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Robuste Konjunktur!

Das Frühjahrsquartal im Handwerk verlief abermals erfreulich.

Hannover, 15. April 2019.- Das stellte Handwerkskammerpräsident Karl-Wilhelm Steinmann bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichts fest. Äußerst robust zeige sich laut Steinmann der Konjunkturverlauf des Handwerks im Frühjahr 2019. Gegenüber dem Vorjahresquartal sei der Geschäftsklimaindex noch einmal um sieben Punkte auf nunmehr 143 Indexpunkte gestiegen. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten habe noch einmal deutlich zugenommen. Nahezu jeder fünfte Betrieb verzeichne steigende Auftragseingänge per saldo. Auch die Umsatzentwicklung stelle sich positiv dar, vermeldete der Handwerkskammerpräsident. Die Umsätze seien in nahezu jedem dritten Betrieb gestiegen, nur 22 Prozent der befragten Betriebe hätten ein Umsatzminus gemeldet.

Die Investitionstätigkeit zu Beginn des Jahres sei positiv verlaufen. Lediglich 13 Prozent der Handwerksbetriebe hätten ihr Investitionsbudget gekürzt, dem stehe ein Anteil von immerhin 31 Prozent gegenüber, der vermehrt investiert habe. Die Beschäftigtenzahlen seien ebenfalls nach oben korrigiert worden. 13 Prozent der befragten Betriebe hätten Personal abgebaut, 17 Prozent ihren Mitarbeiterstamm aufgestockt. Die durchschnittliche Betriebsauslastung sei von 79 Prozent (Frühjahr 2018) auf 84 Prozent im Berichtsquartal gestiegen. 

Bau- und Ausbau

Die konjunkturelle Entwicklung im Bauhandwerk zeige sich, so Steinmann, zu Beginn 2019 abermals positiv. Hintergrund dieser positiven Entwicklung im Bauhandwerk dürfte der schneearme Winter gewesen sein, in dem es keine sehr ausgiebige, witterungsbedingte Pause gegeben habe. Hinzu komme, dass viele Menschen ihr Geld eher in Immobilien statt in Aktien und Anleihen anlegen. Aufträge und Umsätze zeigten sich weiterhin positiv. Die Preise auf der Verkaufsseite sind allerdings bei per saldo 70 Prozent der Betriebe gestiegen. Der Geschäftsklimaindex in dieser Handwerksbranche hat nochmals um elf Punkte auf 150 Indexpunkte zugenommen. Während im Vorjahresquartal per saldo sechs Prozent der befragten Betriebe positive Umsätze meldeten, waren es in der aktuellen Umfrage immerhin 12 Prozent. Auch die Auftragseingänge lagen deutlich im Plus.

Im Ausbauhandwerk stieg der Indexwert um drei Punkte auf jetzt 145 Indexpunkte. Auftrags- und Umsatzzuwächse waren – gemessen am Gesamthandwerk – überdurchschnittlich. Die Verkaufspreise konnten in 47 Prozent der befragten Betriebe angehoben werden. Das Bau- und Ausbauhandwerks blickt mit Zuversicht auf den kommenden Geschäftsverlauf. Die Beschäftigtenzahlen werden nach Angaben der Betriebe zunehmen, gleiches gilt für die Auftragseingänge und die Umsatzentwicklung.

Zulieferhandwerk

Erfreulich zeigte sich auch abermals die konjunkturelle Entwicklung im hannoverschen Zulieferhandwerk. Mit einem Indexwert von 134 Punkten bei der Beurteilung der eigenen Geschäftslage ist das Stimmungsbarometer zwar um 14 Indexpunkte gefallen, bewegt sich damit aber immer noch auf hohem Niveau. Die gute Geschäftslagebeurteilung ist auf die positive Auftragsentwicklung zurückzuführen.

Kraftfahrzeughandwerk

Die Stimmungslage im Kraftfahrzeughandwerk ist ebenfalls gut. Mit 145 Indexpunkten ist die Beurteilung der Geschäftslage die Zweitbeste seit 2016. Die Auftragseingänge wuchsen im Frühjahr 2019, ebenso die Umsätze

Nahrungsmittelhandwerk

Die Geschäftslagebeurteilung im Nahrungsmittelhandwerk hat sich im Berichtsquartal ebenfalls sehr gut entwickelt und liegt mit 150 Indexpunkten um sieben Punkte oberhalb des entsprechenden Indexwertes im Gesamthandwerk. Ursächlich hierfür ist eine recht gute Auslastung der betrieblichen Kapazitäten, die auch zu einem Beschäftigtenaufbau in per saldo 17 Prozent der Betriebe führte. Aufträge und Umsätze entwickelten sich positiv.

Gesundheitshandwerke

Das Stimmungsbarometer in den Gesundheitshandwerken ist ungeachtet der in per saldo einem Drittel der Betriebe zurückgegangenen Aufträge gestiegen. Mit einer Geschäftslagebeurteilung von 136 Indexpunkten liegt diese Branche deutlich über dem Vorjahresquartalswert. Die Umsatzentwicklung stagnierte; gleichwohl stieg die Betriebsauslastung geringfügig an. In den Dienstleistungshandwerken sieht die Lage ebenfalls positiver aus als in den Vorjahresquartalen.

Erwartungen in den weiteren Konjunkturverlauf

Die Erwartungen der befragten Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover sind bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung optimistisch. Die Beschäftigtenzahl im Gesamthandwerk wird nach Angaben der befragten Betriebe vor dem Hintergrund eines erwarteten Auftragsplus abermals nach oben korrigiert. Mehr als per saldo jeder zehnte Betrieb des Gesamthandwerks plant zusätzliche Stellenbesetzungen. Auch bei den Umsätzen wird von einem Plus bei 42 Prozent der Betriebe ausgegangen. Lediglich jeder zehnte Betrieb erwartet eine rückläufige Umsatzentwicklung.

Regionalanalyse

Die aktuell durchgeführte Regionalanalyse zeigt einen konjunkturellen Aufwärtstrend – mit unterschiedlicher Ausprägung – in allen Landkreisen im Kammerbezirk und in der Region Hannover. In der Region Hannover wurde der höchste Indexwert des Geschäftsklimas mit 146 Punkten erreicht, gefolgt vom Landkreis Nienburg mit 145 Indexpunkten. Aber auch der Landkreis Diepholz verbesserte sich um zwei Punkte auf 144 Indexpunkte. Die Stadt Hannover und  der Landkreis Schaumburg lagen mit 140 Indexpunkten bei der Bewertung ihres Geschäftsklimas gleichauf. Die Regionalkonjunktur im strukturschwachen Landkreis Hameln-Pyrmont verlief etwas verhaltener. Hier wurde ein, gemessen am Gesamthandwerk, leicht unterdurchschnittlicher Geschäftsklimaindex von 139 Punkten erreicht.

 

Erläuterungen

Anfang 2018 wurde der Geschäftsklimaindex einer neuen Berechnungsmethodik unterzogen. Es erfolgte eine Anpassung an die Indizes der Dachorganisationen (Zentralverband des Deutschen Handwerks, Landesvertretung Handwerk Niedersachsen). Der neue Geschäftsklimaindex beinhaltet neben der aktuellen Lage nunmehr auch die Erwartungen und schwankt um den Wert 100. Der Wert von 100 Punkten markiert die Grenze zwischen positivem und negativem Geschäftsklima im Handwerk. Zudem ist der neue Index mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex des Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung an der Universität München vergleichbar.

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