Jonas Pflock hat sich quasi sofort nach der Meisterprüfung selbständig gemacht, war aber dennoch sehr gut vorbereitet, so dass die Finanzierung kein Problem war.
Nachfolge geglücktGut vorbereitet ist die halbe Miete
Hannover.- (see) Jonas Pflock ist es sehr wichtig selbstbestimmt zu arbeiten. Folgerichtig hat er mit 25 Jahren einen SHK-Betrieb mit 18 Mitarbeitenden übernommen. Mit einer bewundernswerten Unerschrockenheit.
Mit 15 Jahren, als seine Mitschüler sich eher für Mädchen und Playstation interessierten, hat Jonas Pflock bereits darüber nachgedacht, wie es wäre ein eigenes Unternehmen zu leiten. Während seiner Ausbildung wurde er ihm klar: „Ich kann mir nichts Besseres vorstellen als mein eigener Chef zu sein.“ Er löse gerne Probleme, und es mache ihm Spaß mit Menschen zu tun zu haben. „Ich will für meine Mitarbeitende da sein und finde Kundenkontakt spannend.“ Dass er auch nichts dagegen hat, viel und hart zu arbeiten, komplettiert seine Eignung als Selbständiger im Handwerk.
Obwohl Handwerk nicht seine erste Wahl war. Nach dem Abitur studierte er zwei Jahre lang Architektur und Immobilienwirtschaft. „Das waren mir aber zu viele Exceltabellen, die es zu kontrollieren galt“, sagt der Jungunternehmer. Bei der Umorientierung nahm er den Wirtschaftsbereich Handwerk in den Blick, weil seine Familie Handwerk im Blut hat.
Parallel zum Meisterkurs suchte er einen Betrieb zur Übernahme
Um sein Ziel möglichst schnell zu erreichen, begann er gleich nach der Ausbildung die Meistervorbereitung und fand im März 2025, kurz vor dem Meisterabschluss, ein passendes Betriebsangebot zur Übernahme in der Betriebsbörse der Handwerkskammer Hannover und stellte eine Anfrage.
Im Juli letzten Jahres fand der erste Kontakt mit Michael Richter statt. Der 69-jährige Betriebsinhaber suchte schon länger nach einem geeigneten Nachfolger, war sich aber noch mit niemandem einig geworden. Mit Pflock ging alles ging alles sehr schnell. „Wir haben uns auf den Preis geeinigt, ich habe den Businessplan geschrieben und mit den Banken verhandelt“, schildert der Jungunternehmer den weiteren Verlauf. Ab Mitte August hat er bei Richter mitgearbeitet und sich so ein Bild von seinem zukünftigen Team gemacht.
Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource
„Ich wurde so herzlich empfangen, das hat gleich Spaß gemacht. Und Herr Richter hätte seinen Betrieb wahrscheinlich zugemacht, wenn es mit uns nicht geklappt hätte. Da habe ich halt einfach zugesagt“, so Pflock. Bis Jahresende steht Michael Richter seinem Nachfolger noch als „Berater auf Abruf“ zur Verfügung.
Nach einem halben Jahr Selbständigkeit ist der Jungunternehmer immer noch überrascht, wie reibungslos die Übernahme geklappt hat. Es gab keine bösen Überraschungen. Zunächst hat er das Büro modernisiert und die Digitalisierung vorangetrieben. Der Kundenstamm und die Reputation der Firma ist so gut, dass er sich über mangelnde Aufträge in Zukunft keine Sorgen macht. „Bisher ging im Privatkundengeschäft alles über Mund-zu-Mund-Propaganda“, so Pflock. Die Herausforderung liege eher in der Fachkräftegewinnung. „Man muss überall hin seine Fühler ausstrecken“, sagt Pflock, der froh ist, dass er gerade den Altgesellen einstellen konnte, der ihn ausgebildet hat. „Da stimmt die Chemie!“
Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource
Pflock hat aber auch seinen Mitarbeitern etwas zu bieten. Als erstes gab es eine Gehaltserhöhung. Das selbständige Arbeiten, das die Monteure bereits bei Richter zu schätzen gelernt hatten, behält Pflock auf jeden Fall bei. Vertrauen wird bei ihm großgeschrieben. Damit auch die Abläufe und die Abstimmung klappt, gibt es jeden Morgen eine halbstündige Lagebesprechung und die gemeinsame Weihnachtsfeier ist auch schon geplant.
Sein Tipp für angehende Übernehmer und Gründer? „Wenn du nicht 1000prozentig überzeugt bist, dass du die hohe Belastung und die große Verantwortung aushältst, dann solltest du es nicht machen!“ (15.09.2026)
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