Zukunftstag auf dem Campus Handwerk: 15 Schülerinnen probierten sich in den Bereichen Kfz und Tischlerei aus.
Handwerkskammer Hannover
Zukunftstag auf dem Campus Handwerk: 15 Schülerinnen probierten sich in den Bereichen Kfz und Tischlerei aus.

Zukunftstag begeistert 26 Mädchen und Jungs

Während 15 Schülerinnen in den Werkstätten des Campus Handwerk ihr handwerkliches Talent erprobten, erkundeten elf Schüler die verschiedenen Bereiche der Verwaltung der Handwerkskammer.

Hannover/Garbsen.- (shh) Nachdem 2020 der Zukunftstag Corona-bedingt abgesagt werden musste und im vergangenen Jahr rein digital stattfand, war es am heutigen Donnerstag wieder soweit: Die Handwerkskammer Hannover öffnete für Schülerinnen und Schüler wieder ihre Türen auf dem Campus Handwerk in Garbsen sowie in der Verwaltung in der Berliner Allee.

Handwerk ausprobieren

Das Interesse in die Werkstätten und die Aufgaben der Verwaltung einzutauchen war größer als je zuvor. „Die freien Plätze waren bereits nach wenigen Minuten im Girls´ und Boys´ Day-Radar ausgebucht. 15 Mädchen und 11 Jungen konnten wir die Möglichkeit geben, in die Welt des Handwerks und des hoheitlichen Arbeitens einer Handwerkskammer reinzuschnuppern“, sagt Ann-Kathrin Arndt, Pressereferentin und Organisatorin des Zukunftstages in der Handwerkskammer Hannover.

Getreu dem Motto der bundesweiten Aktion „Handwerk erleben“ durften die 15 Schülerinnen direkt mit anpacken. In der Kfz-Werkstatt wurden Zündkerzen aus einem Zylinderkopf herausgeschraubt, Autoreifen an Fahrzeugen montiert und demontiert sowie Schlüsselanhänger aus Metall lackiert. In der Tischler-Werkstatt konnten sich die 10- bis 17-Jährigen kreativ austoben. Die Aufgabe: Eine Cube-Box bauen. Dafür standen Bohrer, Feile, Leim und vieles mehr an den Werkbänken zum Einsatz bereit.

Werkstätten des Campus begeistern Mädchen

"Ich arbeite gerne mit Holz und finde es toll, dass wir hier viel selbst ausprobieren können", sagte Tabea, während sie den Deckel der Cube-Box mit einer Feile bearbeitete. Auch Fybie war begeistert. Sie experimentiert sehr gerne, deshalb war die Tischlerei-Werkstatt mit den verschiedenen Werkzeugen genau das Richtige für sie. Doch auch die Kfz-Werkstatt mit ihren vier Stationen brachte viel Spaß. "Mir hat besonders gut das Lackieren gefallen", sagte Lisa. Ihr Fazit: "Es ist ein toller Tag. Wir bekommen hier viele Einblicke in die Arbeitswelt, um eine Vorstellung zu bekommen, was wir in den nächsten Jahren machen wollen."

Immer an der Seite der Schülerinnen waren weibliche Auszubildende aus den Bereichen Kfz und Tischlerei. Sie begleiteten die einzelnen Stationen, erklärten die Arbeitsschritte und beantworteten die Fragen der Mädchen. Darunter war die 17-jährige Imke Ahrens, die eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert. "Ich finde es wichtig, das mehr Mädchen ins Handwerk kommen. Ich selber habe meine Freude daran und will, das mehr Mädchen einen Einblick bekommen, wie viel Spaß es machen kann", begründete die 17-Jährige ihre Motivation beim Zukunftstag dabei zu sein.

Durch Detektivarbeit Aufgaben der Handwerkskammer kennenlernen

In der Verwaltung der Handwerkskammer Hannover war bei den zehn Jungs detektivisches Gespür gefragt. Denn die Handwerksrolle wurde gestohlen. Bei einer Schnitzeljagd, die über QR-Codes, Audios und klassische Hinweise auf Papier die analoge und digitale Welt verbunden hat, lernten die Schüler die verschiedenen Aufgabenbereiche der Verwaltung und die Handwerksorganisation kennen.

