Oßwald

Herbstvollversammlung der Handwerkskammer Hannover

Hannover, 03. Dezember 2015.- 2015 sei ein gutes Jahr für das Handwerk im Kammerbezirk Hannover gewesen, darauf wies Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann bei der Herbstvollversammlung hin. Das hat die Konjunkturumfrage im Herbst deutlich gezeigt. Die Auftrags- und Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk sei bei steigenden Beschäftigtenzahlen positiv verlaufen. Die Auslastung der Betriebe könne sich sehen lassen. 93 Prozent der befragten Betriebe hätten eine mehr als 50prozentige Betriebsauslastung gemeldet.

Auch der Blick auf die Zukunft mache Mut. Die Betriebe gingen allgemein von einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung aus. „Allerdings wird sich die Konjunktur in den einzelnen Handwerksbranchen sehr unterschiedlich darstellen“, erklärte Steinmann. Während das Dienstleistungshandwerk, das Nahrungsmittelhandwerk und das Gesundheitshandwerk weniger optimistisch in die nächsten Monate blickten, seien die anderen Handwerksbranchen recht zuversichtlich. Dies gelte besonders für das Bau- und das Ausbauhandwerk.

Trotz der guten Bilanz sei das Jahr 2015 aber auch ein Jahr mit großen Herausforderungen gewesen, stellte Steinmann mit Blick auf die vielen tausend Flüchtlinge fest, die Deutschland in den letzten Wochen und Monaten erreicht haben. Natürlich wolle das Handwerk seinen Beitrag zur Bewältigung dieses Problems leisten. Vor wenigen Wochen sei daher ein Projekt gestartet, bei dem die niedersächsischen Handwerkskammern mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Bundesagentur für Arbeit zusammenarbeiten. Das Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA) habe zum Ziel, in ganz Niedersachsen bis Anfang 2017 rund 550 Flüchtlinge zu identifizieren, zu qualifizieren und auf eine Ausbildung im Handwerk vorzubereiten.

Das Projekt habe seiner Ansicht nach das Potential einer echten Win-Win-Situation. Es trage dazu bei, dass das Handwerk einen Teil seiner Fachkräftelücke schließen könne und es ermögliche motivierten und handwerksinteressierten Flüchtlingen eine Teilhabe am Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Abschließend erläuterte der Handwerkskammerpräsident die Ergebnisse eines umfassenden Diskussionsprozesses, der in den vergangenen Monaten in diversen Gremien der Kammer geführt worden sei. Hierbei sei es vor allem darum gegangen, auf die veränderten Rahmenbedingungen der Handwerkswirtschaft frühzeitig zu reagieren und die Kammer zukunftssicher aufzustellen.

Steinmann machte deutlich, dass Bildung und Weiterbildung nach wie vor Kernbereiche der Arbeit der Kammer seien. Daher hätten die Fortsetzung der energetischen Modernisierung des Förderungs- und Bildungszentrums und der Ausbau des Geländes am Seeweg 4 in Garbsen absolute Priorität. Hier solle ein moderner Campus entstehen, auf dem die Weiterbildungseinrichtungen der Kammer künftig gebündelt würden.

Weitere zentrale Aufgaben seien eine intensivere, mitgliedsnahe Personal- und Betriebsberatung sowie eine Intensivierung der politischen Interessenvertretung, um wachsenden Problemen bei Fachkräftesicherung und Unternehmensführung begegnen zu können.

Natürlich müsse man – so der Handwerkskammerpräsident - dafür intern Verwaltungsprozesse optimieren und weiter für ein hohes Qualifikations- und Kompetenzniveau der Kammer sorgen. Nicht zuletzt wolle die Kammer zum Zwecke einer effizienten und transparenten Steuerung die Doppik einführen.

Einigkeit bestehe darüber, dass eine Beitragsanpassung von im Durchschnitt 59 Euro je Betrieb und Jahr notwendig sei, um den Haushalt mittelfristig zu sichern und die Finanzmittel für die genannten Maßnahmen bereit zu stellen.

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Dr. Sabine Wilp

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