Französische Delegation

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Merla Prietz
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Hannover.- (see) Der letzte geplante Besuch aus Rouen musste kurzfristig wegen eines landesweiten Streiks aller Verkehrsmittel abgesagt werden. Daher war die Freude auf beiden Seiten nun umso größer, dass es geklappt hat mit dem länderübergreifenden Austausch der Handwerkskammern Seine-Maritime und Hannover. An drei Tagen standen die großen Themen Bildung und Wirtschaft sowie zwei Betriebsbesuche beim Friseur Prinzen und der Bäckerei Göing auf dem Programm.

„Außerdem hatten wir auch ein Jubiläum zu feiern“, erzählt Handwerkskammerpräsident Thomas Gehre. „Die Kammerpartnerschaft ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. Seit vier Jahrzehnten also haben wir die Freundschaft und die Verständigung zwischen zwei europäischen Nachbarländern mit Leben gefüllt. Und das funktioniert am besten über persönliche Begegnungen.“

Und das nicht nur auf haupt- und ehrenamtlicher Kammerebene, sondern auch mit dem Austausch von unzähligen junge französischen Fleischern, Bäckern, Metallbauern, Kfz-Mechatronikern und vielen anderen Azubis, die zu Gast in den Handwerksbetrieben der Region Hannover waren und umgekehrt.

Austausch: Wie machen wir es? Wie machen Sie es? Und was können wir voneinander lernen?

Was das deutsche Handwerk von den Franzosen lernen kann? Sie sind uns einen Schritt voraus, was das Image des Wirtschaftsbereichs Handwerk betrifft. „2018 gab es ein Gesetz zur Stärkung der beruflichen Bildung. Auch in Frankreich wollten zuvor zu wenige ein Handwerk erlernen, wir empfanden uns wie auf einem Abstellgleis. Das ändert sich nun langsam“, berichtete Guillaume Dartois, Präsident der CMA Seine Maritime. Mittlerweile seien 900.000 jungen Menschen in einer Ausbildung. Ein Erfolg, der auch darin einen Grund hat, dass rund 90 Prozent der Gesellinnen und Gesellen nach der Ausbildung einen sicheren Job hätten.

Am ersten Tag des Besuchs stand ein Rundgang auf dem Campus Handwerk auf dem Programm. Präsident Dartois, Clarice Tarlevé, Direktorin der beruflichen Bildung, und Bäckermeister Christophe Cressant zeigten sich beeindruckt von den räumlichen und technischen Möglichkeiten, und berichteten von einem neuen modernen Ausbildungszentrum in Le Havre mit Amphitheater, Foodtrucks und mit der Möglichkeit aus jedem Klassenzimmer Live-Streams zu senden.

Am zweiten Tag ging es darum, welche Herausforderungen das Handwerk auf kommunaler Ebene und speziell in den Ballungsgebieten zu bestehen hat. Auch hier ähneln sich die Probleme: eine starke Tendenz zur Verdrängung von Handwerksbetrieben aus Mischgebieten, hohe Mieten, Zeitverlust durch stockenden Verkehr und lange Parkplatzsuche. Grundlage der Diskussion war der Zukunftsplan Handwerk in Hannover, der aus Kammersicht die zentralen Handlungsfelder der Stadt Hannover für die Zukunftssicherung des Handwerks zusammenfasst.

Zusammenarbeit intensivieren

„Als ein Ergebnis des Treffens haben wir uns vorgenommen, das 40-jährige Bestehen unserer Zusammenarbeit zum Anlass zu nehmen, um unsere Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Betriebsberatung noch sichtbarer und effektiver zu machen“, resümiert Carl-Michal Vogt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, damit „von unserer länderübergreifenden Zusammenarbeit noch mehr Handwerkerinnen und Handwerker profitieren.“ (07.02.2024)