Als Mentoringpaar profitieren Marion Sievert (r.) und Hannah Diephaus vom offenen Austausch.
Frauenförderprojekt „Handwerk mit FiF“ Hilfreiches Netzwerk ist das Ziel
Hannover.- (see) Zuerst habe ich gezögert, Mentorin zu werden, denn in meiner FiF-Qualifizierung habe ich gelernt, dass man achtsam mit sich selbst umgeht und auch einmal Nein sagen darf. Aber das Frauennetzwerk FiF ist mir eine Herzensangelegenheit, deshalb habe ich dann doch Ja gesagt“, erzählt Marion Sievert. Sie hat bereits vor sechs Jahren im zweiten Durchgang von „Handwerk mit FiF“ teilgenommen. Heute bringt die 50-Jährige ihre Erfahrungen als Mentorin ein und begleitet die Teilnehmerin Hannah Diephaus.
Zweijähriges Angebot macht Frauen fit für Führungsaufgaben
Das zweijährige Angebot „Handwerk mit FiF – Arbeitswelten im Wandel“ richtet sich an Frauen im Handwerk, die Führungsaufgaben übernehmen möchten. Neben fachlichen Qualifizierungsbausteinen gehören Coaching und Mentoring zum Programm. „Das Mentoring ist ein wichtiger Baustein von FiF. Die Mentorin gibt ihr langjähriges Erfahrungswissen an die Teilnehmerin weiter. Sie hilft der Mentee, Chancen, Herausforderungen und Stolpersteine zu identifizieren und zu überwinden“, erklärt Kirsten Höxter, die bei der HWK Projekt- und Servicegesellschaft das Projekt betreut.
Diephaus und Sievert besuchen sich gegenseitig in ihren Betrieben und tauschen sich regelmäßig aus. „Ich bin für Hannah da, wenn ein Problem auftaucht. Wenn sie sich bei einer Sachfrage unsicher ist, stehe ich mit Rat und Tat zur Seite. Grundsätzlich möchte ich sie dabei unterstützen, dass sie mutig ihren Weg geht“, erläutert Sievert.
Sie arbeitet seit zehn Jahren bei der Ernst Bartsch Stahlbau GmbH. Nach ihrer FiF-Teilnahme übernahm sie zusätzlich Verantwortung in der Personalentwicklung und unterstützt heute als Assistenz der Geschäftsführung die beiden Inhaber in organisatorischen und strategischen Fragen.
„Ich bin selbstbewusster geworden.“
Auch für den betrieblichen Alltag habe ihr die Weiterbildung wichtige Impulse gegeben: „Neben vielen positiven Weiterentwicklungen gibt es auch Veränderungen, die nicht für alle gleichermaßen angenehm sind. Nach FiF weiß ich, dass man mit manchen Entscheidungen nicht jeden glücklich machen kann – aber man kann sie erklären.“
Bei Hannah Diephaus stehen vor allem Führungskompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung im Fokus. Sie arbeitet in der Personalabteilung der Funke Verwaltungs GmbH, dem Backoffice der team funke Unternehmensgruppe, die auf technische Gebäudeausrüstung spezialisiert ist. „Nach einem Jahr FiF weiß ich, dass die Umsetzung von Veränderungen mehr Geduld erfordert“, sagt sie. Ideen aus der Theorie müssten immer zum eigenen Betrieb passen – und die Mitarbeitenden müssten mitgenommen werden.
Besonders wertvoll finden beide Frauen den generationenübergreifenden Austausch im Programm. „Das Besondere an FiF ist, dass hier Jung und Alt zusammentreffen. Ältere neigen manchmal dazu zu glauben, sie wüssten schon alles. Aber auch wir können von den Jüngeren profitieren und neue Impulse mitnehmen,“ ergänzt Sievert.
Gewachsenes Netzwerk weiß Rat in allen Lagen
Was beide am meisten schätzen, ist das gewachsene Netzwerk aus allen FiF-Jahrgängen. „Man fühlt sich unter den Teilnehmerinnen sofort wohl, wir gehen sehr vertrauensvoll miteinander um“, sagt Sievert. „Hat jemand eine Frage, gibt es postwendend Antworten“, ergänzt Diephaus. Der Austausch sei dann besonders hilfreich, wenn man neue Ideen im eigenen Betrieb umsetzen möchte.
Neben dem fachlichen Austausch soll das Mentoring aber auch Raum für persönliche Gespräche bieten. „Wir wollen auch gemeinsam Schönes erleben“, betont Sievert. „Einfach einmal Luft holen – und neue Energie für die Verantwortung im Betrieb sammeln.“ (27.04.2026)
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Leiterin Geschäftsbereich Projekte der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Service GmbH
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