Hand steckt Wahlzettel mit Kommunalwahl-Aufschrift in Wahlurne.
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Am 13. September 2026 finden Kommunalwahlen in Niedersachsen statt.

Kommunalwahl 2026Handwerk fordert moderne Wirtschaftsförderung

Hannover, 18. August 2026. Die Handwerkskammer Hannover und die Kreishandwerkerschaft Hannover fordern von den Kommunen im Kammerbezirk eine moderne, auf den Mittelstand ausgerichtete Wirtschaftsförderung. Dazu gehören aus Sicht des Handwerks vor allem klar geregelte, beschleunigte Verwaltungsverfahren und mittelstandsfreundliche Vergabepraxis.

„Wenn Investitionen und Bauprojekte an langen Bearbeitungszeiten oder komplizierten Zuständigkeiten scheitern, schadet das allen – Betrieben, Beschäftigten und Kommunen“, betont Kammerpräsident Thomas Gehre. „Wir brauchen Verwaltungsprozesse, die mit den digitalen Möglichkeiten Schritt halten und wirtschaftliches Handeln nicht ausbremsen.“

Das Kommunalwahlpapier der Handwerkskammer fordert unter anderem die zügige Bearbeitung von Anträgen für gewerbliche, öffentliche und private Baumaßnahmen, eine optimierte Vernetzung kommunaler Informations- und Genehmigungsstellen sowie eine konsequente Nutzung der Vorteile der Digitalisierung – bis hin zur medienbruchfreien Behördenkommunikation nach dem Once-only-Prinzip.

Mittelstandsfreundliche Vergabe und klare Regeln für Stadtwerke & Co.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vergabe öffentlicher Aufträge. Das Handwerk erwartet von den Kommunen, den Vorrang von Fach- und Teillosvergabe beizubehalten, vergabefremde Kriterien zu vermeiden und regionale Betriebe stärker zu berücksichtigen. Abschlagszahlungen und zügige Begleichung von Schlussrechnungen sollen helfen, Liquiditätsengpässe zu vermeiden.

„Die Kommunen entscheiden mit jeder Ausschreibung darüber, ob Wertschöpfung in der Region bleibt“, so Gehre. „Mittelstandsfreundliche Vergabeverfahren sind ein zentraler Baustein, um Handwerksbetriebe zu stärken und Ausbildungs- und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern.“

Besondere Bedeutung hat für Handwerk und Mittelstand zudem die wirtschaftliche Betätigung kommunaler Unternehmen. Hier fordert das Handwerk ein klares Bekenntnis der Räte zur Arbeitsteilung zwischen kommunalen Versorgern und privatwirtschaftlichem Handwerk.

„Stadtwerke und kommunale Wohnungsunternehmen sind wichtige Partner des Handwerks – aber sie dürfen ihm nicht den Markt wegnehmen“, stellt Kreishandwerksmeister Kai-Uwe Henneberg klar. „Wenn kommunale Unternehmen handwerkliche Dienstleistungen immer weiter ausweiten, eigene Betriebe aufkaufen und mit aggressiven Preisen auftreten, geraten lokale Handwerksbetriebe unter Druck. Wir erwarten von der Kommunalpolitik, dass sie hier klare Leitplanken setzt und die bewährte Arbeitsteilung schützt.“

Das Kommunalwahlpapier fordert deshalb, Konkurrenzsituationen zwischen kommunalen Betrieben und Handwerk zu vermeiden, auf die Ausweitung von Dienstleistungsangeboten in privatwirtschaftliche Märkte hinein zu verzichten und bei der wirtschaftlichen Betätigung kommunaler Unternehmen ein enges Controlling durch die Eigentümerkommunen vorzunehmen. Die Auswirkungen auf Handwerksmärkte sollen transparenter gemacht und den Räten nachvollziehbar berichtet werden.

Strukturierte Zusammenarbeit statt Doppelstrukturen

Damit Wirtschaftsförderung wirksam ist, setzt das Handwerk auf eine enge Abstimmung zwischen Kommunen, Handwerkskammer, Innungen und Kreishandwerkerschaft. Bewährte Angebote sollen gestärkt, Doppelstrukturen vermieden werden. Erfolgsmodelle wie der „Zukunftsplan Handwerk“ in der Landeshauptstadt Hannover zeigen, wie ein strukturierter Dialog mit klaren Handlungsfeldern und Maßnahmenkatalogen aussehen kann.

„Unsere Betriebe brauchen keine zusätzlichen Gremien und Projekte, sondern ansprechbare Anlaufstellen, verlässliche Prozesse und echte Lösungskompetenz“, fasst Henneberg zusammen. „Wo Verwaltungen Unternehmen auf Augenhöhe begegnen und kommunale Unternehmen das Handwerk als Partner verstehen, entstehen tragfähige Lösungen – für Betriebe, Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger.“

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Nina Lemmerz-Sickert

Leiterin Stabsabteilung Strategische Entwicklung, Gremien und Kommunikation

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 Das gesamte Positionspapier zur Kommunalwahl finden Sie hier.