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Coronavirus: Finanzhilfen

Land und Bund schnüren Hilfspakete für Unternehmen, die durch die Corona-Krise in Not geraten. Hier gibt es tagesaktuelle Infos. (Stand:01.04.2020)

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für die Unternehmen möglichst abzufedern und dafür zu sorgen, dass sie nicht in akute Existenzgefahr geraten, werden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene Hilfspakete für in Not geratene Unternehmen geschnürt. 

Ab dem 1. April 2020 gelten neue Regeln für die Soforthilfen.



Zuschüsse und Soforthilfen

Für Soloselbständige und Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten, die durch die Covid -19-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, stehen Soforthilfen von bis zu 25.000 Euro zur Verfügung. Die Finanzierung dieser Soforthilfen wird jeweils von Bund und Land ermöglicht.

Die Soforthilfe kann per E-Mail bei der Förderbank des Landes Niedersachsen (NBank) beantragt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen Programmen.

Corona-Soforthilfe für Soloselbständige und Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten

Die Einmalzahlung orientiert sich an einem Liquiditätsengpass für drei aufeinanderfolgende Monate und der Betriebsgröße.

  • bis zu 9.000 € bei Unternehmen bis 5 Beschäftigten
  • bis zu 15.000 € bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten
  • bis zu 20.000 € für Unternehmen mit 11-30 Beschäftigten
  • bis zu 25.000 € für Unternehmen mit 31-49 Beschäftigten

Zur Antragstellung



Voraussetzungen

Voraussetzungen für die Bewilligung der Soforthilfen sind jeweils, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Covid-19-Pandemie entstanden sind, und hierdurch ein Liquiditätsengpass bzw. eine Existenzbedrohung besteht.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob Ihr Betrieb aufgrund einer behördlichen Anordnung schließen musste (z. B. Friseur*innen und Kosmetiker*innen) oder die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch z. B. die Absage von Kundenaufträgen entstanden sind bzw. entstehen.

Bei Fragen zu Voraussetzungen und der Beantragung der Soforthilfen, sind die Beraterinnen und Berater Ihrer Handwerkskammer für Sie da.

Hinweise zur Antragstellung

Damit die Online-Antragstellung „Corona“ für Sie möglichst unkompliziert erfolgt, haben wir ein paar Tipps zur Vorbereitung zusammengestellt:

  • Halten Sie Ihre Kontakt- und Bankdaten bereit
  • Halten Sie Ihre Umsatzsteuer-ID bereit. Sollten Sie nicht umsatzsteuerpflichtig sein (z.B. Kleinunternehmer §19 UStG), dann geben Sie anstatt der Umsatzsteuer-ID  Ihre Steuernummer an
  • Halten Sie Ihre Handelsregisternummer bereit (sofern Sie im Handelsregister eingetragen sind)
  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre monatlichen betrieblichen Ausgaben (z. B. Miete, Pacht, Leasingraten) von April 2020 an.
  • Schätzen Sie Ihre betrieblichen Einnahmen für die betreffenden Monate.
Dem Antrag sind weitere Dokumente hinzuzufügen

Kleinbeihilfenerklärung:
Hiermit bestätigen Sie, dass Sie im Zeitraum zwischen dem 19.03.2020 und 31.12.2020 keine Beilhilfen/Förderungen erhalten haben, die den Wert von insgesamt 800.000 Euro überschreiten.
Scannen/Kopieren Sie Ihren Lichtbildausweis so, dass die Unterschrift erkennbar ist und unterschreiben Sie die Kopie zusätzlich. Schicken Sie anschließend das Dokument (z.B. als PDF oder Bilddatei) gemeinsam mit dem Antrag und der Kleinbeihilfenerklärung per E-Mail an die NBank antrag@soforthilfe.nbank.de

Download und Ausfüllen der Dokumente

Teilweise können sich Probleme beim Öffnen des Antragsdokuments geben.

Wenn das der Fall ist, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Dokument, wählen Sie „Ziel speichern unter…“ und speichern Sie das Dokument auf Ihrem PC. Anschließend öffnen Sie das Dokument direkt (über rechte Maustaste „öffnen mit“) von dem Speicherort auf Ihrem PC mit dem aktuellen Adobe Acrobat Reader https://get.adobe.com/de/reader/otherversions

Nutzen Sie am besten einen PC mit Windows als Betriebssystem.

Wichtiger Hinweis

Betriebe, die bereits das erste Soforthilfeprogramm des Landes Niedersachsen beantragt und bewilligt bekommen haben, können ergänzend (bis zu insgesamt 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro) die neue Corona-Soforthilfe bei der NBank beantragen. Die bisherige Fördersumme wird angerechnet.

