Judith von Roon (re.) und Birte Holtmann (li.) in der Ausbildungswerkstatt beim Lackieren von Türrahmen.
Edelmann
Judith von Roon (re.) und Birte Holtmann (li.) in der Ausbildungswerkstatt beim Lackieren von Türrahmen.

Gegen den Fachkräftemangel

temps Malereibetriebe setzt nicht nur auf hohe Qualität in der Ausbildung, sondern insbesondere auf Frauen im Betrieb.

Hannover.- (ve) Die Firma temps Malereibetriebe in Neustadt am Rübenberge hat keine Probleme junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. Im Herbst hat der Handwerksbetrieb wieder 20 Lehrlinge im Maler- und Lackiererhandwerk, Fahrzeuglackiererhandwerk und im Bereich Büromanagement eingestellt. Über alle Lehrjahre hinweg sind 38  junge Männer und Frauen in der Ausbildung. „Es hat sich rumgesprochen, dass uns die Ausbildung wichtig ist und wir viel für unsere Lehrlinge tun“, sagt Judith von Roon, die bei temps u.a. für die Lehrgänge der Auszubildenden zuständig ist. Sie selbst ist Maler- und Lackierermeisterin und kann gut nachvollziehen, worauf junge Menschen heutzutage bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs achten. „Das Wir-Gefühl steht dabei ganz oben auf der Liste. Auch moderne Technik und die Zukunftsperspektiven im Betrieb spielen eine Rolle“, meint von Roon.

Im letzten Jahr hat der Betrieb ein eigenes über 700qm großes Schulungs- und Ausbildungszentrum in Betrieb genommen, das die Auszubildenden selbst mit gestalten durften. „Ob Tapezieren, Wärmedämmung, Wandgestaltung, Bodenbeläge oder Möbel und Türrahmen lackieren – hier kann das in der Theorie gelernte sofort praktisch umgesetzt werden. „In den Seminarräumen veranstalten wir regelmäßig Lehrgänge wie Knigge-Seminare, Sicherheitsschulungen und Fachvorträge für alle Mitarbeiter oder geben unseren lernschwächeren Lehrlingen und unseren Flüchtlingen Nachhilfeunterricht. Die erfolgreiche Gewinnung, Entwicklung und Bindung qualifizierter Nachwuchskräfte ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Zukunft eines jeden Unternehmens. Dabei spielt eine hohe Qualität in der Ausbildung eine große Rolle und diese versuchen wir zu gewährleisten“, so die Handwerksmeisterin.

Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Azubis und das Betriebsklima waren auch für Birte Holtmann ausschlaggebend, sich bei temps zu bewerben. „Nach der Schule wollte ich unbedingt etwas Praktisches machen. Bei der Suche in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Hannover bin ich auf den Eintrag der Firma temps gestoßen“, berichtet die 21-Jährige. Nach einem Praktikum, was bei temps alle potenziellen Auszubildenden durchlaufen, ging es los in die Ausbildung. „Dadurch, dass alle neuen Lehrlinge sogenannten Patengesellen zugeordnet wurden, hatte man in der ersten Zeit einen festen Ansprechpartner. Das hat den Berufseinstieg sehr erleichtert.“ Seit dem Sommer hat Birte Holtmann  ihren Gesellenbrief in der Tasche. Als Frau in einem männderdominierten Beruf zu arbeiten, findet sie „super“. „Ich habe noch nie negative Erfahrungen gemacht. Ganz im Gegenteil: Man hat eher das Gefühl, als wären die Kollegen dankbar, dass sie nicht nur unter Männern sind. Und auch Kunden reagieren durchweg sehr positiv“, so Holtmann.

Judith von Roon kann das nur bestätigen: „Frauen können genau so viel leisten wie Männer. Wenn man gut arbeitet, spielt das Geschlecht keine Rolle.“ Derzeit sind  zehn weibliche Auszubildende bei temps in Neustadt angestellt, hinzu kommen acht Gesellinnen und vier Meisterinnen. „Wir freuen uns, dass die Zahl der weiblichen Bewerberinnen für das Maler und Lackiererhandwerk steigt“, sagt von Roon. „Wir können nur alle Schulabgängerinnen ermuntern ins Malerhandwerk zu kommen. Man schafft eine gute Basis für viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten“, darin sind sich beide Handwerkerinnen einig. (27.11.2017)

Sie wollen auch die Qualität in der Ausbildung in Ihrem Betrieb verbessern? Dann wenden Sie sich an:

Bettina Wolf-Moritz
Beauftragte für Qualitätssicherung im Geschäftsbereich Bildung und Recht

Tel. (05 11) 3 48 59-72
Fax (05 11) 3 48 59-32
wolfmoritz--at--hwk-hannover.de