Franz Fender

Wirtschaftsminister Olaf Lies verleiht niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk

Die Diplom-Textildesignerin Ute Ketelhake, die Metallgestalter Lars Junker und Bernhard Simon sowie die Brüder Haster freuen sich über die hohe Auszeichnung.

Hannover, 29. Januar 2016.- "Wenn wir heute von den Potenzialen der Kreativwirtschaft in Niedersachsen sprechen, dann schauen wir dabei auch auf das gestaltende Handwerk. Der Niedersächsische Staatspreis für das gestaltende Handwerk zeichnet Handwerkerinnen und Handwerker aus, die innovative Ideen in Produkte von höchster handwerklicher Qualität umsetzen. Exzellente Entwürfe und herausragendes handwerkliches Können sind die Vorbedingungen dafür, dass das Handwerk im harten Wettbewerb mit der industriellen Produktion und maschinell gefertigten Produkten bestehen kann.“ Mit diesen Worten hat heute Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, die Bedeutung des gestaltenden Handwerks gewürdigt.

Der mit 5.000 Euro dotierte Niedersächsische Staatspreis für das gestaltende Handwerk ging in diesem Jahr an die Diplom-Textildesignerin Ute Ketelhake aus Springe. Mit den Niedersächsischen Förderpreisen für das gestaltende Handwerk 2016 in Höhe von jeweils 2.500 wurden die Metallgestalter Lars Junker sowie Bernhard Simon ausgezeichnet. Der mit 3.000 Euro dotierte Unternehmenspreis "Erfolgsfaktor Design“ ging an die Haster Gebäudereinigungs GmbH aus Langenhagen.

In seiner Laudatio zeigte sich Minister Lies beeindruckt vom hohen Niveau der Wettbewerbsarbeiten. Er wies darauf hin, dass die aktuelle Wettbewerbsrunde erneut gezeigt habe, dass das gestaltende Handwerk nicht nur etwas mit besonderem handwerklichem Können und guter Gestaltung, sondern auch ganz viel mit Innovation zu tun habe. "Dies zeigt sich insbesondere bei den Arbeiten der Preisträgerin, aber auch bei den vielen anderen Exponaten, die in der Ausstellung zu sehen sind“, sagte Lies. "Die zum Wettbewerb eingereichten Objekte schärfen den Blick für die Einzigartigkeit und die Kostbarkeit von Materialien und für die besondere Qualität handwerklichen Fertigungs-Know-hows in Zeiten der massenhaften Verfügbarkeit von Dingen.“

Rund 200 Exponate wurden in der Wettbewerbsrunde 2014 bis 2016 für den Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk von der fünfköpfigen Jury intensiv begutachtet. Am Ende stand das einhellige Votum fest: die Diplom-Textildesignerin Ute Ketelhake wird 2016 mit dem Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk ausgezeichnet. Die von ihr eingereichten Wettbewerbsarbeiten überzeugten auf der ganzen Linie. Haptik und Plastizität der handgeknüpften Teppiche sprechen für sich. Kein Muster, kein Dekor unterbricht die formale Gestaltung der hochflorigen Teppiche, deren Material Ketelhake selbst entwickelt hat und die im geschlossenen Kreislauf hergestellt werden. Die Jury zeigte sich sehr beeindruckt von der gestalterischen Kraft der Unikat-Teppiche, die jeden Betrachter sofort emotional packen. Genauso überzeugend fand sie auch die zeitgemäße Herangehensweise, mit der Ute Ketelhake alles dafür tut, um ein rundum faires in Deutschland produziertes Exponat zu schaffen.

Lars Junker hat sich mit zwei Serien von Gefäßobjekten um den Förderpreis für das gestaltende Handwerk beworben. Mit Mörsern und Stößeln aus Edelstahl und mit großformatigen Schalenobjekten, bei der Glas und Metall eine spannungsreiche Verbindung eingehen. Beide Serien zeichnen sich nach Auffassung der Jury durch ihre hervorragende plastische Qualität aus. Mit der Vergabe des Förderpreises will die Jury den jungen Metallgestalter ermutigen, den eingeschlagenen Weg engagiert fortzusetzen.

Auch der zweite Förderpreisträger für das gestaltende Handwerk kommt aus der Kaderschmiede der Metallgestaltung, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Anders als Lars Junker hat sich Bernhard Simon aber auf den Bereich Schmuck verlegt. Seine auffallenden Glasringe machen durch die ungewöhnliche Materialverarbeitung, die Farbigkeit und das kontrastreiche Gegeneinander der einzelnen Bereiche auf sich aufmerksam. Der Jury gefiel die Expressivität der Ringserie, die durch ihren plastischen Reiz, prächtige Farben und barocke Sinnenfreude jenseits von Gefälligkeit und reinem Dekor zu bestechen weiß.

Zum dritten Mal wurde im Rahmen des Wettbewerbs zum Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk ein Unternehmenspreis "Erfolgsfaktor Design“ vergeben. Die Jury hat einstimmig entschieden, die Haster Gebäudereinigungs GmbH in Langenhagen mit diesem Preis auszuzeichnen. Als Basis für die Bewerbung wurden in dieser Wettbewerbsrunde die Internetseiten der Handwerksunternehmen herangezogen. Der Webauftritt der Firma Haster überzeugte in allen Punkten. Witzig, frisch, mit einer klaren und überzeugenden Bildsprache stellt sich die Haster Gebäudereinigungs GmbH im Internet dar. Das Familienunternehmen, das von drei Brüdern geführt wird, präsentiert sich mit einem Augenzwinkern und frechen Texten. Vorbildlich, so das Urteil der Jury, die zudem darauf hinwies, dass Designorientierung auch einem Dienstleistungsunternehmen gut anstehe.

Der Niedersächsische Staatspreis hat eine lange Tradition und wird seit 1958 verliehen.

Hinweis:
Vom 30. Januar 2016 bis zum 27. Februar 2016 ist in der Handwerksform Hannover, Berliner Allee 17, 30175 Hannover, die Staatspreisausstellung mit allen Wettbewerbs- und Siegerarbeiten zu sehen. Die Ausstellung ist von Di – Fr 11-18 Uhr und Sa 11-14 Uhr geöffnet. So, Mo und an gesetzlichen Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen. Der Eintritt ist kostenlos. Zur Ausstellung erscheint ein Online-Katalog, der im Internet zum Download bereit steht: www.hwk-hannover.de/staatspreis2016.

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Sabine Schlemmer-Kaune
Pressesprecherin
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Dr. Sabine Wilp
Leiterin Kommunikation + Veranstaltungsorganisation der Handwerkskammer Hannover
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