten weist auf eine sich stetig verbessernde wirtschaftliche Entwicklung hin. Trotzdem verzeichneten per saldo  jeweils 7 Prozent der befragten Betriebe eine geringere Nachfrage bzw. eine negative Umsatzentwicklung.

Ausblick

Nach den Gesamtprognosen der befragten Betriebe im Bezirk der Handwerks-kammer Hannover ist in den kommenden Monaten von einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung auf hohem Niveau auszugehen. Allerdings wird sich die Konjunktur in den einzelnen Handwerksbranchen nach eigenen Angaben sehr unterschiedlich darstellen. Während das Bauhandwerk, das Ausbauhandwerk und das Nahrungsmittelhandwerk sehr zuversichtlich wirken, ist dies in den übrigen Handwerksbranchen nicht in gleichem Ausmaß der Fall. Mit wenig Zuversicht blickt allerdings keine Handwerksbranche in den kommenden Geschäftsverlauf.

Regionalanalyse

Die regelmäßig durchgeführte Regionalanalyse zeigt eine  wirtschaftliche Aufhellung gegenüber dem Herbst letzten Jahres in allen Landkreisen außer in der Region Hannover mit der Landeshauptstadt. Am günstigsten bewerteten die Betriebe des Landkreises Hameln-Pyrmont ihre Geschäftslage mit 86 Indexpunkten, gefolgt von den Betrieben im Landkreis Schaumburg und Nienburg (jeweils 83,5 Punkte). Im Landkreis Diepholz bewerteten die Betriebe ihre Geschäftslage mit 77 Indexpunkten. Eine leichte konjunkturelle Abkühlung hingegen meldeten die Betriebe der Region Hannover mit einem Rückgang des Geschäftsklimaindexes von immerhin 6 Punkten auf 67 Indexpunkte. In der Region Hannover ist allerdings auch – ungeachtet eines Auftragsplus – die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten am geringsten.

 

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