Handwerkskammerpräsident Thomas Gehre hielt eine bewegende Laudatio auf Heinrich Wenzel.
Ehrenamtliches Engagement„Handwerk lebt von Qualität und Engagement!“
Hannover.- (see) Heinrich Wenzel scheidet nach 21 Jahren als Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses (BBA) der Handwerkskammer Hannover aus. Im Interview blickt er auf prägende Stationen seines ehrenamtlichen Engagements zurück und spricht über die Zukunft der beruflichen Bildung.
Sie engagieren sich seit vielen Jahren für die Berufsbildung. Welche Erinnerung ist für Sie besonders prägend?
Heinrich Wenzel: Besonders erinnere ich mich an die Unterstützung des damaligen Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Hildesheim. Ab 1982 setzte er sich dafür ein, dass ich trotz zunächst abgelehnter Zulassung eine Meisterprüfung ablegen konnte. Berufsbegleitend erwarb ich später die Meistertitel im Feinmechaniker- und Zahntechnikerhandwerk. Das bestärkte mich, mich selbst für die Berufsbildung einzusetzen. Später arbeitete ich im Meisterprüfungsausschuss mit und leitete fachlich die Zahntechniker-Meisterschule.
Außerdem möchte ich mich für die besondere Unterstützung und permanente Hilfsbereitschaft meines Vorgängers im Amt des Vorsitzenden des BBA und jetzigen stellvertretenden Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Hannover, Carl-Michael Vogt, bedanken. Die gute Zusammenarbeit war der Grundstein für die vielen Erfolge für die berufliche Bildung und ein Grund, warum ich dieses Engagement über so viele Jahre aufbringen konnte.
Was zeichnet eine gute Meisterin oder einen guten Meister aus?
Wenzel: Eine qualitativ hochwertige Ausbildung ist die Grundlage. Ebenso wichtig sind Aufgeschlossenheit und Motivation. Für mich gehören zur Handwerkerehre Zuverlässigkeit, Vertrauen, Qualität, Fleiß und Hingabe. Diese Werte prägen die Arbeit und sichern die Weitergabe des Könnens.
Wie hat sich die berufliche Bildung verändert – und wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?
Wenzel: Neue Technologien und die Digitalisierung verändern die Arbeitswelt und müssen mit handwerklichen Arbeitsweisen verbunden werden. Dafür braucht es gut qualifizierte Fachkräfte und eine gute Begleitung von Auszubildenden und Beschäftigten. Auch die schulische Bildung sollte stärker an der Lebenswirklichkeit junger Menschen anknüpfen.
Für welche Themen haben Sie sich im Berufsbildungsausschuss besonders eingesetzt?
Wenzel: Wichtig war mir, dass Inhalt und Umfang der überbetrieblichen Unterweisungen zum Beruf, zur Ausbildungsdauer und zur betrieblichen Ausbildung passen. Zudem wirkte ich an neuen Prüfungs- und Ausbildungsregelungen für das Zahntechnikerhandwerk mit.
Was hat Ihnen an der Ausschussarbeit besonders Freude gemacht?
Wenzel: Das konstruktive Miteinander von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Pädagoginnen und Pädagogen. Unterschiedliche Perspektiven führen gemeinsam zu guten Lösungen. Die Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung habe ich sehr geschätzt.
Warum lohnt es sich aus Ihrer Sicht, sich im Handwerk ehrenamtlich zu engagieren?
Wenzel: Moderne Aus- und Fortbildung auf hohem Niveau ist die Basis für berufliche bzw. meisterliche Kompetenz im Handwerk. Diese Kompetenz zu erhalten ist ohne ehrenamtliche Arbeit nicht zu gewährleisten. Ansonsten könnte ein Abgleiten in eine verschulte Ausbildung drohen, die Qualität und Kompetenz des Handwerks insgesamt negativ beeinflussen. Dem gilt es entschlossen und durch aktive Einbindung ehrenamtlicher Personen entgegenzutreten.
Worauf freuen Sie sich im Ruhestand – und was wünschen Sie dem Handwerk und Ihrem Nachfolgeteam?
Wenzel: Ich freue mich auf mehr Zeit für meine Hobbys. Sitzungen und freundschaftliche Gespräche werde ich vermissen – ebenso die Unterstützung von Dr. Vogt, der oft wichtiger Ansprechpartner und Vermittler war. Dem Handwerk wünsche ich innovativ, flexibel und attraktiv zu bleiben. Das Team im Berufsbildungsausschuss ist gut aufgestellt, die berufliche Bildung weiter aktiv mitzugestalten.
Sie möchten sich auch ehrenamtlich engagieren?
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