Stefan Burmeister-Wiese und Adriana Hesse von der Wiese Bestattungen KG begleiten trauernde Angehörige in den schwierigen ersten Stunden nach dem Verlust und darüber hinaus.
Becker
Stefan Burmeister-Wiese und Adriana Hesse von der Wiese Bestattungen KG begleiten trauernde Angehörige in den schwierigen ersten Stunden nach dem Verlust und darüber hinaus.

Das Bestatter-Handwerk: Die Lebenden und die Toten

Wenn ein Menschenleben zu Ende gegangen ist, beginnt die Arbeit von Bestattern. Jährlich stirbt ein Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung - und gut 150 Personen entscheiden sich für eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft.

Eine besonders kompetente von ihnen ist Adriana Hesse, die dank ihrer hervorragenden Bewertungen bei der Abschlussprüfung sogar zur Landessiegerin in ihrem Handwerk gekürt wurde. Ihr Ausbildungsbetrieb und jetziger Arbeitgeber ist die Wiese Bestattungen KG mit sechs Filialen in Hannover.

Der Beruf der Bestattungsfachkraft ist sehr facettenreich, er umfasst die Versorgung Verstorbener, die Beratung der Angehörigen sowie die Grabtechnik und Aufbewahrung, dazu gehören auch Arbeiten am eigentlichen Sarg. Außer über Fachwissen müssen Bestattungsfachkräfte über hohe emotionale Kompetenz verfügen. „Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Angestellten sich bei ihrer Arbeit an den Bedürfnissen der Kunden orientieren“, erklärt Stefan Burmeister-Wiese, der Geschäftsführer des Unternehmens. Es braucht Flexibilität in diesem Beruf. „Kein Tag ist wie der andere, man weiß morgens nie was einen erwartet“, meint Adriana Hesse. Das mache den Reiz ihres Handwerks aus.

Es sei, erzählen Chef und Mitarbeiterin, nicht immer einfach, mit den Emotionen von Hinterbliebenen konfrontiert zu sein. „Nach einem, Sterbefall gehören wir zu den ersten, die mit den Angehörigen sprechen“, erklärt Hesse. Die Angehörigen befänden sich dann oft in einer seelischen Ausnahmesituation. Dennoch empfindet sie den Kontakt mit den Menschen als interessantesten Part ihres Berufes. „Manche sind sehr emotional, manche sind sehr geschäftsmäßig“, berichtet sie.

Die Bestattungsfachleute unter den 20 Mitarbeitern der Wiese Bestattungen KG begleiten die Hinterbliebenen vom ersten Informationsgespräch bis nicht selten nach der Beisetzung. Nicht nur die Beratung und Betreuung der Angehörigen gehört also zur täglichen Arbeit. Die Verstorbenen müssen vom Sterbeort abgeholt und auf die Beisetzung vorbereitet werden. Sie werden eingekleidet und nach kosmetischen Gesichtspunkten behandelt. Dabei geht es auch darum, Hinterbliebenen, die den Verstorbenen vor der Trauerfeier noch einmal sehen möchten, einen würdigen Abschied zu ermöglichen.

Diese Vorbereitung Verstorbener stellt samt der Vorbereitung des Sarges und des Grabes den klassisch handwerklichen Teil des Berufes dar. Bestatter kümmern sich auch um die Abwicklung von Formalitäten und um die Dekoration und Organisation der Trauerfeier. Bei Wiese Bestattungen gibt es einen Raum für Trauerfeiern, in dem bis zu 80 Personen Platz finden. „Es ist einfach ein sehr vielseitiger Beruf“, sagt die junge Bestatterin. Sie habe durch Praktikum und Beruf gelernt, dass der Tod kein Thema sei, vor dem man Angst haben müsse.