Will hier in Hannover beruflich Fuß fassen: Victor Cabrera de Torro aus Spanien.
Handwerkskammer Hannover
Will hier in Hannover beruflich Fuß fassen: Victor Cabrera de Torro aus Spanien.

Kfz-Mechatroniker aus Madrid: Gekommen, um zu bleiben

Victor Cabrera de Toro will statt in Spanien in Deutschland als Handwerker arbeiten. Eine Stelle hat der Kfz-Mechatroniker bereits. Aber um als Fachkraft arbeiten zu können, muss seine Ausbildung anerkannt werden.

Hannover.- (shh) Vor einem Jahr ist Victor Cabrera de Toro von Spanien nach Deutschland ausgewandert, um in Hannover beruflich Fuß zu fassen. Während er als Kfz-Mechatroniker bei der Autopark Hackerott GmbH & Co. KG arbeitet, lief sein Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Berufsqualifikationen durch die Handwerkskammer Hannover. Das Ergebnis liegt jetzt vor.

„Die Anerkennung würde mir sehr viel bedeuten. Es würde mich stolz machen, zu wissen, dass man außerhalb seines Landes anerkannt wird“, sagt der in Madrid aufgewachsene Cabrera de Toro. Damit dies gelingt, musste sein im Ausland erworbener Berufsschulabschluss mit einem deutschen Ausbildungsberuf verglichen werden.

Für mehr Transparenz und bessere Integration

Entscheidend ist, ob die Berufsqualifikation mit dem deutschen Referenzberuf gleichwertig ist. Wenn nicht, können Unterschiede durch sonstige Befähigungsnachweise und einschlägige Berufserfahrung ausgeglichen werden. Der 25-Jährige hat eine Berufsausbildung mittleren und höheren Grades in Kraftfahrzeugmechanik vorgelegt.

Ziel dieses Verfahrens ist es, für Unternehmen in Deutschland eine Transparenz über ausländische Berufsqualifikationen zu schaffen und Migrantinnen und Migranten die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Denn durch eine Berufsanerkennung wird der ausländische Ausbildungsabschluss rechtlich einem deutschen Ausbildungsberuf gleichgestellt. Dadurch ist zum Beispiel eine höhere Eingruppierung als Facharbeiter möglich.

Begeisterung für Handwerk bereits in der Kindheit

Dass sich Cabrera de Toro für den Bereich Kraftfahrzeugmechatronik entschieden hat, führt er auf seine Kindheit zurück. „Ich habe gerne kleine Dinge abgebaut und wieder zusammengebaut, um herauszufinden, wie sie funktionieren“, sagt der 25-Jährige.  Außerdem hat er Autos schon immer geliebt. „Als ich klein war, habe ich mir jedes Fahrzeugmodell angeschaut und schon mit acht Jahren meinem Vater geholfen, sein Auto zu reparieren“, erinnert sich der heutige Kfz-Mechatroniker.

Dass er in Deutschland seine Zukunft als Handwerker sieht, hat mehrere Gründe. Zum einen sieht der 25-Jährige Deutschland als globalen Spitzenreiter in der Industrie, zum anderen findet er, „dass hier die besten Automarken ansässig sind“. Ein weiterer Beweggrund könnte auch die Arbeitssituation in Spanien sein. Das Land hat die zweithöchste Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union.

Deutsche Sprache als große Herausforderung

Doch der Anfang bei Autopark Hackerott GmbH & Co. KG war wegen der sprachlichen Barriere nicht einfach. „Ich muss mich bei meinen Kollegen und Kolleginnen bedanken, dass sie mir die Zeit gegeben haben, jeden Tag ein bisschen besser zu werden“, sagt der 25-Jährige. Um seine Deutschsprachkenntnisse weiter zu verbessern, geht er freitags in die Sprachschule. So könne Cabrera de Toro sich leichter und schneller sozial integrieren.

Die Bearbeitungsfrist des Anerkennungsverfahrens dauert drei Monate, nachdem alle Unterlagen vorgelegt wurden. Dabei müssen die Kosten von 100 bis 600 Euro vom Antragsteller bzw. von der Antragstellerin getragen werden. Am Ende kann das Verfahren zwei Ergebnisse auf der „Gesellenebene“ haben: Die vollständige Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsausbildung mit einem deutschen Referenzberuf oder, wie im Falle von Cabrera de Toro, die teilweise Gleichwertigkeit. Dabei werden die positiv vorhandenen Berufsqualifikationen und die wesentlichen Unterschiede konkret beschrieben.

Das Ergebnis des Anerkennungsverfahrens hat der 25-Jährige bereits bekommen und seinem Arbeitgeber vorgezeigt. Dieser hat ihm im Gegenzug einen Arbeitsvertrag angeboten. Cabrera de Torros handwerklichen Zukunft, in Hannover zu arbeiten, steht somit nichts mehr im Wege.

Ansprechpartnerin:

Silva Sahakian-Plettscher
Juristische Mitarbeiterin

Tel. +49 511 34859 423
Fax +49 511 34859 432
anerkennungsberatung--at--hwk-hannover.de

Weiteres:

Nähere Informationen zu den Angeboten der Handwerkskammer im Bereich der Berufsanerkennung finden Sie hier.

Das Infoblatt zur Berufsanerkennung finden Sie hier: