Vom Vater zur Tochter: Jens Jadischke möchte seinen Betrieb in ein paar Jahren an seine Tochter Nele weitergeben.
BetriebsführungErfolg mit Perspektive
Hannover.- (ve) Es riecht nach Leder, nach Handwerk, nach Tradition. In der Reitsportsattlerwerkstatt in Wedemark von Jens Jadischke geht es nicht um schnelle Geschäfte, sondern um Passform, Präzision und Vertrauen. Wer hierherkommt, bekommt keinen Verkaufsvortrag – sondern eine ehrliche Beratung. Dass der 56-Jährige heute selbstständig ist, war lange ein Traum – aber keiner, den man leichtfertig verwirklicht.
34 Jahre Erfahrung – und dann der Neuanfang
Jadischke ist Sattlermeister durch und durch. Die Verbindung zwischen Mensch und Tier ist für ihn mehr als ein Geschäftsfeld – sie ist Leidenschaft. Fünf eigene Pferde gehören zur Familie, auch wenn er selbst nicht reitet. Dazu Kaninchenzucht, Kühe, Jagd – und drei Hunde. 34 Jahre arbeitete er bei einem hannoverschen Traditionsunternehmen für Reitsportsattlerei, 20 Jahre davon als Betriebsleiter. 15 Jahre engagierte er sich außerdem im Gesellenprüfungsausschuss, weil ihm die Nachwuchsförderung immer wichtig war, wie er selbst sagt.
Die Selbstständigkeit reizte ihn schon in der Zeit während seiner Anstellung. Doch die Kinder waren klein, finanzielle Verpflichtungen groß. „Das Risiko war damals einfach zu hoch“, sagt er rückblickend. 2018 war der richtige Zeitpunkt gekommen. Die Erfahrung war da. Das Netzwerk gewachsen. Die Überzeugung gereift.
Doch wie fängt man eine Gründung eigentlich an? „Eine Gründung beginnt nicht mit einem Neubau. Sie beginnt mit Fragen. Und davon hatte ich viele“, erzählt Jadischke. „Freunde reden einem gut zu. Aber man braucht jemanden, der wirklich Ahnung hat – der einem auch Dinge sagt, die man selbst nicht sieht.“ Eine fundierte und umfassende Beratung wurde zum entscheidenden Baustein. Diese bekam der Sattlermeister bei der Gründungsberatung der Handwerkskammer Hannover – einem kostenlosen Angebot für Mitgliedsbetriebe. „Gerade in Sachen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten hat mir die Handwerkskammer sehr gut weitergeholfen und mir Lösungen für bürokratische Hürden aufgezeigt“, so der Handwerksmeister.
Klein gestartet – groß gewachsen
Der Anfang war bescheiden: ein kleiner Laden im Dorf, zur Miete, ohne Parkplätze. Dafür mit viel Engagement und einer Kooperation mit dem örtlichen Reitverein. Sechs Jahre lang baute er hier seinen Kundenstamm auf. Und der wuchs. Immer mehr Menschen suchten seine individuelle Beratung. Kunden kamen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Hamburg oder Dortmund. Schnell wurde klar: Der Raum reicht nicht mehr – nicht für den eigenen Anspruch an Qualität und Rundum-Beratung.
Dann kam Corona. Grundstückssuche, Gespräche mit Eigentümern, Abstimmungen mit Behörden – es war ein zäher Weg. „Man braucht Durchhaltevermögen. Es werden einem viele Steine in den Weg gelegt.“ Doch er blieb dran. Innerhalb eines Jahres stand der Neubau. Im August besteht er bereits seit drei Jahren.
Ehrlichkeit als Geschäftsmodell
Wenn man Jens Jadischke nach seinem Erfolgskonzept fragt, wird deutlich, dass es ihm nicht um eine Hochglanzstrategie oder den aggressiven Vertrieb geht: „Authentizität, Fachkompetenz, Qualität und guter Kundenservice sind für mich das Wichtigste“, betont Jadischke. Bei ihm bekäme jeder das, was wirklich zu ihm passe - und das auch mal kurzfristig außerhalb der regulären Öffnungszeiten und am Wochenende. „Füße hoch gibt es nicht“, sagt er. „Wenn man selbstständig ist, muss man Gas geben.“ Doch trotz der großen Verantwortung bedeute ihm das eigene Geschäft auch Freiheit. Selbst entscheiden zu können. Die eigene Berufs- und Lebenserfahrung einzubringen. Für sich selbst zu wirtschaften. Natürlich braucht es dafür ein gutes Zeitmanagement. „Ich gönne mir, etwas später anzufangen“, sagt er schmunzelnd – wohlwissend, dass die Tage dennoch lang sind. Doch wenn man seinen Beruf liebe, fühle sich der Einsatz nicht wie eine Belastung an, sagt er.
Nachfolge in den Startlöchern
In den kommenden Jahren möchte Jens Jadischke etwas kürzertreten – mit dem guten Gefühl, sein Lebenswerk in vertrauensvolle Hände zu legen. Denn seine 25-jährige Tochter Nele ist bereits im Betrieb aktiv, mit der Perspektive das Familienunternehmen eines Tages zu übernehmen. Den Schritt in die Selbstständigkeit bereut Jens Jadischke keine Sekunde. Nach all den Jahren in Anstellung wäre eine Rückkehr für ihn undenkbar. Sein Rat an Gründerinnen und Gründer? „Sich trauen. Durchhalten. Auf das eigene Können vertrauen und sich nicht verbiegen.“ Denn am Ende ist es genau das, was sein Unternehmen trägt: Erfahrung. Leidenschaft. Und eine ehrliche Handschrift.(20.04.2026)
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