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Handwerk (er)leben: LINDENbackt!

Im zweiten Teil unserer Sommerserie stellen wir Ihnen hier und auf unseren Social Media Kanälen die Bäckerei LINDENbackt! vor.

Hannover.- (ak) In den letzten Jahren sinkt die Zahl der Bäcker-Azubis. Für das Jahr 2019 sind im Kammerbezirk Hannover noch etwa 20 Lehrstellen unbesetzt. Wenn sich immer weniger Jugendliche für das Bäckerhandwerk entscheiden, wer backt dann in Zukunft unsere Brötchen?

"Ich habe schon früher mit meinem Opa und meiner Mutter zu Hause am Ofen gestanden. Mein Opa hatte selber eine Bäckerei. Ich bin da so rein gewachsen", erinnert sich Raik Lampert. Nach der Schule fing er seine Ausbildung zum Bäcker an, mit 21 Jahren war er schließlich Geselle und jetzt ist Lampert Backstubenleiter von LINDENbackt!.

Genossenschaft gründet Biobäckerei

Zugegeben: LINDENbackt! ist keine konventionelle Bäckerei. Sie wird von einer Genossenschaft geführt und setzt auf nachhaltige Produktion. Das Team in der Backstube besteht aus zwei Bäckern, einer Aushilfe und einem Konditor. Die Arbeitsaufteilung ist eng aufeinander abgestimmt: einer macht den Teig, einer verarbeitet ihn, einer steht am Ofen und backt Brot und Brötchen.

"Wir fangen um 5 Uhr morgens an zu arbeiten. Zuerst werden die Brötchen und Süßwaren gebacken, danach das Brot", erklärt Lampert. Auf das frühe Aufstehen angesprochen, kann er nur müde lachen: "Ich habe nach meiner Gesellenprüfung in vielen verschiedenen Bäckereien gearbeitet. Nirgends ist es so entspannt wie hier. Wir haben viel mehr Freiheiten und strukturieren uns selbst. Wenn ich dann um 11 Uhr Feierabend mache, habe ich noch viel vom Tag."

Und es gibt noch einen weiteren Unterschied zu anderen Bäckereien: Standardisierte Rezepte sucht man bei LINDENbackt! vergebens. "Wir haben beim Backen großen Spielraum und können auch eigene Rezepte ausprobieren. Das Rezept für die Rosinenbrötchen kommt zum Beispiel von meiner Mutter. Wichtig ist uns, dass unsere Zutaten aus der Region angeliefert werden."

Den Fachkräftemangel gebacken kriegen!

Ab Februar 2020 bildet die Biobäckerei sogar selbst aus. "Wenn ich meinen Meister in der Tasche habe, geht’s los. Den Ausbilderschein habe ich bereits", erzählt Lampert. Nach einer geeigneten Auszubildenden mussten der 35-Jährige und sein Team nicht lange suchen. Wer hier in Zukunft die Brötchen backt, ist also sicher. (24.07.2019)



Fotos aus der Backstube finden Sie hier:

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