Unterstützen Bernd Voss (Mitte) bei der Digitalisierung seiner Dachdeckerei: Uwe Brehl, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) - Digitalisierung (rechts), und Rainer Holtz, Projektleiter bei Schaufenster Oldenburg - Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk im BFE.
Handwerkskammer Hannover, Soeke Heykes
Unterstützen Bernd Voss (Mitte) bei der Digitalisierung seiner Dachdeckerei: Uwe Brehl, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) - Digitalisierung (rechts), und Rainer Holtz, Projektleiter bei Schaufenster Oldenburg - Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk im BFE.

Dachdecker will mit Drohne hoch hinaus

Weniger Zettelwirtschaft, dafür mehr Digitalisierung und weniger Kosten. Das will Bernd Voss von Voss Bedachungen. Hilfe bekommt er dabei von der Handwerkskammer, auch wie er Förderungen beantragen kann.

Hannover/Hilgermissen.- (shh) Ob im Urlaub, um schöne Bilder von der Landschaft zu machen oder einfach zum Spaß, um dem Traum vom Fliegen etwas näher zu kommen: Drohnen sind im Alltag längst angekommen. Doch auch im Handwerk können sie nützlich sein. Ein Handwerksbetrieb, der genau darauf setzen will, ist Bernd Voss von Voss Bedachungen in Hilgermissen. Unterstützung erhält er von Uwe Brehl, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) - Digitalisierung der Handwerkskammer Hannover.

„Mit der Zeit gehen, schneller werden und Prozessabläufe optimieren“, schildert Bernd Voss glasklar seine Ziele. Die Gründe dafür sind vielseitig. Vor allem waren aber die Preissteigerungen für Baumaterialien und Energie ausschlaggebend. „Wir brauchen automatisierte und vereinfachte Abläufe um effizienter zu arbeiten und so Kosten einzusparen“. Deshalb investiert der Unternehmer in die Digitalisierung. „Die Investitionen werden sich nicht dieses Jahr oder in ein bis zwei Jahren decken, aber auf lange Sicht ist das die richtige Entscheidung“, ist sich Bernd Voss sicher.

Durch den digitalen Dschungel

Um zu sehen, welche Potenziale die Dachdeckerei hat, machte Uwe Brehl im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme. „Ich führe so ein bisschen durch den digitalen Dschungel“, beschreibt es Uwe Brehl. Er erkannte: „Es gibt ein gutes Optimierungspotenzial“, und nennt die digitale Projektakte, die digitale Plantafel und das mobile Erfassen von Arbeitszeiten als Optionen. Er betont dabei: „Ich darf keine Software-Empfehlungen aussprechen, aber bei der Vorauswahl unterstützen.“

Bernd Voss hat bereits die Software „Sage“ in sein Unternehmen integriert und lässt darüber die Auftragsabwicklung, Rechnungsstellung und Kundenablage laufen. Doch der Handwerker wollte mehr, nämlich die gesamte Projektabwicklung einbinden. Daneben sollte die Zettelwirtschaft, wie die Erfassung von Arbeitszeiten, reduziert werden.

Die Lösung: „Craftnote“. Nicht nur, dass dieses Programm als Schnittstelle zu Sage genutzt werden kann, in Zukunft lässt sich durch die Kombination die komplette Baustellendokumentation digital abbilden. „Mitarbeiter bekommen auf ihre mobilen Endgeräte Projekte eingespielt, wissen, was bei welchem Kunden zu erledigen ist und können die gewohnten Formulare und Protokolle jetzt digital - also völlig papierlos - nutzen“, erklärt Uwe Brehl die Vorteile.

Mit der Drohne zum 3D-Modell

Aber es gibt mehr als Apps und Software, wenn es um Digitalisierung geht. Bei Dachdeckerbetrieben ist das zum Beispiel der Einsatz von Drohnen, um das Aufmaß der Dächer digital zu erfassen und als 3D-Modell darzustellen. Und hier kommt Rainer Holtz ins Spiel, der Projektleiter bei Schaufenster Oldenburg – Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk im BFE ist. Er erklärte in einem persönlichen Gespräch mit Bernd Voss und Uwe Brehl den Nutzen und die Funktion.

Der Einsatz der Drohne erfolgt mit Hilfe der „CPix4D“-Software. Dafür wird im Vorfeld ein Bild des zu scannenden Gebäudes benötigt. „Damit kann die Software selbstständig die Flugbahn der Drohne berechnen. Vor Ort muss dann nur noch die Höhenmessung eingegeben werden“, erläutert Rainer Holtz das Vorgehen. Innerhalb von rund 45 Minuten fliegt die Drohne das Gebäude ab. Nach dem Flug werden die erhobenen Daten ins Software-Programm übertragen und dieses entwickelt daraus ein 3D-Modell, das wiederum in jedes CAD-Programm eingeführt werden kann. Der Vorteil gegenüber einer händischen Zeichnung ist, dass das 3D-Modell detailreicher ist und die notwendigen Abmessungen nicht mehr per Hand gemacht werden müssen.

Eine Drohne, die zum Beispiel dafür zum Einsatz kommt, ist die „Phantom DJ“ mit rund 1,4 Kilo Gewicht und einem Preis um die 2000 Euro. Damit diese Drohne eingesetzt werden darf, muss sie registriert werden. Weiter bedarf es eines Drohnenführerscheins und jeder Flug muss im Vorfeld beim Landkreis angemeldet werden.

Bis zu 50 Prozent Fördermöglichkeit

Sowohl die Drohne als auch die Software, App und alle mobilen Endgeräte können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Hierfür gibt es voraussichtlich ab Ende Juni 2022 die Neuauflage des „Digitalbonus.Niedersachsen“. „Nach der alten Förderrichtlinie wurden die Anschaffungen mit bis zu 50 Prozent bezuschusst“, weiß Uwe Brehl, der auch hier Handwerksbetrieben zur Seite steht und bei der Beantragung hilft.

Und das Fazit von Geschäftsführer Bernd Voss? „Bei der Beratung war ich zuerst sehr skeptisch. Aber Herr Brehl hat das wirklich super gemacht und mir auch den Anstoß dazu gegeben, jetzt einfach mal zu handeln“, sagt der Unternehmer. Über die Drohne hatte er sich schon seit über vier Jahren Gedanken gemacht und hätte sie zum Beispiel nach den vergangenen Unwettern gut gebrauchen können. „Aber erst mit Herrn Brehl habe ich endlich mal den ersten Schritt gewagt, er hat mir den Anstoß gegeben“, so Bernd Voss.

Er gibt direkt eine Empfehlung an alle anderen Handwerksbetriebe, die sich digital neu oder besser aufstellen wollen: „Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, der etwas unternehmen will, der handeln will, die Angebote der Handwerkskammer auch zu nutzen. Im Endeffekt hat sich das für mich mehr als gelohnt“, betont Bernd Voss.

Ihr Ansprechpartner:

Uwe Brehl
Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) - Digitalisierung

Tel. +49 511 34859 525
Fax +49 511 34859 432
brehl--at--hwk-hannover.de

Weitere Informationen:

Über die Neuauflage des „Digitalbonus.Niedersachsen“ informieren wir Sie rechtzeitig auf unserer Homepage und über unseren Newsletter.

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Wissenswertes rund um den Betrieb von Drohnen finden Sie hier.