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Oßwald
Bastian Hempel mit seinem Meisterstück "Himmelbett aus Eiche".

Meisterliche Tischlerarbeiten

Frischgebackene Tischlermeister präsentierten ihre Meisterstücke in der Handwerkskammer Hannover.

Hannover.- (vo) Vom Sideboard, Couch-oder Besprechungstisch, über die Schminkkommode, bis hin zum Tischkicker und Himmelbett: Die Ausstellung „formvollendet“ der diesjährigen Tischlermeisterstücke in der Handwerkskammer Hannover zeigt, was an Kreativität und Spitzenleistung im Tischlerhandwerk möglich ist. 18 Tage hatten die jungen Handwerker Zeit ihr Meisterstück anzufertigen, Material und Motiv konnten sie sich dabei frei aussuchen.

Andreas Gerhardt war schon lange die alte Mahagoni-Bohle in der Werkstatt seines Chefs aufgefallen. Als es daran ging sich Gedanken über sein Meisterstück zu machen, war für den jungen Handwerker klar, dass er das alte Holzstück „aufmöbeln“ wollen würde. Daraus entstanden ist ein Besprechungstisch, der „Natürliches mit Modernem verbindet“, erklärt Gerhardt. Die massive Tischplatte hat der Tischlermeister dabei auf eine 200 kilogrammschwere Stahlkonstruktion gesetzt. „Mir war es wichtig, dass ich die Ursprünglichkeit des Holzes beibehalte, deswegen erinnert die Kante des Tisches auch noch an die Rinde eines Baumes“, beschreibt Andreas Gerhardt sein Meisterstück.

Für Bastian Hempel, der aus einer Tischlerei kommt, die auf den Fenster- und Türenbau spezialisiert ist, war der Möbelbau eine kleine Herausforderung, gesteht der 30-Jährige. Dennoch war die Idee für sein Meisterstück schnell gefunden. „Es sollte etwas Besonderes am liebsten in runder Form sein“, sagt Hempel. In 144 Stunden hat der frischgebackene Tischlermeister ein Himmelbett aus Eiche in Form einer Ellipse gebaut, das komplett frei von Metall ist. „Selbst die Schrauben sind mit Hilfe eines befreundeten Drechslers entstanden“, berichtet Hempel. Das Holz hat Hempel teilweise „gekalkt“. Dafür seien mehrere Arbeitsschritte mit Lackierungen und Abschleifungen nötig. „Schon etwas aufwendig“, räumt Hempel ein, „aber für sein Meisterstück macht man das natürlich“, so der Tischlermeister.

Andras Gerhardt und Bastian Hempel haben sich bewusst dafür entschieden, ihren Meister zu machen. „Man kann sein theoretisches Wissen ausbauen und man hat die Möglichkeit irgendwann seinen eigenen Betrieb zu gründen oder einen zu übernehmen. Das sind doch die besten Aussichten, die es gibt“, sind sich die beiden Tischlermeister einig. (15.07.2016)

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