Victoria Bollmann, Pia-Sophie Rosenhagen, Cerina Kendzia (v.l.) lernen Metallbauerin bei der Rosenhagen GmbH
Seeger
Victoria Bollmann, Pia-Sophie Rosenhagen, Cerina Kendzia (v.l.) lernen Metallbauerin bei der Rosenhagen GmbH

"Zum Rumsitzen habe ich keine Lust!"

Bei der Rosenhagen GmbH machen mittlerweile drei junge Frauen eine Ausbildung zur Metallbauerin, weil sie das echte Arbeiten in der Werkstatt lieben.

Hannover.- (see) Für alle, die auf Schule keine Lust mehr haben, ist eine Ausbildung im Handwerk der richtige Weg. Das gilt auch und gerade für drei junge Frauen, die bei Rosenhagen Metallbau eine Ausbildung als Metallbauerinnen Fachrichtung Konstruktionstechnik machen.

„Rumsitzen war noch nie etwas für mich“,  sagt Cerina Kendzia, die seit August 2017 das Team der 35 Mitarbeiter verstärkt. „Ich habe immer viel draußen gearbeitet und Zuhause mitgeholfen“, ergänzt Victoria Bollmann, die sich als erster weiblicher Lehrling in der 65-jährigen Firmengeschichte bereits seit anderthalb Jahren unter mehr als 30 Männern behauptet.

„Wir können als Frauen in unser Ausbildung alles schaffen, und wenn wir mal körperlich an unsere Grenzen kommen, können wir uns jederzeit Hilfe holen“, ist Victoria überzeugt. Beide jungen Frauen arbeiten gerne mit Männern zusammen und haben damit nie ein Problem gehabt.  

Die dritte im weiblichen Bunde ist Unternehmertochter Pia-Sophie, die im elterlichen Betrieb ein triales Studium absolviert. In viereinhalb Jahren wird sie nicht nur eine abgeschlossenen Ausbildung, sondern auch die Meisterprüfung und einen Bachelor Handwerksmanagement in der Tasche haben. Auch sie hatte nach dem Abitur keine Lust mehr auf theoretisches Lernen, wollte unbedingt etwas Praktisches machen.

„Wir haben es nicht drauf angelegt, aber wir haben einfach gute Arbeitsbedingungen für Frauen geschaffen“, betont Bianka Rosenhagen, die seit sechs Jahren ihren Mann in der Geschäftsleitung unterstützt. Beide arbeiten daran, den Menschen in den Mittelpunkt des Unternehmens zu stellen. Arbeitsabläufe wurden verbessert und ein umfangreiches Gesundheitsmanagement eingeführt. Es wird ganz viel Wert auf Teamgeist und auf gegenseitige Unterstützung gelegt. Beim Bau der neuen Produktionshalle wurden selbstverständlich gesonderte Sanitär- und Umkleideräume für Frauen gebaut, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch keine weiblichen Mitarbeiter in der Werkstatt gab.

„Mit dem technischen Fortschritt hat sich der Beruf des Metallbauers für Mädchen geöffnet. Wir haben große CNC-Maschinen und Hilfsmittel wie Kran und Gabelstapler“, betont Chef Heiko Rosenhagen, der die weibliche Komponente in seinem Betrieb nach anfänglicher Skepsis zu schätzen weiß. Nun kommt es darauf an, die Frauen auch nach der Ausbildung zu halten und ihnen beispielsweise bei der Familienplanung bei Bedarf Teilzeitregelungen zu ermöglichen. (26.01.2018)

Aktivitäten, um Mädchen und Frauen für das Handwerk zu begeistern

Girls Day
Frauennetzwerk K.O.N.E.K.T.
Projekt „Handwerk mit FiF“