Mussawar Ahmad zeigt, was er im Projekt ProMI schon gelernt hat.

HWK Hannover
Mussawar Ahmad zeigt, was er im Projekt ProMI schon gelernt hat.

Mit dem Gesellenbrief zur erfolgreichen Integration

Hannover, 15. Dezember 2011.- Der Mikrozensus 2008 der Statistischen Ämter macht es deutlich: 16 Prozent der in Niedersachsen lebenden Bürgerinnen und Bürger haben einen Migrationshintergrund. Besonders hoch ist der Anteil bei den jungen Menschen. So haben 30 Prozent der unter 6-jährigen einen Migrationshintergrund und knapp jeder Vierte in der Altersklasse zwischen 6 und 18 Jahren.

In der Region Hannover liegen die Zahlen bei 39 Prozent der unter 6-jährigen und 35 Przent in der Altersklasse von 6 bis unter 18 Jahren. Diese Bevölkerungsgruppen zu integrieren, gehört zu den großen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben.

Im August 2011 wurde daher in der Region Hannover das Projekt ProMI – Pro Migranten und Integration – gestartet, bei dem die HWK Hannover Projekt- und Servicegesellschaft mbH mit der Landeshauptstadt Hannover und den JobCentern der Region Hannover zusammenarbeitet.

Das Projekt richtet sich in erster Linie an Migrantinnen und Migranten, deren im Heimatland erworbene Abschlussprüfungen bei uns nicht anerkannt werden und die die Erfahrungen im Metallbereich mit bringen. Sie sollen in 24 Monaten auf die Gesellenprüfung im Metallbauer- oder Feinwerkmechanikerhandwerk vorbereitet werden. Denn Erfahrungen zeigen, dass eine in Deutschland abgeschlossene Berufsausbildung die Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den ersten Arbeitsmarkt signifikant erhöht.

"Eine der zentralen Herausforderungen, vor denen das Handwerk steht, ist die Sicherung unseres zukünftigen Fachkräftebedarfs,“ erklärte Dipl.-Kfm. Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, bei der Vorstellung des Projektes. "Das Handwerk ist ein personalintensiver Wirtschaftsbereich. Ohne Fachkräfte können unsere Betriebe nicht im Wettbewerb bestehen. Daher müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel und Wege nutzen, um diese Fachkräfte zu finden, zu qualifizieren und an uns zu binden. Das Projekt ProMi ist einer dieser Wege, und wir sind zuversichtlich, dass wir mit diesem Projekt Zielgruppen für uns erschließen können, die wir bislang noch nicht im Fokus hatten. “

22 Personen nehmen zurzeit am Projekt ProMI teil, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF gefördert wird. Sie sind zwischen 25 und 50 Jahre alt und stammen aus Russland, der Ukraine, Kazachstan, Aserbaidschan, der Türkei, Polen, Italien, dem Irak, Pakistan und Deutschland.

Neben der Vermittlung allgemeiner Ausbildungsinhalte, stehen auch Praktika in Metallbetrieben der Region Hannover, gezielte Sprachförderung sowie ein Teilnehmer-Coaching und pädagogische Betreuung auf dem Programm. Nach bestandener Abschlussprüfung wird der Übergang in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis angestrebt.

"Integration in den Arbeitsmarkt ist ein bedeutender Faktor für die gleichberechtigte Teilhabe von Zuwanderer,“ so Marlis Drevermann, Kultur- und Schuldezernentin der Landeshauptstadt Hannover. "Aus diesem Grund unterstützt die Stadt dieses Modellvorhaben nicht nur finanziell, sondern vor allem inhaltlich. Die Anerkennung von Erfahrungen und die Weiterqualifizierung sind für die Menschen wichtige Bausteine, um ein aktiver Teil unserer Gesellschaft zu werden.“

Auch Peter Waldburg, stellvertretender Geschäftsführer des JobCenter Region Hannover, ist vom Wert des Projektes überzeugt. Er erklärt: "Die Maßnahme greift bereits vorhandene Kenntnisse von Teilnehmern auf und schließt mit dem Gesellenbrief in einem stark nachgefragten Ausbildungsberuf ab: die Chance zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt ist ausgezeichnet.“

Nach den ersten fünf Monaten zeichnet sich bereits ab, dass das Projekt die Erwartungen erfüllt. Igor Mamryuk, ein 32jähriger Mechaniker für Dieselmotoren aus der Ukraine, ist sich jedenfalls sicher, dass er mit dem deutschen Gesellenbrief seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verbessern wird.

 

Ansprechpartner für die Medien:

Dr. Sabine Wilp