Bunte Becher "Capriccio" von Elke Sada.
Handwerksform Hannover
Bunte Becher "Capriccio" von Elke Sada.

One more cup...

64 angewandte Künstlerinnen und Künstler aus sieben Ländern zeigen in der Sommerausstellung in der Handwerksform Hannover Trinkgefäß-Unikate und -Kleinserien.

Hannover, 02. Juni 2016.- Tassen, Becher, Schalen – also Gefäße, aus denen man Flüssigkeiten zu sich nehmen kann – stehen im Mittelpunkt der Sommerausstellung 2016. 64 Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker sowie Designerinnen und Designer aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und den USA präsentieren in der Sommerausstellung ihre Trinkgefäß-Unikate oder -Kleinserien in der Handwerksform Hannover.

Gezeigt werden Exponate aus Glas, Holz, Keramik, Porzellan und Edelmetall in den unterschiedlichsten Formen: klein oder groß, mit oder ohne Henkel, einfarbig oder bunt, mit Untertasse oder ohne, für kalte oder heiße Getränke. Hier ein paar Beispiele.

Eigentlich sind die Keramikbecher von Elke Sada Gemälde. Sie malt, Schicht für Schicht. Dann gießt sie den Ton auf das fertige Bild und schneidet anschließend aus der Tonplatte Fragmente, die sie zu fröhlichen und einzigartigen Gefäßen zusammenfügt. Capriccio heißt die Serie, die sie in der Sommerausstellung der Handwerksform Hannover vorstellt. Eine Serie, die von einer Leidenschaft für expressive Malerei und von die Liebe für schöne Keramik zeugt.

Während die Becher von Elke Sada durch ihre Farbigkeit bestechen, stechen bei der Serie „Shade“ von Doris Bank ihre puristischen Formen und eine sowohl elegante wie auch archaische Ausstrahlung ins Auge. Auch die Becher von Doris Bank werden gefaltet, nachdem zuvor die Porzellanmasse zu sehr dünnen Platten gewalzt wurde. Die von Bank entwickelte Dekortechnik zeigt eine reliefartige Oberfläche mit überraschender Haptik. Durch die extreme Transluzenz  des Porzellans entstehen interessante Licht- und Schattenwirkungen.

Im Gegensatz zu den modellierten Bechern von Sada und Bank werden die Porzellanschalen von Karla Hüneke auf der Scheibe freigedreht. Sie liegen schmeichlerisch in der Hand. Der zarte Rand erlaubt genussvolles Trinken, der schwere Boden sorgt für einen festen Stand. Das Sgraffito-Dekor macht jedes Stück zu einem unverwechselbaren Unikat.

Zum ersten Mal in der Handwerksform Hannover zu sehen sind die Arbeiten von Bomi Lee. Die in Seoul geborene Keramikerin zeigt ihre Serie „Making Cuts“, unikate Porzellangefäße, die durch Schneiden und Überlappen geschaffen werden. Die Grundformen werden aus Porzellan gegossen, danach erfolgt die Bearbeitung. Je nach dem Grad des Schneidens und Überlappens sind viele verschiedene Formveränderungen möglich.

Maike Dahl stellt in der Ausstellung eine Serie unterschiedlicher in Silber gefalteter Becher vor. Durch die Variationen in Form und Größe hat jeder dieser Becher seinen ganz eigenen Charakter und wird mit einem bestimmten Getränk in Verbindung gebracht. Ein weiteres Mal zeigt Maike Dahl damit, wie man Silber wieder zurück in den Alltag bringen kann. Nicht indem man es überhöht, sondern indem man es so bearbeitet und formt, dass es in einem modernen Haushalt gut „funktioniert“. Kostbares Tafelsilber, das keine Angst vor Gebrauchsspuren hat, und sich gern zu anderen Dingen auf dem Tisch gesellt.

Während Maike Dahl ihr Silber mit Scheuermilch bearbeitet, damit es nicht glänzt, präsentieren Jan Hebach und Sophie Kloess in der Ausstellung „One more cup….“ hochglänzend poliertes Silbergerät. Hohe Funktionalität paart sich hier mit großem ästhetischem Anspruch, z.B. bei den aus 999er Feinsilber geschmiedeten Taumelbechern.

