Landessieger, Kohler, 2020
Franz Fender
Steinmetz und Steinbildhauer FR Steinbildhauerarbeiten Jakob Kohler aus Hannover

Ausgezeichnete Gesell:innen-Elite

14 Landessiegerinnen und Landessieger kommen aus dem Handwerkskammerbezirk Hannover

Hannover, 17. November 2020. Sie haben die Konkurrenz hinter sich gelassen und tragen nach dem Kammersieg jetzt auch noch den Landessieg im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks davon. Damit haben sich vier Gesellinnen und zehn Gesellen aus dem Kammerbezirk Hannover als Beste ihres jeweiligen Berufs in Niedersachsen hervorgetan. Mit ihren beeindruckenden Leistungen bestätigen die Landessiegerinnen und Landessieger zugleich die hohe Qualität der betrieblichen Ausbildung im Handwerk.

„Auf diese jungen Talente können die Ausbildungsbetriebe, ihre Eltern und alle Handwerkerinnen und Handwerker stolz sein“, betont Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover. „Wir gratulieren nicht nur den Sieger:innen, sondern auch den Ausbildern und Unternehmern, die mit ihrer Topausbildungsleistung dazu beitragen, dass das Handwerk auch in Zukunft auf dringend gebrauchte Fachkräfte zurückgreifen kann.“

Mit ihrem Landessieg haben die erstplatzierten Gesellinnen und Gesellen nun die Endrunde im praktischen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks erreicht. „Wir drücken allen die Daumen, dass sie auf Bundesebene nochmals auf dem Siegertreppchen landen“, so Steinmann.

Leider kann coronabedingt eine Ehrung nicht persönlich und in gewohnt feierlicher Atmosphäre im Rahmen einer Festveranstaltung erfolgen. Aus diesem Grund werden alle Landessiegerinnen und Landessieger bald ein Überraschungspaket über die Handwerkskammer Hannover erhalten.

Näher vorgestellt: vier Landessieger:innen und ihre Berufe

Steinmetz und Steinbildhauer FR Steinbildhauerarbeiten Jakob Kohler aus Hannover

Landessieger, Steinmetz, Kohler
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Steinmetz und Steinbildhauer Jakob Kohler

Nach ein paar Semestern des Literatur- und Philosophiestudiums entschied sich Jakob Kohler gegen die Theorie und für etwas Handfestes. Durch ein Betriebspraktikum entdeckte er seine Vorliebe für das Material Stein und begann eine Ausbildung. „Das praktische Arbeiten selber und die Eigenschaften des Materials im Steinmetzhandwerk – Härte und Widerstand gepaart mit Formbarkeit – sind genau das Richtige für mich“, so Kohler. Nach der überaus erfolgreich abgeschlossenen Gesellenprüfung als Bester in Niedersachsen arbeitet er jetzt noch ein halbes Jahr bei seinem Ausbilder, Steinmetz- und Steinbildhauermeister Damjen Lajic in Beckedorf, bevor er zu einer selbst organisierten Wanderschaft aufbricht. Die erste Station soll, wenn die Corona-Situation es zulässt, eine renommierte Steinmetzwerkstatt im italienischen Carrara sein. Für ein Jahr erhält er über das Erasmus+ Programm eine Förderung des Auslandsaufenthalts. Danach möchte er noch für ein paar Jahre in Deutschland herumreisen und neue Techniken und Arbeitsweisen kennenlernen. „Nach der Ausbildung im Handwerk habe ich viele Perspektiven. Die Welt steht mir offen. Bevor ich entscheide, was ich langfristig mache, möchte ich diese Möglichkeiten in jedem Fall nutzen“, so der 26-Jährige.



