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Umweltzone zum ersten, zum zweiten, zum dritten...

Hannover, 16. April 2015.- Die Messwerte in der Umweltzone zeigen, dass die Belastung durch Feinstaub zurückgegangen ist, die Stickstoffdioxid-Belastung aber immer noch geringfügig über den von der EU vorgeschriebenen Grenzwerten liegt. Daher hat die Landeshauptstadt Hannover deutlich gemacht, dass sie weiterhin an der Umweltzone festhält. Der Grund dürfte vor allem darin zu suchen sein, dass die Stadt auf diese Weise einem Vertragsverletzungsverfahren durch die EU vorbeugen möchte.

Die Handwerkskammer Hannover bezweifelt nach wie vor, dass die Beibehaltung der Umweltzone geeignet ist, um die Probleme mit Stickstoffdioxiden langfristig in den Griff zu bekommen. Sie fordert daher, endlich für klare Fakten zu sorgen. Denn in den vergangenen sieben Jahren wurde versäumt festzustellen, aus welchen Quellen die NO2-Belastungen in der Stadt wirklich stammen.

„Es ist höchste Zeit, sich Klarheit darüber zu schaffen, aus welchen Quellen die Belastungen stammen, die in der Stadt gemessen werden“, erklärt Dietmar Rokahr, Geschäftsführer für den Bereich Wirtschaft der Handwerkskammer Hannover. „Erst wenn diese Frage präzise beantwortet ist, können neue Maßnahmen angedacht werden. Ein einfaches „Weiter-so“ mit einer Umweltzone, deren Wirksamkeit nach wie vor zweifelhalt ist, hilft niemandem.“

Ob die jetzt von der Stadt vorgeschlagenen Ideen, wirklich zeitnah und in einem signifikanten Maße zur Verbesserung der Luftqualität beitragen, bleibe offen, erklärte Rokahr. Es sei sicherlich sinnvoll, in Radwege oder Elektroladeinfrastruktur zu investieren. Dennoch müsse bezweifelt werden, ob das wirklich schnell genug und in einem ausreichenden Maße dazu führen könne, die Luftqualität zu verbessern.

Auch die Überprüfung von „Baumaschinen“ sei sicher kein Königsweg zur Verbesserung der Luftqualität. Bekanntlich werden Baumaschinen üblicherweise auf privaten oder für den Verkehr gesperrten Flächen eingesetzt – und ein großer Teil der Baumaschinen verfüge daher ebenso wenig über eine Kfz-Zulassung wie motorgetriebene Rasenmäher oder Laubbläser.

„Wir versprechen uns auch keine entscheidenden Effekte von der Überprüfung der 2.300 Fahrzeug mit Ausnahmegenehmigung“, erklärte Rokahr. Bei einer Gesamtzahl von 235.000 Fahrzeugen in der Stadt seien die Auswirkungen eher unerheblich – insbesondere weil davon ausgegangen werden könne, dass diese alten Fahrzeuge eine geringe Laufleistung haben. Insofern sollte die die Stadtverwaltung nach Meinung der Handwerkskammer Hannover die vorhandenen Genehmigungen einfach fortschreiben.

Ansprechpartnerin für die Medien:
Dr. Sabine Wilp