„Für uns als Handwerkskammer ist der Zukunftstag eine wertvolle Veranstaltung“, betont Marie-Luise Langer, Personal, die mitverantwortlich ist für das Recruiting. „Wir bilden selbst aus und haben von Meisterinnen und Meistern am Campus Handwerk, über Fachkräfte in den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, bis hin zu Volljuristinnen und Volljuristen ein breites Profilportfolio zu besetzen.“ Daher habe es Spaß gemacht, den Ausbildungsberuf des Verwaltungsfachangestellten vorzustellen und die für die Ausübung der hoheitlichen Tätigkeiten relevanten Berufsbilder vorzustellen.

Zukunftstag mit Purpose

Ziel der Veranstaltung auf dem Campus Handwerk ist es, Schülerinnen der Klasse 5 bis 10 für handwerkliche Berufe zu begeistern. „Dafür bieten wir den Schülerinnen die Chance, spannende Lehrwerkstätten auf dem Campus kennen zu lernen“, erklärt Ausbildungsberaterin Sonja Plötz, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Malwine Dubik die Schülerinnen auf dem Campus begleitet hat. „Wir möchten begeistern und Mädchen dazu ermutigen, sich nach der Schule für einen Handwerksberuf zu entscheiden. Seit 13 Jahren laden wir zum Abenteuer Werkstatt auf den Campus Handwerk ein. Durch ausprobieren erleben, dass man als Mädchen tolle Berufe im Handwerk findet – das mitzuerleben ist großartig“, fügt Malwine Dubik hinzu. Zu dem Zweck sind ausschließlich weibliche Auszubildende von hannoverschen Handwerksbetrieben zur Unterstützung vor Ort. „Das Konzept fahren wir bewusst, denn die Frauen erfüllen natürlich automatisch auch eine Vorbildfunktion.“

Inwieweit Schülerinnen über den Zukunftstag auf dem Campus ins Handwerk finden, lässt sich nicht messen. „Wir haben hier auch sehr junge Schülerinnen, bei denen die Entscheidung, was sie später einmal machen möchten, noch weit in der Zukunft liegt“, so Dubik. Aus diesem Grund sei es – bis auf kleine Feedbackrunden – kaum möglich nachzuvollziehen, ob die Entscheidung ins Handwerk zu gehen durch den Girls‘ Day motiviert ist. „In erster Linie ist der bundesweite Aktionstag eine wichtige Säule für die Berufsorientierung gerade auch im Kontext technischer Berufe. Denn gerade auch diese bieten spannende Möglichkeiten“, so Dubik weiter. Allerdings sagten viele der teilnehmenden Mädchen, beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen, dass sie große Lust hätten, jetzt Tischlerin oder Kfz-Mechatronikerin zu werden.

Ohne, dass der kausale Zusammenhang hergestellt werden kann, kann in einigen Handwerkberufen eine Steigerung weiblicher Handwerker festgestellt werden. Darunter ist zum Beispiel der Beruf der Tischlerin. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Ausbildungsverhältnisse bei 48. Das sind 12 mehr als 2020, mit einem Trend, der sich auch in den Vorjahren schon gezeigt hat. Über die vergangenen vier Jahre hinweg gab es in der Gruppe des Holzhandwerks mit einem leichten Knick 2019 absolut betrachtet eine Steigerung: Waren es 2018 noch 40 Ausbildungsverhältnisse mit jungen Frauen, so stieg die Zahl an mit weiblichen Auszubildenden besetzten Lehrstellen 2019 auf 50 an und bewegt sich relativ stabil auf diesem Niveau. In der Gesamtbetrachtung der Ausbildungsverhältnisse im Tischler-Handwerk zeigt sich eine durchwachsene Entwicklung. Waren es 2018 insgesamt 315 Ausbildungsverhältnisse, stiegen diese im Folgejahr auf 365 an. Seit 2020 hält sich die Zahl der Ausbildungsverhältnisse stabil auf 334.

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