Kommunalwahl 2026Handwerk braucht handwerksgerechte Verkehrs- und Parkraumkonzepte
Hannover, 25. August 2026. Service-, Liefer- und Montagefahrzeuge sind für Handwerksbetriebe unverzichtbar. Damit Aufträge wirtschaftlich und zuverlässig erledigt werden können, müssen Kunden, Baustellen und Werkstätten gut erreichbar sein. Handwerkskammer Hannover und Kreishandwerkerschaft Hannover fordern deshalb von den Städten und Gemeinden im Kammerbezirk handwerksgerechte Verkehrs- und Parkraumkonzepte.
„Baustellen, Lieferverkehre, ÖPNV, Radverkehr – all das muss vor Ort zusammen gedacht werden. Wer aber die Versorgungsleistungen des Handwerks aus dem Blick verliert, gefährdet Funktionsfähigkeit und Lebensqualität in den Quartieren“, warnt Kammerpräsident Thomas Gehre. „Wir brauchen Mobilitätskonzepte, die Klimaschutzziele und Versorgungssicherheit klug verbinden.“
Das Kommunalwahlpapier des Handwerks fordert unter anderem die Einbeziehung der lokalen Wirtschaft in die Verkehrsplanung vor Ort, ein umsichtiges, mit den betroffenen Betrieben abgestimmtes Baustellenmanagement sowie den Verzicht auf den Rückbau funktionierender Verkehrsinfrastruktur. Statt zusätzlicher Engstellen müsse der Verkehrsfluss gewährleistet bleiben.
Praxistaugliche Lösungen beim Handwerkerparken
Ein Dauerbrenner für viele Betriebe ist das Thema Parken. Das Handwerk fordert uneingeschränkte Erreichbarkeit von Kunden und Baustellen durch Service-, Liefer- und Montagefahrzeuge – inklusive der Möglichkeit, direkt vor Ort zu parken. Das gilt besonders für Innenstädte und autoarme Quartiere.
„Wenn Kolleginnen und Kollegen morgens erst einmal 20 Minuten einen Parkplatz suchen oder Material über mehrere hundert Meter tragen müssen, ist das ein Wettbewerbsnachteil – und am Ende auch ein Kostenfaktor für die Kundschaft“, beschreibt Kreishandwerksmeister Kai-Uwe Henneberg die Lage. „Wir brauchen Handwerkerparkausweise mit praxistauglichen Regeln, eine maßvolle Gebührenstruktur und ausreichend Stellplätze im öffentlichen Raum.“
Konkret fordert das Kommunalwahlpapier die Sicherung von Stellplätzen im öffentlichen Raum, um die Erreichbarkeit des Ladenhandwerks – insbesondere in Innenstädten – zu gewährleisten, die Berücksichtigung der Parkbedürfnisse ansässiger Betriebe in Bewohnerparkgebieten sowie zusätzliche regionale bzw. interkommunale Lösungen beim Handwerkerparken. Kurzzeitparkmodelle wie „Brötchentaste“ oder „Sanduhr“ sollen ausgebaut werden.
Digitale Genehmigungen und attraktiver ÖPNV für Auszubildende
Zur Entlastung von Betrieben und Verwaltungen setzt das Handwerk auf digitale und unbürokratische Genehmigungsverfahren. Gefordert werden eine zentrale digitale Plattform für Handwerkerparkgenehmigungen, die unkompliziert und medienbruchfrei in allen Kommunen genutzt werden kann, sowie unbürokratische Ausnahmeregelungen nach Vorbild des „Lübecker Modells“ für kurzfristige Einsätze.
Gleichzeitig brauchen Auszubildende und Fachkräfte verlässliche Angebote im öffentlichen Personennahverkehr. Das Kommunalwahlpapier fordert daher eine Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV, insbesondere für Auszubildende und Fortbildungsteilnehmende, sowie einen Ausbau des Angebots im ländlichen Raum.
„Ob jemand eine Ausbildung im Handwerk aufnimmt oder eine Arbeitsstelle annimmt, hängt auch davon ab, wie gut Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Bildungsstätte erreichbar sind“, so Gehre. „Hier haben die Kommunen im Schulterschluss mit dem Land erheblichen Gestaltungsspielraum.“
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Alle Informationen zum Positionspapier des Handwerks finden Sie unter Starkes Handwerk. Starke Kommunen.