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Betriebe blicken zuversichtlich in die Zukunft!

Handwerkskonjunktur im Frühjahr 2015 im Handwerkskammerbezirk Hannover

Hannover, 09. April 2015.- "Die Stimmung im Handwerk ist verhalten, die Betriebe blicken aber zuversichtlich in die Zukunft.“ Das machte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, Jans-Paul Ernsting, bei der Vorlage des aktuellen Konjunkturberichts deutlich. "Gegenüber dem Vorjahresquartal ist der Geschäftsklimaindex um 2,5 Punkte auf 64,5 Indexpunkte angestiegen“, erklärte er. Während die Auftragseingänge mehr oder minder gleich geblieben seien, nahmen die Umsätze in 15 Prozent der befragten Betriebe ab. Auch die Kapazitätsauslastung ging deutlich zurück.

Ernsting wies darauf hin, dass sich der Preisüberwälzungsgrad leicht verbessert habe. Die Investitionstätigkeit zeige im Vergleich zum Vorquartal keine Veränderung. Sehr erfreulich sei, dass die Beschäftigtenzahlen zum zweiten Mal in Folge zugenommen haben. Zwar haben sieben Prozent der befragten Betriebe Personal abgebaut, gleichzeitig stockten neun Prozent ihren Mitarbeiterstamm auf.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Hannover optimistisch in die Zukunft blicken. Besonders erfreulich: Es ist davon auszugehen, dass die Beschäftigtenzahl im Gesamthandwerk weiter steigen wird. So plant per saldo acht Prozent der Betriebe weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen. Auch bei den Umsätzen wird ein deutliches Plus erwartet. Das gilt insbesondere für das Kraftfahrzeughandwerk. Die Investitionsneigung der Betriebe ist hingegen gering ausgeprägt. Lediglich die Kfz-Werkstätten und das Handwerk für den gewerblichen Bedarf planen, ihr Investitionsbudget zu erhöhen. Eine grundlegende Trendwende bei der Preisentwicklung erwarten die befragten Handwerksbetriebe nicht.

Bau- und Ausbauhandwerk
Dank des milden Winters, in dem es kaum witterungsbedingte Pausen gab, ist das Bauhandwerk mit seiner baukonjunkturellen Entwicklung zufrieden. Aufträge und Umsätze sind wie im Vorjahresquartal leicht zurückgegangen, allerdings mit nachlassender Dynamik. Während 14 Prozent der Betriebe einen höheren Auftragseingang meldeten, verzeichneten 35 Prozent einen Umsatzrückgang.
Im Ausbauhandwerk sank der Geschäftsklimaindex um einen halben Punkt auf 69,5 Indexpunkte. Die Auftragszuwächse waren – gemessen am Gesamthandwerk – weit überdurchschnittlich, sodass die Verkaufspreise in per saldo 4 Prozent der befragten Betriebe angehoben werden konnten.

Zuliefererhandwerk
Sehr erfreulich ist die konjunkturelle Entwicklung im hannoverschen Zuliefererhandwerk. Mit einem Indexwert von 80,5 Punkten bei der Beurteilung der eigenen Geschäftslage ist das Stimmungsbarometer um 14,5 Indexpunkte gestiegen. Die gute Geschäftsbeurteilung ist dabei auf die hervorragende Auftragslage zurückzuführen.

Kraftfahrzeughandwerk
Die Stimmungslage im Kraftfahrzeughandwerk ist ziemlich verhalten. Mit 52,5 Indexpunkten bildet die Beurteilung der Geschäftslage das Schlusslicht unter allen Handwerksbranchen. Die Auftragseingänge waren per saldo zwar positiv, denn jede zehnte Kfz-Werkstatt meldete ein Auftragsplus. Aber ein gleich hoher Betriebsanteil hatte ein Umsatzminus zu verzeichnen. Dafür entwickelte sich die Beschäftigung gut. In fünf Prozent der befragten Kfz-Werkstätten wurden per saldo Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt.

Nahrungsmittelhandwerk
Die Geschäftsbeurteilung im Nahrungsmittelhandwerk ist mit 65,5 Indexpunkten unverändert. Grund dafür ist eine recht gute Auslastung der Betriebe, die dennoch zu einem Abbau von Beschäftigten in per saldo sieben Prozent der Betriebe führte.
Dienstleistungs- und Gesundheitshandwerke
In den Dienstleistungs- und Gesundheitshandwerken sieht es nicht ganz so freundlich aus. Mit einer Geschäftslagebeurteilung von 54 Indexpunkten in den Dienstleistungshandwerken und 58 Punkten bei den Gesundheitshandwerken liegen diese Branchen deutlich unter dem Durchschnittswert im Gesamthandwerk.

Regionalanalyse
Die Regionalanalyse zeigt lediglich im Landkreis Nienburg und im Landkreis Schaumburg einen konjunkturellen Aufwärtstrend. Spitzenreiter ist der Landkreis Nienburg mit einem Indexwert von 73,5 Punkten. Der Landkreis Schaumburg legte mit einem Geschäftsklimaindex von 59,5 Punkten - im Vergleich zu 48 Punkten im Vorjahresquartal - deutlich zu. An zweiter Stelle bei der Bewertung der Regionalkonjunkturen liegt der Landkreis Hameln-Pyrmont mit 67,5 Punkten.

In der Region Hannover mit der Landeshauptstadt Hannover wurden 66 Indexpunkte erzielt und im Landkreis Diepholz 57,5 Punkte. Damit meldeten die Betriebe des Landkreises Diepholz das schlechteste Ergebnis im Vergleich mit den anderen Regionen.

Die Beurteilung der Konjunktur hängt wieder einmal mit der regionalen Auftragsentwicklung und mit der Auslastung der betrieblichen Kapazitäten zusammen. Die Erwartungen hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufes sind insbesondere in der Region Hannover verhalten. Die Betriebe im Landkreis Nienburg hingegen sind sehr optimistisch angesichts erwarteter Umsatzzuwächse.

Ansprechpartnerinnen für die Medien:
Dr. Sabine Wilp

Rosemarie Colberg