VeranstaltungGemeinsam stark für internationale Fachkräfte
Hannover.- (ck)Viele Unternehmen stehen bei der Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte vor ähnlichen Fragen. Wie gelingt die sprachliche Förderung? Welche Unterstützung brauchen Auszubildende im Alltag? Und wie lässt sich die Wohnungssuche erleichtern? Antworten darauf entstehen nicht allein, sondern durch den Austausch von Erfahrungen.
Genau hier setzt das Netzwerktreffen Fachkräfteeinwanderung an. Die Arbeitsgemeinschaft der Fachkräfteallianz, bestehend aus Region Hannover, Industrie- und Handelskammer Hannover, Handwerkskammer Hannover, Agentur für Arbeit und Landeshauptstadt Hannover, bringt Unternehmen und Fachleute zusammen. Ziel ist es, bestehende Angebote sichtbarer zu machen, Wissen zu teilen und die Unterstützung für internationale Fachkräfte in der Region weiterzuentwickeln.
Erfahrungen teilen, voneinander lernen
Wie vielfältig die Herausforderungen sind, zeigten die fachlichen Impulse aus der Praxis. Britta Lein vom Diakonie-Kolleg Hannover verdeutlichte, dass eine erfolgreiche Ausbildungsbegleitung weit über die Vermittlung fachlicher Inhalte hinausgeht. Sprachförderung, persönliche Unterstützung, klare Strukturen und die Orientierung im neuen Lebensumfeld tragen entscheidend dazu bei, dass internationale Auszubildende gut ankommen können.
Auch die Berufssprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bieten wichtige Unterstützung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ihre Wirkung eine gute Abstimmung zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Sprachkursträger voraussetzt. Unterschiedliche Sprachstände, zeitliche Belastungen und begrenzte Ressourcen machen gemeinsame Lösungen umso wichtiger.
Ein weiterer Impuls von Arne Hirschner und Tornike Murtskhvaladze widmete sich dem Thema Wohnen. Für viele internationale Fachkräfte ist die Suche nach geeignetem Wohnraum eine große Herausforderung. Dabei beeinflusst die Wohnsituation unmittelbar das persönliche Wohlbefinden und den Alltag in Ausbildung und Beruf. Eine belastende Wohnsituation kann zusätzlichen Stress verursachen und das Ankommen in der Region erschweren.
Gemeinsam Lösungen für die Praxis entwickeln
In moderierten Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden konkrete Herausforderungen und entwickelten erste Lösungsansätze zu den Themen Integration, Sprache und Wohnen.
I m Bereich Integration bestehen bereits vielfältige Unterstützungsangebote, doch bürokratische Hürden und zusätzliche Belastungen erschweren das Engagement der Betriebe. Ein branchenübergreifender Austausch und eine stärkere strukturelle Verankerung des Themas sollen helfen, bewährte Ansätze zu verbreiten.
Auch die Sprachförderung bietet bereits verschiedene Ansatzpunkte, die jedoch besser auf den betrieblichen Alltag abgestimmt werden müssen. Diskutiert wurden unter anderem Sprachcafés, eine stärkere Einbindung der Berufsbildenden Schulen und eine bessere Information der Unternehmen.
Beim Wohnen erschweren knapper Wohnraum und Vorbehalte von Vermietenden die Suche nach geeigneten Unterkünften. Als mögliche Lösungen wurden die Nutzung vorhandener Kapazitäten, Rahmenverträge mit Anbietern, Tiny Houses und ein Pool an Gastfamilien diskutiert.
Ein Netzwerk, das weiter zusammenarbeitet
Das Treffen machte deutlich, welches Potenzial in der Zusammenarbeit liegt: Wenn Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Kammern, Arbeitsverwaltung und kommunale Akteure ihre Erfahrungen und Kompetenzen bündeln, lassen sich Herausforderungen gemeinsam angehen, Ressourcen gezielter einsetzen und Lösungswege schneller finden.
Entscheidend ist, dass der Austausch nicht mit der Veranstaltung endet. Das Netzwerk soll weiter zusammenwachsen, Ideen konkretisieren und die Kooperation in der Region stärken. Denn internationale Fachkräfte erfolgreich zu gewinnen und langfristig zu binden, ist eine gemeinsame Aufgabe – und gelingt am besten, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. (14.10.2026)
Kontakt
Abteilungsleiterin Soziale Unternehmensentwicklung und Fachkräftezentrum
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