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Herbst-Konjunktur 2021: Handwerk weiterhin stabil

Die Umfrageergebnisse zeigen eine sehr gute Stimmung im Handwerk. Besonders in der Bau- und Ausbaubranche ist die Geschäftslage auf einem Spitzenniveau.

Hannover, 20. Oktober 2021. - „Die Stimmung im Handwerk ist in Gesamtbetracht sehr gut und mit Blick auf die zukünftige Entwicklung durchaus optimistisch“, fasst Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, die aktuellen Umfrageergebnisse zusammen. Die Geschäftslage werde mit 150 Indexpunkten trotz fortdauernder Restriktionen als sehr positiv bewertet. „Darüber hinaus ist die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung insgesamt gut“, so der Hauptgeschäftsführer weiter. Dies spiegele sich in den Umfrageergebnissen auch insoweit wider, als dass saldiert 18 Prozent der Betriebe von steigenden Umsätzen ausgehen und acht Prozent weitere Beschäftigte einstellen wollen.

Nachfrage entwickelt sich weiter positiv

„Mit Spannung haben wir den Umfrageergebnissen des dritten Quartals entgegengesehen“, stellt Dietmar Rokahr, Geschäftsführer Wirtschaft, klar. „Sämtliche Handwerksbranchen berichten aktuell von einer besseren Geschäftsdynamik als noch im Frühjahr“, führt Rokahr weiter aus, und betont: „Nach rund eineinhalb Jahren Auswirkungen pandemiebedingter Einschränkungen, ist wiederholt festzustellen, dass sich die Geschäftslage in allen Regionen des Kammerbezirks und der Landeshauptstadt Hannover verbessert hat.“

Regional verlief die Entwicklung im Kammerbezirk mit Blick auf die Landkreise und die Stadt Hannover insgesamt sehr homogen. „Die aktuelle Geschäftslage zeigt sich in allen Regionen des Kammerbezirks deutlich stärker als noch im Frühjahr, allen voran der Landkreis Schaumburg. Dieser erreichte mit einem Zuwachs von 34 Punkten den Spitzenwert 168 Punkten in der Region“, stellt Dietmar Rokahr, Geschäftsführer Wirtschaft, fest. Ebenfalls stark verbessert ist die Geschäftslage in der Region Hannover mit 158 Punkten, ein Zuwachs von 47 Punkten, und Hameln-Pyrmont mit 153 Punkten, ein Zuwachs von 44 Punkten. Auch in der Stadt Hannover, die im Frühjahr hinsichtlich der Geschäftslage in den negativen Bereich abgerutscht war, zeigen die Umfragewerte eine deutlich optimistischere Stimmung. „Aktuell liegt der Lageindikator hier bei 138 Punkten, ein Zuwachs von ganzen 41 Indexpunkten“, sagt Rokahr. Das Handwerk sei auch in der Landeshauptstadt mit vielen Betrieben in den Branchen der Dienstleistungsgewerke zwar grundsätzlich wieder in einem Aufschwung. Über den Berg sind sie jedoch noch nicht. Die Betriebe sind nach wie vor auf die Überbrückungshilfen und Kurzarbeit angewiesen.

Erwartete Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten trüben Zukunftsprognosen

Demgegenüber steht eine wenig optimistische Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Im Landkreis Schaumburg beträgt die Differenz zur Beurteilung der aktuellen Lage 74 Punkte, und liegt damit bei 94 Punkten. In den übrigen Regionen sind die Erwartungen jedoch im positiven Bereich und gehen nicht unter den Wert von 104. „Alles in allem wird hier die Verunsicherung der Handwerksbetriebe, etwa hinsichtlich weiterer, möglicher Infektionsschutzmaßnahmen sowie Preissteigerungen oder Lieferschwierigkeiten für Vorprodukte deutlich”, betont Rokahr.

Gewerkespezifisch: Entwicklung und Erwartung mit deutlichen Unterschieden

Heterogen ist die Entwicklung auch bei Betrachtung der unterschiedlichen Handwerksbranchen. „Während Bau- und Ausbauhandwerk nicht nur weitestgehend unbeschadet durch die Krise gekommen sind, sondern einen regelrechten Boom erleben, haben die Gewerke Kfz und Dienstleistungen weiter mit Corona-bedingten Restriktionen und Marktverwerfungen zu kämpfen“, nimmt Matthias Lankau, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Unternehmensberatung, Stellung zu den branchenbezogenen Umfragewerten.

Am schwierigsten sei die Lage in den Dienstleistungshandwerken, wie die Friseure und Kosmetiker. „In Betracht der weiter vorherrschenden Infektionsschutzmaßnahmen ist es wenig verwunderlich, dass die aktuelle Lage größtenteils negativ bewertet wird“, resümiert Lankau. Sie hemmen die Geschäfte, weshalb die Mehrzahl der Betriebe mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden ist. Überbrückungshilfen und Kurzarbeit werden immer noch nachgefragt. Dennoch lässt sich auch hier ein Licht am Ende des Tunnels sehen.  Nachdem die Stimmung im Frühjahr auf den Tiefpunkt von 58 Indexpunkten gerutscht ist, hat sie sich nun wieder ins Positive gedreht. Der Geschäftsklimaindex erreicht aktuell einen Wert von 101, ein Zuwachs von 42 Punkten. „Mit einer nennenswerten Verbesserung rechnen die Betriebe aber dennoch nicht“, hält Lankau die Umfrageergebnisse fest. Diese Skepsis der Dienstleistungsbetreibe begründen sie vor dem Hintergrund einer möglichen vierten Infektionswelle und den bisherigen Erfahrungen während der Corona-Pandemie.

Eine getrübte Stimmung lässt sich ebenfalls im Kraftfahrzeughandwerk ausmachen. Trotz des starken Werkstattgeschäfts, das die Branche aktuell durch die Corona-Krise trägt. Grund ist die pessimistische Zukunftserwartung der Kfz-Händler. Aufgrund der derzeitigen Lieferengpässe für Vorprodukte der Neuwagenproduktion stockt der Nachschub für Neu- sowie hochwertige Gebrauchtwagen. Hinzu kommen Unsicherheiten der Verbraucher hinsichtlich der Antriebsarten der Zukunft und des motorisierten Individualverkehrs in den Städten.

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Alle Umfrageergebnisse finden Sie hier.

Grafiken zu den Umfrageergebnissen stehen hier zum Download bereit.