Auch Beate Leonards zeigt Silberbecher, die durch ihre objekthafte, skulpturale Formen und spezielle Ästhetik bestechen. Ihr ist wichtig, dass Silber eine antiseptische Funktion hat und dass Wasser aus einem Silberbecher daher besonders frisch schmeckt.

Das Ausgangsmaterial Siobhan Tarrs Objekte ist altes Geschirr, das durch Brechen, Schneiden und Schleifen verfremdet und mit viel Geduld und künstlerischer Kreativität sorgfältig geflickt und neu zusammengesetzt wird. Am Ende des Prozesses entstehen Tassen mit einer sehr poetischen Anmutung.

Michael Schwarzmüller steuert zur Ausstellung gläserne Espressotassen bei. Kleine fragile Meisterwerke, mundgeblasen, mit farbigen Henkeln, funktional und ästhetisch, ein wahrer Augenschmaus für jede Tafel.

Rund 600 Exponate sind in der Ausstellung zu sehen. Das sollten Sie nicht verpassen.

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Ausstellungseröffnung:
Samstag, 04. Juni 2016, 12–14 Uhr

Einführung in die Ausstellung
Dr. Sabine Wilp
Leiterin Handwerksform Hannover

Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Daniela Abendroth (D) / Marlies Adam-Hennecke (D) /Frauke Alber (D) /Anne Bader (D) / Doris Bank (D) / Andrea Baumann (D) /Kerstin Becker (D) / Uta K. Becker (D) /Petra Bittl (D) /Markus Böhm (D) / Caroline Bohlmann (D) /Heidi Breit (D) / Maike Dahl (D) / Annette Dannhus (D) /Jean-Marc Desaules (CH) / Neserin During (NL) / Katja Flieger (D) / Hozana Gomes da Costa (D) / Marc Häger (D) / Iris Haschek (D) / Nela Havlickova (CZ) / Jan Hebach (D) & Sophie Kloess (D) / Steffi Herz (D) / Sybille Homann (D) / Karla Hüneke (D) / Dana Jeschke (D) /Jan Jansky (CZ) / Susanne Kallenbach (D) / Björn Kendelbacher (D) / Evelyn Klam (D) / Claudia Klinkert (D) / Jiri Kozisek (CZ) / Kordula Kuppe (D) / Robert W. LaWarre III (USA) / Bomi Lee (D) / Beate Leonards (D) / Peter Linser (A) / Josephine Lützel (D) / Christine Mittermayr (A) / Steffen Orlowski (D) / Susanne Petzold (D) / Katja Querfeld (D) / Erika Rejka (H) / Christiane Riemann (D) / Anke Roschka (D) / Hedwig Rotter (A) / Jochen Rüth (D) / Christine Ruff (D) / Ismael Conde Ruiz (D) / Elke Sada (D) / Monika Schedler (D) / Sebastian Scheid (D) / Kim Schlicht (D) / Birgitta Schrader (D) / Martina Schubert (D) / Katrin Schücke (D) / Michael Schwarzmüller (D) / Sonja Sebes (D) / Martina Sigmund-Servetti (D) / Olga Simonova (D) / Siobhan Tarr (D) / Tadashi Torii (D) / Torsten Trautvetter (D) / Roswitha Winde-Pauls (D)

Ausstellung:
04. Juni 2016 bis 02. Juli 2016

Ausstellungsführungen:
Donnerstag, 09. Juni 2016, 16.30–17.30 Uhr
Donnerstag, 23. Juni 2016, 16.30–17.30 Uhr
mit Friederike Otto von der Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e.V.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 11–18 Uhr, Samstag 11–14 Uhr
Sonntag, Montag und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen



Ansprechpartnerin für die Medien:

Dr. Sabine Wilp
Abteilungsleiterin Kommunikation + Veranstaltungsorganisation

Tel. (05 11) 3 48 59 - 36
Fax (05 11) 3 48 59 - 88
wilp--at--hwk-hannover.de