3_7 Frauen im Ehrenamt
Handwerkskammer Hannover/Becker

Frauen im Ehrenamt - Teil 2

Die Schornsteinfegermeisterin Joke Hesse arbeitet seit zwei Jahren in den Prüfungsausschüssen für Gesellen und Meister mit.

Hannover.- (fb) Joke Hesse nimmt nicht nur theoretische Prüfungen in geschlossenen Räumen ab, sondern auch praktische hoch oben auf den Dächern des Kammerbezirks Hannover.

Die 29-Jährige ist angestellte Schornsteinfegermeisterin und zugleich in den Prüfungsausschüssen für Gesellen und Meister ihres Handwerks aktiv. Seit zwei Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Handwerk, die Mitglieder der Prüfungsausschüsse werden für die Dauer von fünf Jahren berufen. 

"Ein Kollege hat mich gefragt, ob ich im Ausschuss mitarbeiten möchte", erinnert sie sich. Sie hat zugesagt und freut sich über diese Entscheidung. "Es macht mir großen Spaß, weil ich in Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen komme, die für unser Handwerk brennen und ich gleichzeitig fachlich immer auf dem neuesten Stand sein muss", erläutert Hesse. Außerdem hebe sie die Frauenquote und das sei auch gut so.   

Der Meisterprüfungsausschuss nimmt theoretische und praktische Prüfungen ab und bewertet die Fachprojekte von Meisterschülern. Bei diesen Projekten geht es um die Analyse eines real existierenden Gebäudes mit sämtlichen für Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen relevanten Inhalten. Die Analyse wird vom Prüfling angefertigt und vom Prüfungsausschuss im Rahmen eines Fachgesprächs bewertet. Die Prüferinnen und Prüfer arbeiten sich in jedes einzelne Projekt ein, bis sie es bis ins Detail kennen. „Ich lese oft nach Feierabend noch die Projektarbeiten“, erzählt Hesse.

Für die Abnahme der Prüfungen stellt ihr Arbeitgeber sie frei, schließlich ist sie für ihr Ehrenamt in ganz Niedersachsen unterwegs. "Ich habe dadurch aber keinen Lohnausfall", erklärt die Schornsteinfegerin. Die Kammer zahlt nämlich während dieser Phasen ihr Gehalt an den Arbeitgeber, damit diesem kein Verlust entsteht. Außerdem werden Hesse etwaige Übernachtungskosten erstattet.

"Ich nehme am liebsten die praktischen Prüfungen ab", erklärt Hesse, dabei sei man direkt im Kontakt mit dem Handwerk, knüpfe Kontakte und bekomme neue Anregungen. Deshalb würde sich auch eine wachsende Zahl Kolleginnen und Kollegen für eine Mitarbeit im Ausschuss interessieren. Und sie sind immer willkommen, schließlich gibt es insgesamt 24 Prüfungsausschüsse, die kompetent besetzt werden müssen. Übrigens sind nicht nur Handwerkerinnen und Handwerker darin vertreten, sondern beispielweise auch Kaufleute, Juristen und Lehrer. "Ich kann nur jedem empfehlen sich hier zu engagieren", meint Joke Hesse. (14.01.2020)

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Norbert Meyer
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