Alle beteiligten Gewerke stellten ihre Erfahrungen in der Gruppe vor.
Digitales BerichtsheftDo.Ko3 verbessert Zusammenarbeit im Handwerk
Hannover.- (ve) Zur Halbzeit des Projekts „Do.Ko3 – Dokumentieren. Kommunizieren. Qualität und Transformation in der beruflichen Bildung durch elektronische Ausbildungsnachweise“ trafen sich die Projektbeteiligten zu einem gemeinsamen Austausch in der Handwerkskammer Hannover. Im Fokus standen die bisherigen Erfahrungen mit den digitalen Berichtsheften sowie deren Weiterentwicklung und Ausweitung auf weitere Gewerke.
Mehr Austausch in der Ausbildung
Derzeit nehmen die Gewerke Elektrotechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie das Tischlerhandwerk am Projekt teil. Beim Austausch waren sich die Beteiligten einig: Die Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Berufsschulen, Prüfern und ÜLU hat sich spürbar verbessert.
Auch Dominik Rogalla von der Elpro Elektroanlagen Behncke GmbH bestätigt: „Durch die Treffen mit allen Beteiligten in der Ausbildung – Prüfern, Berufsschulen, Ausbildern in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung und den Betrieben – findet ein viel besserer Informationsaustausch statt. Das hatten wir so vorher nicht.“
Vorteile im Ausbildungsalltag
Seit 2017 müssen Auszubildende kein Berichtsheft mehr in Papierform führen. Stattdessen können Betriebe digitale Ausbildungsnachweise nutzen. Das erleichtert sowohl das Führen als auch die Kontrolle der Berichte – nicht zuletzt, weil diese jederzeit und ortsunabhängig abrufbar sind. Für Alina Bruns, Personalreferentin bei der Wahl GmbH, hat die digitale Lösung ebenfalls bereits konkrete Verbesserungen gebracht: „Die App schult die Medienkompetenz der Azubis zusätzlich und die Berichte sind besser lesbar und schneller übermittelt.“
Auch für Ausbilderinnen und Ausbilder schafft die Anwendung mehr Transparenz, etwa beim Lernfortschritt der Auszubildenden und bei der Prüfungszulassung.
Weiterentwicklung notwendig
Trotz vieler positiver Rückmeldungen benannten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Herausforderungen. Dazu zählen die eingeschränkten Kontrollmöglichkeiten der Inhalte, in den verschiedenen Instanzen der Ausbildung, sowie zusätzlicher Funktionsbedarf – etwa bei der Einbindung weiterer Dokumente. „Als Fachausbilder unterschreibe ich im Berichtsheft eigentlich nur. Aber es wäre schön, wenn noch mehr Dokumente in der App eingestellt werden könnten, wie z. B. Sicherheitsunterweisungen“, findet Florian Oltmanns, Ausbilder in der ÜLU am Campus Handwerk.
Potenziale und nächste Schritte
Das Projekt bietet großes Potenzial für weitere Gewerke und eine stärkere Verzahnung der Ausbildung. Gleichzeitig wurden Risiken wie der Umgang mit ungeprüften KI-Inhalten angesprochen. Für die zweite Projektphase stehen vor allem die Weiterentwicklung der verschiedenen Anwendungen, die bei den Betrieben in Verwendung sind und die weitere Erprobung, wie die Kommunikation mit den technischen Möglichkeiten funktioniert, im Fokus. „Wenn wir mit Do.Ko3 fertig sind, haben wir einen Boden, auf dem das Projekt weiter gedeihen kann“, ist sich Robin Nahrstedt vom Projektteam sicher.
Zum Projekt:
Elektronischer Ausbildungsnachweis – Do.Ko3
„Dokumentieren.Kommunizieren (Do.Ko3) – Qualität und Transformation in der Beruflichen Bildung durch elektronische Ausbildungsnachweise“ ist zum einen das Angebot, Betriebe bei der Einführung sowie der Nutzung zu beraten und bei Fragen zur Seite zu stehen. Zum anderen ist das Ziel des Projekts die Kommunikation zwischen dem jeweiligen Betrieb, der entsprechenden Berufsschule, der ÜLU und dem Prüfungsausschuss zu verbessern. Hierfür werden die vier Lernortpartner über den elektronischen Ausbildungsnachweis vernetzt und begleitet.
Das Projekt wird – ebenso wie die beiden vorherigen Projekte – aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Handwerkskammer Hannover finanziert.
Kontakt
Mitarbeiterin Geschäftsbereich Projekte der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Service GmbH
Tel. +49 5131 9910 141
Mobil +49 173 54 72 215
Nächste Online-Veranstaltung Do.Ko - Dokumentieren, kommunizieren (elektr. Ausbildungsnachweis) für Betriebe
04. Juni 2026, 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr