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Coronavirus: Auswirkungen auf Ausbildung und Prüfung

Auch auf die Ausbildungs- und Prüfungssituation wirkt sich die Corona-Krise aus. Wir haben eine Übersicht über die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

+++Wichtige Vorab-Informationen für die Abschlussprüfungen bei den Kaufleuten für Büromanagement sowie für die Automobilkaufleute+++

Aufgrund der aktuellen Lage wurden die Prüfungstermine für die bundeseinheitlichen schriftlichen Abschlussprüfungen Sommer 2020 in den kaufmännischen Ausbildungsberufen verschoben. Die ursprünglich vorgesehenen April-Termine entfallen.

Voraussichtlicher Ersatztermin Abschlussprüfung Sommer 2020

Wir haben geplant, die schriftlichen kaufmännischen Prüfungen am Donnerstag, 18.06. und Freitag, 19.06.2020 nachzuholen, sofern sich die Risikoeinschätzung bis zu diesem Zeitpunkt soweit verbessert hat, dass im Einklang mit den für die Pandemie-Bekämpfung zuständigen Behörden die Prüfungen gefahrlos für alle Teilnehmenden durchgeführt werden können. Die genaue Planung geht Ihnen in einem gesonderten Rundschreiben noch rechtzeitig zu.

Nachholung der abgesagten Teil-1-Prüfung Kaufleute für Büromanagement

Für die am 19. und 20.03.2020 abgesagten Teil-1-Prüfungen der Kaufleute für Büromanagement wurde folgende Regelung getroffen: Die Auszubildenden sollen die Prüfung zum nächsten regulären Termin am 28. und 29.09.2020 nachholen. Ggf. wird wegen der höheren Prüflingszahlen auch noch ein dritter Prüfungstag mit weiteren zwei Versionen angeboten.

Ausschließlich für diejenigen Auszubildenden im Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, die im Sommer 2020 die Teil-2-Prüfung ablegen und zum Abschluss ihrer Ausbildung unbedingt vorher die Teil-1-Prüfung abgelegt haben müssen, wird für die Teil-1-Prüfung ein Ersatztermin am Montag, 15.06.2020, voraussichtlich nachmittags angeboten. Dieser Termin ist aber nur den genannten Auszubildenden vorbehalten, alle anderen werden zum nächsten regulären Termin im September geprüft.

Diese Vorab-Informationen ersetzen nicht die Einladungen zur Prüfung. Selbstverständlich wird jeder Prüfling rechtzeitig vor den Prüfungen persönlich und schriftlich angesprochen und eingeladen, unabhängig davon, ob die prüfungen jetzt an den o.a. Terminen durchgeführt werden oder diese erneut verschoben werden müssen. Bitte sehen Sie daher von weiteren telefonischen Rückfragen ab.

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Hannover.- (see) Während der Corona-Krise ändert sich bei den Ausbildungsverträgen und den dort formulierten Rechten und Pflichten zwar zunächst einmal nichts. Aber viele Unternehmerinnen und Unternehmer werden sich die Frage stellen, welche Regelungen in Folge der Corona-Krise auch die Ausbildung und die Prüfungen betreffen. Und wie sie unter schwierigen Bedingungen die Ausbildung und Prüfungsvorbereitung weiterhin sinnvoll gestalten können.

Hier die wichtigsten Hinweise im Überblick

Thema Ausbildung

  • Für Auszubildende ist in der Regel keine Kurzarbeit vorgesehen; sie haben daher auch keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld: Ihre Ausbildung ist daher weiter fortzusetzen und die Vergütung vollständig weiterzuzahlen. Bei einem kompletten Stillstand im Unternehmen – sei es wegen umfassender Kurzarbeit „Null“ oder wegen behördlich angeordneter Schließung des Betriebs - ist Ausbildung jedoch nicht mehr realisierbar. Werden dann Auszubildende nach Haus geschickt, bleibt der Arbeitgeber zunächst weiterhin verpflichtet, die Ausbildungsvergütung zu 100 Prozent über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen weiterzuzahlen. Nach Ablauf dieser Zeit sollte man jedoch bei der Arbeitsagentur auch für Auszubildende Kurzarbeitergeld beantragen. Hier hat die BA signalisiert, in der konkreten Situation ggf. angepasst zu entscheiden. Je nach Ausbildungsvertrag oder dem entsprechend geltenden Tarifvertrag im Unternehmen können diese Fristen jedoch weitaus länger sein.
  • Zudem müssen Arbeitgeber sich kreativ bemühen, die Ausbildung wie geplant fortzuführen. Jedoch sind die veränderten Verhältnisse zu berücksichtigen. Möglich sind u.a. Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte, Versetzung in eine andere Abteilung, Rückversetzung in die Lehrwerkstatt oder Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen. Daher sind auch Ausbilder nur in Ausnahmefällen in Kurzarbeit zu schicken, um die Ausbildung zu sichern.
  • Für den Fall, dass die anstehenden Gesellen- oder Abschlussprüfungen nicht wie üblich vor den Sommerferien abgelegt werden können (dazu siehe unten), enden die laufenden Ausbildungsverträge dennoch regulär entsprechend dem ursprünglich vorgesehenen Vertragszeitraum. Eine automatische Verlängerung der Verträge darüber hinaus gibt es nicht.   
  • Die Handwerkskammer Hannover wird aber in dieser Krisensituation ausnahmsweise einem gemeinsam geäußerten Willen beider Vertragsparteien „auf Verlängerung bis zum nächsten Prüfungstermin“ zustimmen. Zu begründen ist das damit, dass Ausbildungszeit wegen der Pandemie ausgefallen oder nur in Teilen abgeleistet werden konnte und Mängel in der Ausbildung nicht auszuschließen sind. Gegebenenfalls können so auch noch ausstehende ÜLU-Lehrgänge nachgeholt werden. Das würde dazu führen, dass die Ausbildungsverträge auf einen entsprechenden Antrag hin z.B. bis Oktober 2020 verlängert würden, wenn die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung erst dann durchgeführt werden können.

Thema Abschluss- und Gesellenprüfung

Derzeit sind zunächst bis zum 19. April 2020 sämtliche Prüfungen – im Ausbildungs- wie im Fortbildungsbereich – eingestellt. Auch die überbetrieblichen Lehrgänge finden nicht statt.

Durchführen von Zwischenprüfungen

Vor den Sommerferien finden keine Zwischenprüfungen statt. Die Handwerkskammer Hannover hat den Innungen empfohlen, Zwischenprüfungen auf einen späteren Zeitpunkt, ggf. in den Herbst 2020, zu verschieben, diese aus Zeit- und Ressourcengründen aber auch gänzlich abzusagen. Über das konkrete Vorgehen werden Sie informiert.

Zulassungsverfahren

Soweit Zwischenprüfungen abgesagt und daher nicht durchgeführt werden, ist dies für kommende Zulassungsverfahren ebenfalls unschädlich. Die Prüfungsausschüsse sind angehalten, das Nichtablegen der Zwischenprüfungen als „unverschuldet“ zu werten. Damit bleiben Zulassungen möglich.

Die Teilnahme an Lehrgängen der überbetrieblichen Unterweisung ist verpflichtend im Rahmen der Ausbildung. Im Zulassungsverfahren zu den Gesellen- und Abschlussprüfungen werden sie nicht vorrangig berücksichtigt. Soweit durch das zeitweise Schließen von Bildungseinrichtungen keine Lehrgänge durchgeführt werden und Azubis nicht alle Lehrgänge absolvieren können, ist dies im Hinblick auf anstehende Zulassungsverfahren unschädlich.

Durchführen von Abschluss und Gesellenprüfungen im Sommer 2020

Als Handwerkskammer Hannover halten wir derzeit noch alle weiteren Prüfungstermine aufrecht, die nach dem 19. April 2020 angesetzt sind. Auch den Innungen haben wir empfohlen, entsprechend zu verfahren, zu planen, zu organisieren und einzuladen.

In der Woche nach dem 14. April 2020 wird neu entschieden: Sollten die Umstände eine Prüfung zum vorgesehenen Termin nicht zulassen, wird der Termin weiter nach hinten verschoben. Neu terminiert wird derzeit spätestens ab Juni 2020, da wir anstreben, Prüfungen so weit wie möglich vor den Sommerferien abzuschließen. Ggf. kann es aber auch vorkommen, dass schriuftliche Prüfungen abgeschlossen und praktische Prüfungsaanteile erst nach den Sommerferien durchgheführt werden. Sie werden selbstverständlich frühzeitig über alles unterrichtet.

Durchführen von Prüfungen Teil I der gestreckten Gesellenprüfung

Die Handwerkskammer Hannover hat den Innungen empfohlen, die Prüfungen zum Teil I der gestreckten Gesellenprüfung auf einen späteren Zeitpunkt, ggf. in den Herbst 2020, zu verschieben. Diese Prüfungen sind aber auf jeden Fall durchzuführen. Die Ausbildungsbetriebe und die Auszubildenden werden entsprechend von den Innungen informiert.

Ansprechpartner:

Peter Schaal
Bereichsleiter Lernortentwicklung und Ausbildungsberater

Tel. (05 11) 3 48 59 - 87
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
schaal--at--hwk-hannover.de

Jorge Silva
Ausbildungsberater und Referent in der Beruflichen Bildung

Tel. (05 11) 3 48 59 - 29
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
silva--at--hwk-hannover.de



Für die kaufmännischen Prüfungen:

Lisa Carganico
Sachbearbeiter in der Beruflichen Bildung

Tel. (05 11)( 3 48 59 - 41
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
carganico--at--hwk-hannover.de