Meister, Prüfung, Tischler, Tischlerhandwerk
Sebastian Nedde mit seinem Meisterstück

Kleines Bad ganz groß

Hannover.- (see) Es fällt auf und sticht aus den anderen Meisterstücken allein optisch hervor. Ein Badezimmerunterschrank für ein sehr kleines Bad mit gebogenen Türen und Schubläden und mit zur Hälfte hellblau lackierten Innenseiten und Fronten – das Meisterstück, das Sebastian Nedde im Rahmen seiner praktischen Meisterprüfung in 144 Stunden angefertigt hat, zieht die Blicke auf sich. Beim Näherkommen stellt sich heraus, dass es auch perfekt gearbeitet ist und einige technische Finessen aufbietet: Die gebogene Schranktür besteht aus selbst hergestelltem Sperrholz aus amerikanischem Ahorn, das in spezieller Technik über die Form gepresst werden musste und auch den Schiebetürbeschlag hat Nedde selbst entwickelt. Für diese sehr gute Leistung vergab der Meisterprüfungsausschuss, der ansonsten mit guten Noten geizt, die herausragende Note eins.

Mit zwölf anderen jungen Tischlern durchläuft der 35-jährige Nedde gerade die Meisterprüfung, manche sind schon mit allen vier Teilen fertig, andere habe erst die Teile 1 und 2 bestanden. Zu sehen sind alle Meisterwerke noch bis Samstag, den 18. Juli 2015 in der Handwerkskammer Hannover. „Für mich ist es die Liebe zum Werkstoff Holz und das auf den Millimeter genaue Arbeiten, das mich am Tischlerberuf nach wie vor so reizt“, erläutert Sebastian Nedde. Mit dem Meistertitel will der, bei der Freien Waldorfschule in Hannover Bothfeld angestellte, Tischler nun mehr in die Ausbildung des Nachwuchses einsteigen, entweder bereits in der Schule Schüler für das Handwerk begeistern oder Lehrlinge ausbilden. (17.07.2015)

Termin:
Ausstellung „formvollendet“ in der Handwerkskammer Hannover
Freitag, 17.07.2015, 11. bis 18 Uhr
Samstag, 18.07.2015, 11 bis 14 Uhr