Team der Dachdeckerei alles beDacht mit Ausbildungsberater Christian Bunzel stehen zusammen in der Bauhalle.
Handwerkskammer Hannove/Edelmann
Ausbildungsberater Christian Bunzel (re.) hilft dem Team der Dachdeckerei alles beDacht (v.l.n.r.: Büroorganisatorin Natascha Abou Lebdé, Betriebsinhaber Stefan Bollwitte, Dachdeckergeselle Tinujei Mendoza und Dachdecker-Azubi Timm Kraudelt) dabei, ihre Ausbildungsqualität zu optimieren.

Qualität in der Ausbildung (primAQ)„Besser geht immer“

Hannover.- (ve) An diesem Vormittag dreht sich bei der Dachdeckerei „Alles beDacht“ in Hameln nicht nur alles um Dächer, sondern vor allem um gute Ausbildung. Ausbildungsberater Christian Bunzel von der Handwerkskammer Hannover ist zu Gast bei Dachdeckermeister Stefan Bollwitte. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was im Betrieb in Sachen Ausbildung bereits gut läuft – und wo noch Potenzial steckt.



Entwicklungsgespräch zur Ausbildungsqualität

Der Anlass für den Termin ist ein sogenanntes Entwicklungsgespräch zur Ausbildungsqualität. Dafür nutzt Bunzel einen umfassenden Diagnosebogen, den die Handwerkskammer eigens entwickelt hat und der mittlerweile von rund 30 Kammern in Deutschland eingesetzt wird. „Wenn Betriebe auf uns zukommen, um zu schauen, was sie in Sachen Ausbildung vielleicht schon gut machen und was sie noch besser machen können, nutzen wir für die Erstaufnahme gerne unseren Diagnosebogen“, erklärt Bunzel. „Mithilfe eines Ampelsystems können wir gemeinsam mit dem Betrieb einen guten Überblick über den aktuellen Stand gewinnen und erkennen, in welchen Bereichen noch Optimierung möglich ist“, erklärt der Ausbildungsexperte.

Gründliche Bestandsaufnahme im Betrieb

Für das Gespräch haben sich Stefan Bollwitte und seine Mitarbeiterin Natascha Abou Lebdé, die im Betrieb die organisatorischen Aufgaben rund um die Ausbildung übernimmt, einen ganzen Vormittag freigehalten. Drei bis vier Stunden sind eingeplant, um gemeinsam den Ist-Zustand zu analysieren. Dabei werden sämtliche Phasen der Ausbildung betrachtet – von der Nachwuchsgewinnung bis zum Arbeitsalltag der Auszubildenden. Der Betrieb schätzt sich selbst ein, formuliert Wünsche und definiert Ziele für die Zukunft.



Stärken: Nachwuchsgewinnung und moderner Ausbildungsalltag

Schnell wird deutlich: Viele Bereiche stehen bei der Dachdeckerei bereits auf „grün“. Vor allem bei der Nachwuchsgewinnung sieht Christian Bunzel den Betrieb gut aufgestellt. „Sie sind in Schulen unterwegs, auf Ausbildungsmessen in der Region präsent und bieten Praktika an. Dadurch mangelt es Ihnen auch nicht an Bewerbungen“, resümiert der Ausbildungsberater. Auch im Ausbildungsalltag setzt der Betrieb auf moderne und praxisnahe Lösungen. Alle Auszubildenden erhalten eigene Tablets und Handys, mit denen sie ihr digitales Berichtsheft führen können. Regelmäßige gemeinsame Ausflüge stärken zusätzlich den Teamgeist.



Verbesserungspotenziale und neue Ideen

Beim Blick auf den ausgefüllten Diagnosebogen sieht Christian Bunzel dennoch Potenzial für weitere Verbesserungen. So könnte der Betrieb künftig gezielter weibliche Auszubildende ansprechen und die eigene Website entsprechend anpassen. Auch ein konkretes Anforderungsprofil für Bewerberinnen und Bewerber könne helfen, die Firmenphilosophie klarer zu vermitteln. Weitere Ideen betreffen eine sichtbare Ausbildungstafel für den aktuellen Lernstand der Azubis, eine regelmäßige Gesprächskultur im Betriebsalltag sowie ein noch strukturierteres Onboarding. Denkbar sei dabei auch eine Zusammenarbeit mit anderen Dachdeckereien in der Region, um gemeinsame Regeln und Standards für Auszubildende zu entwickeln.

Kontinuierlicher Austausch und Qualitätssiegel „primAQ“

„Ich bin total froh, dass wir das Thema angegangen sind. Es ist schön zu hören, dass wir schon vieles richtig machen, aber besser geht ja immer“, sagt Stefan Bollwitte mit einem Schmunzeln. Für die Dachdeckerei stehen nun einige Aufgaben auf dem Plan, die gemeinsam mit dem Ausbildungsberater angegangen werden sollen. „Für jeden Betrieb sind der zeitliche Rahmen und die Ziele individuell“, erklärt Bunzel. „Etwa alle sechs Wochen tauschen wir uns darüber aus, wo Herausforderungen aufgetreten sind und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.“ Nach dem Erstgespräch erhielten die Betriebe außerdem konkrete Handlungsempfehlungen sowie Hinweise auf Workshops und Weiterbildungsangebote für Ausbilderinnen, Ausbilder und Auszubildende. Wenn Betriebe ihre Ausbildungsqualität langfristig weiterentwickeln und bestimmte Kriterien erfüllen, können sie sich am Ende zudem mit dem Qualitätssiegel „primAQ“ als besonders ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb zertifizieren lassen.



Blick in die Zukunft: Ausbildung als Investition

Für Stefan Bollwitte wäre eine solche Auszeichnung natürlich ein schönes Ziel. Im Vordergrund stehe für ihn aber vor allem, die eigenen Abläufe weiter zu verbessern und die Ausbildung im Betrieb stetig weiterzuentwickeln. „Wer heute in gute Ausbildung investiert, deckt nicht nur Dächer, sondern auch den Fachkräftebedarf von morgen.“ (06.07.2026)

Kontakt

Christian Bunzel

Ausbildungsberater

Tel. +49 511 34859 477

Fax +49 511 34859 432

bunzel--at--hwk-hannover.de



 Workshopreihe „Ausbildung zur Chefsache machen“

Für Betriebe, die zunehmend Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, bietet die Handwerkskammer Hannover die kostenlose Online-Workshopreihe „Ausbildung zur Chefsache machen!“ an. Infos unter www.hwk-hannover.de/workshops



 Infos zum Qualitätssiegel „primAQ" finden Sie unter www.hwk-hannover.de/primaq