Gasversorgung, Pipeline, Öl, Energie, Notfallplan
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Gasversorgung in Deutschland: Preise werden weiter steigen

Weiterer Anstieg der EnergiekostenGasumlage belastet Betriebe

Hannover.- (ah/see) Jetzt steht die Höhe der ab Oktober geltenden Gasumlage fest: Sie wird bei gut 2,4 Cent pro Kilowattstunde liegen. Um Gasimporteure zu stützen, müssen Kunden ab Herbst noch einmal deutlich mehr für Gas bezahlen. Die Umlage ist zunächst bis 1. April 2024 befristet. Sie kann alle drei Monate je nach Kostenlage aktualisiert werden. Dafür wird, wie die Bundesregierung entschieden hat, die Mehrwertsteuer für Gas von 19 auf 7 Prozent gesenkt.

Die Gaspreise haben für Handwerksbetriebe bereits jetzt ein kritisches Niveau erreicht. „Besonders für energieintensive Branchen, wie zum Beispiel Bäckereien, Fleischereien, Textilreinigung oder viele metallverarbeitende Betriebe, die besonders stark auf die Nutzung von Gas angewiesen sind, bedeutet die Umlage nun einen weiteren Eingriff in die Betriebsführung durch einen massiven Anstieg der Energiekosten“, so Peter Karst, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover.

Gerade kleinere Betriebe können die gestiegenen Kosten nicht oder nur sehr schwer an ihre Kunden weitergeben. „Die derzeitigen Entlastungsprogramme der Bundesregierung richten sich ausschließlich an der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von in der Regel industriell arbeitenden Unternehmen aus und greifen damit zu kurz“, so Karst. Vor diesem Hintergrund sei die Stoßrichtung der vom Land Niedersachsen eingereichten Bundesratsinitiative für ein branchenoffenes und bundesweit wirkendes „Förderprogramm für den Mittelstand“ von großer Bedeutung. „Die europäische und nationale Politik blendet besonders seit Ende 2019/Anfang 2020 die hart arbeitenden qualifikationsstarken Unternehmerinnen und Unternehmer in der Fläche weitergehend aus. Wenn regional aktive Klein- und Kleinstunternehmen auch weiterhin im Rahmen der Bundeshilfsprogramme ausgenommen bleiben, ist es richtig, diese Betriebe mindestens bei den von der Landesregierung angekündigten, regionalen Härtefallfonds zu berücksichtigen“, erläutert Karst weiter. „Wichtig ist, die aktuellen Unterstützungsmaßnahmen besonders auf den ausbildungs- und beschäftigungsintensiven Mittelstand sowie auf kleine und mittlere Unternehmen auszurichten. Ansonsten ist neben den negativen Beschäftigungseffekten in den Regionen mit hohen Steuerausfällen zu rechnen.“

Die zweite problematische Folge, die sich aus den kontinuierlich steigenden Energiekosten und der steigenden Steuer- und Abgabenlast ergibt, betrifft die Verschiebung der Kaufkraft. Insbesondere Betriebe, die sich mit Ihrem Angebot an private Endkunden und andere kleine und mittlere Unternehmen richten, müssen sich auf ein verändertes Ausgabeverhalten ihrer Kunden einstellen. „Die angekündigte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Gas ist da nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein“, bemängelt Karst. „In der laufenden und der kommenden Dekade wird die Finanzkraft des Bundes für wichtige gesellschaftliche Anliegen darunter weiter immens leiden.“ (21.08.2022)

Die Handwerkskammer Hannover bietet ihren Betrieben Unterstützung bei konkreten Problemen und Fragestellungen:

Gunter Stegemann

Energieberater

Tel. +49 511 34859 485

Fax +49 511 34859 432

stegemann--at--hwk-hannover.de

Förderprogramme für Investitionen in Energiesparmaßnahmen bei Nichtwohngebäuden finden Sie unter www.bafa.de (Zuschüsse) und www.kfw.de (Kredit).

Das KfW-Sonderkreditprogramm für stark belastete mittelständische Unternehmen finden Sie hier.

Anregungen und Tipps zum Energiesparen im Betrieb unter: www.energieeffizienz-handwerk.de