Die Beantragung der neuen Corona-Soforthilfe ist ebenfalls möglich, wenn Betriebe die erste Soforthilfe beantragt haben, aber noch keine Bewilligung erhalten haben. Auch hier gelten dann die Höchstsätze der Finanzhilfen.

Betriebe, die noch gar keinen Antrag gestellt haben, können ab jetzt die neue Corona-Soforthilfe bei der NBank beantragen unter https://www.soforthilfe.nbank.de



Soforthilfe der Stadt Hannover

Zur Unterstützung kleiner und mittlerer hannoverscher Unternehmen und Freiberufler*innen, die wegen der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht sind, legt die Landeshauptstadt Hannover ein Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro auf.

Ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss wird ausschließlich Soloselbständigen und Unternehmen mit Sitz in Hannover und bis zu 250 Mitarbeitenden gewährt, die unmittelbar infolge der Corona-Pandemie (d.h. nach dem 9. März 2020) in eine Existenz gefährdende, wirtschaftliche Schieflage beziehungsweise in massive Liquiditätsengpässe geraten sind.

Die Förderung ist auf zehn Millionen Euro begrenzt. Eine Kumulierung mit sonstigen staatlichen oder EU-Hilfen zum Ausgleich der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Liquiditätsengpässen ist möglich. Der Zuschuss erfolgt ohne Rechtsanspruch im Rahmen der hierfür verfügbaren Haushaltsmittel.

Die Stadt hat mitgeteilt, dass nur so lange Zuschüsse gewährt werden, bis der Fördertopf verbraucht ist. Wir raten daher dringend, den Antrag zügig zu stellen.

Die Antragstellung erfolgt online direkt bei der Stadt Hannover. Hier geht es zum Onlineformular: corona-soforthilfe.hannover-stadt.de



Kredite und Darlehen Land Niedersachsen

Das Land Niedersachsen stellt Kredite zwischen 5.000 bis macimal 50.000 Euro als Liqiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen, Freiberufler und Soloselbständige bereit. Das Programm soll direkt durch die NBank ohne Beteiligung einer Hausbank, vergeben werden.

Eine Beantragung ist online über die NBank möglich.

Ebenfalls in Vorbereitung ist die Auflage eines größeren Liquiditätskredits (über 50.000 Euro), der voraussichtlich Mitte bis Ende April bereitgestellt werden kann. Auch hier soll die Bewilligung ohne Einschaltung einer Hausbank erfolgen. In beiden Fällen müssen noch die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Auch bei diesem Darlehensprogramm erfolgt die Antragsbearbeitung über die NBank. Klicken Sie hier.



Kredite und Darlehen des Bundes

KfW-Sonderprogramm
Neben den bestehenden KfW-Programmen für junge und etablierte Unternehmen, wird ein KfW-Sonderprogramm aufgelegt.

Das KfW-Sonderprogramm 2020 für kleine und mittlere sowie für große Unternehmen ist gestartet. Die Mittel für das Sonderprogramm sind unbegrenzt.

Dafür werden die Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) deutlich verbessert und betragen bei den Betriebsmitteln und Investitionen von bis zu 90 Prozent (gegenüber Banken und Sparkassen). Für größere Unternehmen gibt es eine 80 Prozent Haftungsfreistellung.

Diese sollen von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Das heißt, dass alle Unternehmen, die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren, einen Kredit beantragen können.

Anträge können ab sofort über die Hausbank gestellt werden. Auszahlungen erfolgen schnellstmöglich.

 

Weitere Infos finden Sie hier auf der Internetseite der Kfw-Bank.



Bürgschaften

Das Land Niedersachsen und die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB) stehen betroffenen Unternehmen mit Bürgschaften zur Seite. Davon profitieren können nahezu alle Branchen, Angehörige freier Berufe und Träger sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen.

Kreditbürgschaften sind ein probates Mittel bei der Krisenbewältigung. Sie werden stets im Hausbankenverfahren gewährt. Damit schnelle Hilfe gewährleistet ist, werden die Antragsverfahren flexibilisiert und bestehende Regelungen pragmatisch angewendet.

Ansprechpartner bei der NBB:
Lars Luther, Tel. 0511/33 70 5-0
Carsten Bolle, Tel. 0511/33 70 5-0



Kurzarbeitergeld und Grundsicherung für Soloselbständige

Bei Auftragsengpässen durch das Coronavirus kann grundsätzlich Kurzarbeitergeld beantragt werden. Vor der Beantragung müssen Betriebe die zuständige Agentur für Arbeit kontaktieren. Diese prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Das Kurzarbeitergeld wird auch rückwirkend zum 1. März 2020 ausgezahlt.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Netto-Entgeltausfall. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Die maximale Bezugsdauer beträgt zwölf Monate.

Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld

Aufgrund der aktuellen Lage zum Corona-Virus, hat die Bundesregierung den Zugang zum Kurzarbeitergeld vorübergehend erleichtert (bis 31.12.2020).

Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.

Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer haben ebenfalls Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldbezugs von 12 auf 24 Monate ist möglich.

Anzeige und Antrag

Kurzarbeitergeld beantragen, bedeutet erstens eine „Anzeige“ zu machen (Voraussetzung) und danach einen Antrag (Verfahren) zu stellen.

Die Anzeige des Arbeitsausfalls muss in dem Monat eingehen, in dem die Kurzarbeit beginnt. Eine Begründung des erheblichen Arbeitsausfalls ist erforderlich.

Bitte nutzen Sie die unten stehenden Downloads.

Erleichterung bei der Mustervereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Für die Beantragung des Kurzarbeitergeldes (KuG) ist ein schriftliches Einverständnis mit der Unterschrift jedes einzelnen Arbeitnehmers nicht mehr erforderlich.  Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss nur noch einen Vermerk beifügen, aus dem sich ergibt, dass der Beschäftigte zugestimmt hat. Für eine eventuelle Prüfung im Verlauf des Jahres, sollte der Unternehmer/die Unternehmerin die Vereinbarung, wenn wieder möglich, dennoch unterschreiben lassen und bereithalten. Nutzen Sie dafür gerne unser Musterformular. Sofern das Unternehmen einen Betriebsrat hat, ist die zwingend vorgeschriebene Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit weiterhin der Anzeige/Beantragung als Kopie beizufügen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit



Grundsicherung für Soloselbständige

Für Soloselbstständige, die aufgrund der aktuellen Situation in akute finanzielle Schwierigkeiten geraten, wurde der Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Hierunter zählt, dass die vorherige Vermögensprüfung für die nächsten 6 Monate ausgesetzt wird.

Zudem kann es für viele Angestellte im Handwerk eine Möglichkeit sein, das Kurzarbeitergeld mit Hilfen aus der Grundsicherung aufzustocken.

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Seite der Agentur für Arbeit.



Erleichterte Stundung von Beiträgen und Steuern

Die Unternehmen, die sich wegen der Corona-Krise in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten befinden, sollen durch erleichterte Stundungsmöglichkeiten der Sozialversicherungsbeiträge entlastet werden.

Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge zunächst für die Monate April und Mai 2020 gestundet werden. Stundungen sind längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren.

Vorrangig soll allerdings das Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen werden. Wird eine Stundung bewilligt, werden Stundungszinsen nicht berechnet.

Diese Hilfestellungen sollen auch für freiwillig in der GKV versicherte Selbstständige gelten. Der Antrag kann formlos per Fax oder Mail bei den gesetzlichen Krankenkassen gestellt werden.

Antrag und FAQ-Liste als Download:

Steuerstundungen

Sprechen Sie mit Ihren Steuerberatern und stellen Sie Anträge bei Ihren zuständigen Finanzämtern.
Gestundet werden können z.B. Gewerbe- und Grundsteuer sowie Umsatzsteuervorauszahlungen. Die Stundung soll zinslos erfolgen.

Nutzen Sie dafür dieses Formular. Voraussetzung sind Umsatz und Gewinnrückgänge aufgrund der Corona Krise und nicht wegen Umsätzen oder Gewinnen, die vor dem Krisenzustand erzielt worden sind!  

Steuervorrauszahlungen

Steuervorauszahlungen sollen leichter angepasst werden können. Sobald klar sei, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, sollen die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt werden.

Vollstreckungsmaßnahmen

Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge soll bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet werden, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Unterstützung durch Berufsgenossenschaften

Viele Berufsgenossenschaften bieten ihren Mitgliedsunternehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Not geraten sind, schnelle und unbürokratische Hilfe in Form von Stundung oder Ratenzahlung an. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Berufsgenossenschaft.

Stundung von kommunalen Abgaben

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune, ob fällige Abgaben gestundet werden können.







Kontakt:

Dipl.-Ing. Dipl.-Oec. Dietmar Rokahr
Geschäftsführer

Tel. (05 11) 3 48 59 - 71
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
rokahr--at--hwk-hannover.de

Dipl.-Oec. Jörg Hagemann
Betriebsberater

Tel. (05 11) 3 48 59 - 62
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
hagemann--at--hwk-hannover.de