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Franz Fender

Hochwertige Bildung

Die UN hat 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung formuliert. Anhand des Ziels "Hochwertige Bildung" gehen wir der Frage nach: Was hat das mit dem Handwerk zu tun?

Hannover.- (sw) Bei ihrem Besuch in der Herbstvollversammlung 2019 hat Dr. Auma Obama deutlich gemacht, wie wichtig eine gute Bildung für junge Menschen in Kenia ist. Denn sie befähigt Jugendliche zu einem selbstbestimmten Leben und hilft ihnen, ihre politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Was für Kenia gilt, gilt aber in Deutschland nicht minder. Zwar herrscht in Deutschland kein Mangel an guten Schulen und mit der Einschulung beginnt die Schulpflicht. Mindestens neun Jahre lang müssen Kinder allgemeinbildende Schulen besuchen, um dann den Sprung in eine duale Ausbildung oder ein Studium zu schaffen.

Trotzdem hatte im Jahr 2017 jeder zehnte der 18- bis 24jährigen keine abgeschlossene Berufsausbildung, kein Abitur und keine Fachhochschulreife. Und Analphabetismus ist keineswegs nur ein Tatbestand, der in den ärmeren Regionen dieser Welt zuhause ist. 6,2 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Etwa die Hälfte dieser Menschen hat einen Migrationshintergrund und Deutsch ist nicht ihre Muttersprache.

Das Handwerk hat auf diese Herausforderungen frühzeitig reagiert und sich in vielfältiger Weise dafür stark gemacht, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund eine gute, hochwertige und damit nachhaltige Ausbildung erhalten, damit die Integration klappt und sie erfolgreich ins Berufsleben einsteigen können. Das 2015 erstmals aufgelegte Projekt IHAFA – das Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber - ist dafür ein gutes Beispiel. Jobcenter, Agenturen für Arbeit und die sechs niedersächsischen Handwerkskammern arbeiten hierbei konstruktiv zusammen. Bis Ende 2022 sollen erneut mindestens 500 Geflüchtete für Berufsausbildungen im Handwerk gewonnen und bis zur erfolgreichen Gesellenprüfung begleitet werden.

In der ersten Projektphase von November 2015 bis Januar 2019 haben 661 Geflüchtete eine Ausbildung im niedersächsischen Handwerk begonnen. Darüber hinaus konnten 427 Geflüchtete in ausbildungsvorbereitende Einstiegsqualifizierungen und 238 Geflüchtete in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen im Handwerk vermittelt werden. Zur Anbahnung und Begleitung dieser Vermittlungen führten die Handwerkskammern mehr als 9.000 Beratungsgespräche durch.

Terminhinweis:

Der nächste Bewerbertag im Rahmen des IHAFA-Projekts findet am 14. Februar 2020 auf dem Campus Handwerk der Handwerkskammer Hannover, Seeweg 4, 30827 Garbsen statt. Hier wird geprüft, ob die Geflüchteten die notwendigen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen, damit eine Ausbildung im Handwerk erfolgreich durchlaufen werden kann. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Mehr Informationen und Anmeldung hier

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17 Ziele

Ansprechpartner:

Fred Luszick
Projektleiter

Tel. (0 51 31) 70 07 - 7 71
Fax (0 51 31) 70 07 - 7 50
f.luszick--at--fbz-garbsen.de