Tischlermeister Jannes Kmoch widmed sein Meisterstück seinem Opa, der ihn zum Handwerk gebracht hat.
Ausstellung in der HandwerksformMeisterhaft: Tischler präsentieren ihre Meisterstücke
Hannover.- (see) Mit rund 170 Gästen feierten 24 Tischlermeister die Fertigstellung ihrer Meisterstücke in der Handwerksform Hannover. Einige von ihnen hatten sogar bereits alle vier Teile der Meisterprüfung bestanden und damit den Meistertitel in der Tasche - die höchste Qualifikation, den das Handwerk zu vergeben hat. Alle waren stolz darauf ihre Stücke zu präsentieren, in die sie über viele Wochen so viele Ideen, Handwerkskunst und Herzblut gesteckt hatten.
Zu sehen gab es einiges: Schränke, Bürotische, Sideboards und sogar ein Billardtisch wurden aus allen Perspektiven genau unter die Lupe genommen und bestaunt. Wie viel Arbeit tatsächlich in den Meisterstücken steckt, wissen am Ende wohl nur die Tischlermeister selbst.
Die Wege ins Handwerk sind vielfältig
„Es war schon eine anstrengende Zeit, insbesondere die Prüfungsphase, die gut vier Wochen dauert“, erzählt Jannis Pläschke. Ihm war die Tischlerkarriere nicht in die Wiege gelegt. Zunächst verfolgte der 28-Jährige das Ziel Profifußballer zu werden und studierte parallel Fitness- und Gesundheitsmanagement. Als die Sportkarriere ins Stocken geriet, dachte er noch einmal gründlich über sein Leben nach. „Über einen persönlichen Kontakt in meiner Heimat und Youtube-Videos kam ich auf das Tischlerhandwerk. Besonders gereizt hat mich, dass man am Ende des Tages sehen kann, was man gemacht hat“, so Pläschke.
Frischgebackener TIschlermeister: Jannis Pläschke freut sich über die bestandene Meisterprüfung.
Ganz anders Jannes Kmoch, den sein Opa ans Handwerk herangeführt hat. Nach der Lehre hat er kurz ins Berufsschullehramt hineingeschnuppert, kam aber zu dem Schluss, dass er lieber etwas Praktisches machen möchte. Sein Meisterstück hat er dementsprechend nach seinem Opa „Günter“ benannt. Es ist eine Schubkastensäule für kleine Wohnungen, die verschiedenen Zwecken dienen kann. Die drei Schubkästen sind, was die Verbindungen und Auszugführungen angeht, alle unterschiedlich ausgeführt. „Ich wollte halt mein ganzes handwerkliches Können zeigen“, so der 26-Jährige. