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Handwerksform Hannover

Just Glass

Die Sommerpause ist vorbei. Die Handwerksform Hannover öffnet wieder ihre Tore mit der Ausstellung "Just Glass".

Hannover, 19. September 2019.- Das Glasmachen ist eine faszinierende Kunst. Das heiße Glas, das vielfältige Formen und Farben annehmen kann. Das Zusammenspiel von handwerklichen Fertigkeiten und kreativer Gestaltung, das dafür sorgt, dass am Ende des Prozesses wunderschöne Gefäße entstehen. Unikate und Kleinserien, die die Handschrift des Künstlers und der Künstlerin widerspiegeln. Aber auch die Veredelung von Glas mit Ornamenten und bildhaften Darstellungen gehört zum großen Feld des Glasmachens, das wir in der Herbstausstellung 2019 in den Fokus nehmen. 25 angewandte Künstler*innen sind in der Ausstellung vertreten.

Wunderbare, aufwändig gestaltete Schalenobjekte steuert Veronika Beckh zur Ausstellung bei. In Anlehnung an die Murrinentechnik hat sie kleine Röhrensegmente mit der Glasmacherpfeife aufgenommen und überfangen. Durch die Anordnung der Segmente formieren sich eckige und runde Lufteinschlüsse. Ihre Arbeiten sind alle am Ofen frei geformt, zum Teil umgeheftet und aufgetrieben oder gesägt, geschliffen und poliert. In Kombination mit Farbmehl oder Innenüberfang entstehen Farbverdichtungen. Durch die geschliffenen Ränder wird das Licht in den Arbeiten eingefangen und je nach Wandungsstärke mit der optischen Eigenschaft des Glases und der Wahrnehmung gespielt.

Dass aus Glas auch ganz zauberhafter, puristischer Schmuck entstehen kann, das zeigt die neueste Broschenserie „Tumbling“ von Gésine Hackenberg. Geschnittene Ringe aus mundgeblasenem, dezent getöntem Glas werden räumlich angeordnet und bilden mit Silver und Remanium eine wunderschöne Einheit. Die mundgeblasenen Glasringe stammen aus dem dem Studio von Cornelius Reer.

Sybille Homanns Hauptausgangsmaterial sind Flaschen, denen sie neues Leben einhaucht. Upcycling lautet das Zauberwort, das als Motto über all ihren Arbeiten steht, ganz gleich, ob sie die Flaschen im Ofen oder kalt verarbeitet. Durch Schnitt und Neuzusammenstellen entstehen Gebrauchsobjekte – Leuchten, Kerzenständer, Vasen und anderes mehr.

Das klassische Einmachglas in hochwertiger Kleinserienfertigung: so lassen sich die Arbeiten von Aneta Kountna am besten beschreiben. Angeregt wurde sie dazu durch ihre Mutter, die selbstgemachte Marmelade, eingelegte Gurken oder Kompott in alten Gläsern und Plastikflaschen aufbewahrte. Das muss doch anders, besser, individueller und wertige gehen, dachte sich Aneta Kountna und entwickelte Gläser, die durch ein einfaches Gummiband verschlossen werden können. Die Gläser sind mundgeblasen und wurden im Studio von Cornelius Reer gefertigt.

Eva Moosbrugger ist Bildhauerin. Ihre bevorzugten Materialien waren lange Zeit Bronze, Eisen, Beton, Keramik und Stein. Vor 23 Jahren experimentierte sie erstmalig mit Glas. Seither ist sie diesem Material mit Leidenschaft verfallen, denn mit Glas kann sie die Farbigkeit der Malerei mit Dreidimensionalität verbinden. Das einzigartige Spiel mit dem Licht begeistert sie jedes Mal auf’s Neue. Glas ist ein herausfordernder Werkstoff, es verlangt viel Wissen, Vorsicht und Geduld und verzeiht keine Fehler. Die Rohlinge für ihre Glasskulpturen werden als Teamarbeit in den Glashütten Muranos gefertigt. Die bildhauerische Weiterbearbeitung findet in ihrem Atelier in Dornbirn statt. In der Ausstellung werden Exponate aus der Serie „Memory Objects“ gezeigt, Zeitkapseln zur Aufbewahrung kostbarer Erinnerungen. Jedes  Objekt ist eine unikate Skulptur, die an der Basis  mit einer Edelstahlplatte mit Drehverschluss versehene ist. So kann das Objekt auf Wunsch auch als Behältnis Verwendung finden.

Das „Hochform-Studio für Glas- und Produktgestaltung“, zu dem sich der gelernte Glasmacher Jonas Noel Niedermann und die studierte Produktdesignerin Christiane Frommelt 2014 zusammengeschlossen haben, steuert zur Ausstellung eine Reihe von zeitlosen, funktionalen und pfiffigen Produkten aus Glas zur Ausstellung bei: Karaffen oder Saftpresse, alle Objekte haben ihren eigenen formalen Duktus. Sie sollen dem Nutzer Freude bringen, ihm ein Lächeln entlocken und sich in seine heimische Umgebung gut einfügen.

Wir freuen uns sehr, dass wir von Cornelius Reer eine Werkgruppe mit dem Titel „Inside Outside“ zeigen können. Sie besteht aus mehreren Glasobjekten mit spezifischen Form- und Farbgebungen, die lose ineinander gefügt werden können. . Die Teile sind opak oder transparent, haben unterschiedliche Innen- und Außenformen, und aufgrund der Materialbeschaffenheiten ergibt sich ein interessantes Spiel mit dem Licht im Objektkörper.

In der Werkstatt von Ulrike Sandner entstehen einfache und klar strukturierte Produkte unter dem Motto „mit Sinn und für die Sinne“. Designorientierung, Funktionalität und Materialauswahl spielen eine große Rolle. Benutzerfreundlichkeit wird groß geschrieben. Wunderbar nachzuvollziehen bei dem Saucenmixer und den Wackelbechern aus Glas, die in der Ausstellung zu sehen sind. Normalerweise arbeitet Ulrike Sandner mit Porzellan. Ihre Glasarbeiten entstehen in einer Zusammenarbeit mit der Firma Trendglas Jena GmbH.

„Das Leben muss gefeiert werden“, lautet das Credo von Rike Scholle. Und für sie bedeutet das unter anderem ein opulentes Spiel mit dem Werkstoff Glas. Sie bläst und formt am Glasofen unzählige, individuelle Einzelteile, die sie anschließend zu komplexen, organischen Gebilden arrangiert. Die meisten ihrer Arbeiten werden zu Lichtobjekten, da Glas in Kombination mit Licht nach den Worten der Glasmacherin „erst richtig abgeht“. Wer sich davon ein Bild machen wird, kann in der Handwerksform Hannover den  Lüster „Mondblume“ ausgiebig bestaunen.

Wilhelm Vernim kombiniert in seinen Arbeiten verschiedene Techniken. Klassische Gravurtechniken verbindet er mit unterschiedlichen Heißglastechniken. Daneben beschäftigt er sich auch mit Glasguss und Glasdruck. Großformatige Gefäßobjekte mit spannenden Dekors und einem spannungsreichen Nebeneinander von transparentem und eingefärbtem Glas sind das Ergebnis.

Die Entwürfe von Karina Wendt bestechen durch eine klare Formsprache und ihre zarte Farbigkeit. Seit 2014 arbeitet Wendt, die in der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein studiert hat, als Glasdesignerin und setzt alles daran, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Die von ihr entwickelte Kollektion umfasst Wassergläser, Schalen und Vasen für den täglichen Gebrauch. In der Ausstellung zeigt sie ihre ausgefallenen Dosen mit historischen Porzellandeckeln sowie die Vasenserie „Hazy“, die durch opake Flächen und Transparenzen besticht. .

 

Teilnehmer*innen:

Jutta Arndt, Veronika Beckh, Herbert Chales de Beaulieu, Simone Fezer, Dagmar Christina Gerke, Gésine Hackenberg (NL), Sybille Homann, Aneta Koutná, Gabriele Küstner, Louise Lang, Bernd Lichtenstein, Eva Moosbrugger (A), Jonas Noel Niedermann & Christiane Frommelt, Sham Patwardhan-Joshi, Cornelius Réer, Torsten Rötzsch, Ulrike Sandner, Rike Scholle, Carolin Christin Schwan, Alexander Seitz, Korbinian Stöckle, Michaela Swade, Wilhelm Vernim, Karina Wendt, Hans-Jürgen Westphal

 

Ausstellungseröffnung

Freitag, 20.09.2019, 20 Uhr

Begrüßung

Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover

Einführung in die Ausstellung

Dr. Sabine Wilp, Leiterin der Handwerksform Hannover

 

Ausstellungsführungen

Donnerstag, 26. September 2019, 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Donnerstag, 10. Oktober 2019, 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Durch die Ausstellung führt: Dipl.-Des. Rüdiger Tamm



Fotogalerie

Rike Scholle: Lüster, Mondblume
Day of the Dead, Mexico, Mexico City
Aneta Kountna: Glasbehälter
Gabriele Küstner: Glasschale
Louise Lang: Glasobjekte
Cornelius Reer: Glasobjekt
Ulrike Sandner: Saucenmixer, Glas
Wilhelm Vernim: Glasobjekt
Karina Wendt: Glasdosen
Hans Jürgen Westphal
Gesine Hackenberg: Glasschmuck
Veroinika Beckh: Glasobjekt





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Abteilungsleiterin Kommunikation + Veranstaltungsorganisation

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