Sattlerin FR Reitsportsattlerei Viktoria von Graevemeyer aus Burgdorf

Landessieger, Sattlerin, Graevemeyer
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Sattlerin Viktoria von Graevemeyer

Mit ihren 27 Jahren hat Viktoria von Graevemeyer bereits einen längeren und ungewöhnlichen Berufsweg hinter sich. Eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten war nicht das Richtige für sie. Dann kam ein Ausflug in die Beautybranche. Sie schloss ihre erste Ausbildung als Kosmetikerin ab, zog kurzzeitig ein Studium der Mathematik in Betracht. Dann kam ihre Schwester auf die rettende Idee: „Mach doch eine Ausbildung als Reitsportsattlerin, das machen nicht viele. Und Du kannst Dein Hobby zum Beruf machen.“ Ihre Eltern bewirtschaften ein Pferdegestüt. Nach dem Praktikum bei ihrem späteren Ausbildungsbetrieb, G. Passier & Sohn in Langenhagen, war ihr klar: „Das will ich machen!“ Ein Dreivierteljahr nach Lehrzeitende, sind ihre Pläne für die Zukunft bereits geschmiedet. „Ich bin kein Angestellten-Typ. Ich möchte mich möglichst bald selbstständig machen, denn mich reizt das ganze Aufgabenspektrum einer Unternehmerin: Das Handwerkliche, der Verkauf und der Umgang mit den Kunden. Mein Faible fürs Rechnen kommt mir sicherlich auch zugute“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.



Metallbauer FR Metallgestaltung Lasse Tjorven Much aus der Wedemark

Much, Landessieger, 2020, Metallbauer
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Metallbauer Tjorven Lasse Much

„Lasse lässt sich für alle Aufträge begeistern – sowohl in der Metallkonstruktion als auch in der Metallgestaltung. Von unserer umfassenden Ausbildung hat er sicherlich auch bei der Prüfung profitiert“, ist sich der Chef von Landessieger Lasse Tjorven Much, Jan Gerd Rhenius, sicher. Und dabei war es eher Zufall, dass der damals 17-Jährige in der Brelinger Schmiede seinen Traumberuf fand. Ein Praktikum überzeugte ihn von der Vielfalt des Berufs. Während der Ausbildung hat er sogar die Prüfung zum staatlich geprüften Hufbeschlagschmied abgelegt. „Außerdem brauche ich einen Job, in dem ich aktiv sein kann, wo ich jeden Tag sehe, was ich gemacht habe“, so Much. Ihn reizen die optisch feinen Arbeiten genauso wie die großen Projekte wie Tore, Bedachungen oder Zäune. Nach der Prüfung hat ihn sein Lehrherr unbefristet eingestellt. Seine Fähigkeiten und Kenntnisse will er dennoch Stück für Stück erweitern. „Als nächstes möchte ich mich zum Schweißfachmann weiter qualifizieren“, so Much.



Gebäudereinigerin Nina Marie Lange aus Obernkirchen

Landessieger, Gebäudereiniger, Lange
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Gebäudereinigerin Nina Marie Lange

Die Eltern spielen bei der Berufswahl ihrer Kinder oft eine große Rolle. So auch im Falle von Nina Marie Lange. Sie hatte in zwei Bereiche hineingeschnuppert – als Biochemische Assistentin und in der Gastronomie – aber schnell festgestellt: „Das ist nicht so meins!“. Dann wirkte der Vater daraufhin, dass sie seinen Beruf, den Gebäudereiniger, mal ausprobieren könne. So begann sie eine Ausbildung bei Breitner CleanTeam in Obernkirchen, wo ihr Vater als Meister beschäftigt ist. „Ich mag an meinem Beruf, dass man viel unterwegs ist und jeden Tag andere Aufgaben mit wechselnden Kollegen zu erledigen hat“, erläutert die Landessiegerin. Zum Ende der Ausbildung wurde es noch etwas kniffelig, aber auch das hat Lange gut hinbekommen. Im 3. Lehrjahr wurde sie schwanger, konnte aber die Theorieprüfung noch ablegen. Die praktische Prüfung verschob sie einfach um ein halbes Jahr. Dem Ergebnis hat es nicht geschadet. Die Zukunft hat sie auch schon klar im Blick. „Ich will auf jeden Fall meinen Meister machen, und ich interessiere mich für das Aufgabengebiet des Tatortreinigers“, erzählt die 23-Jährige. Hier ginge es um ganz andere Verfahren, Mittel und Arbeitsschutzmaßnahmen. „Das reizt mich und das kann ich berufsbegleitend machen.“

 

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