Metallblasinstrumentenmachermeister Matthias Werner
Oßwald
Metallblasinstrumentenmachermeister Matthias Werner

Millimeterarbeit für den guten Ton

Braucht die Tuba eine Generalüberholung? Oder muss das Horn ausgebeult werden? Für den Metallblasinstrumentenmachermeister Matthias Werner gehören diese Tätigkeiten zum beruflichen Alltag.

Hannover.- (vo) Für Matthias Werner ist es einer der schönsten Augenblicke bei seiner Arbeit, wenn der erste Ton wieder erklingt. Rein, sanft, kraftvoll. Erzeugt von einem Instrument, das der Metallblasinstrumentenmachermeister in vielen Stunden handwerklicher Arbeit wieder spielbar gemacht hat. „Man ist stolz und freut sich, dass mit diesem Instrument wieder Melodien gespielt werden können“, erzählt Matthias Werner, Inhaber von Armin Werner Musikinstrumente in Hannover. „Viele haben ihr Hobby zum Beruf gemacht, bei mir ist es genau anders herum“, erzählt Werner, der in der Werkstatt seines Vaters aufgewachsen ist und das Musikblasinstrumentenmacherhandwerk auch im elterlichen Betrieb gelernt hat. „Ein Instrument zu lernen, ist dann erst nebenbei dazugekommen“, so der Hobbytrompeter.

1999 hat der 47-Jährige den Betrieb seines Vaters übernommen. Zu dem Kundenstamm zählen Berufs- und Hobbymusiker, Musikvereine, die NDR Radiophilharmonie sowie die Staatsoper Hannover. „Bis heute ist unser Handwerk weitestgehend reine Handarbeit“, erklärt Werner. Dennoch werden in der Meisterwerkstatt Trompete, Tuba und Co. nicht mehr selbst hergestellt. Der Betrieb hat sich auf die Reparatur, Wartung sowie den An- und Verkauf von gebrauchten Instrumenten spezialisiert. „Musikinstrumente selbst anzufertigen lohnt sich heutzutage nur noch selten“, sagt der Handwerksmeister. „Mittlerweile stellen die großen Firmen so gute Instrumente her, dass man für die handwerkliche Anfertigung mehr als das Dreifache vom Preis verlangen müsste. Und das bezahlen immer weniger Kunden“, ist sich Werner sicher.

Der Dreimannbetrieb ist dennoch gut ausgelastet. So werden tagtäglich Bügel rausgelötet, Stellen ausgebeult, Teile erneuert sowie Ventile und Schalltrichter repariert. Dann muss noch die Klagqualität geprüft und das Instrument gestimmt werden. Je nach Instrument kann die Reparatur schon mal 40 Stunden dauern. „Es ist ein spannendes Handwerk, bei dem Millimeterarbeit gefragt ist. Ich habe es bis heute nicht bereut“, betont Werner. Das Metallblasinstrumentenmacherhandwerk kann und macht nicht jeder, weswegen sich der hannoversche Betrieb auch nur gegen wenige Konkurrenzunternehmen in der Region durchsetzen muss. (18.04.2017)

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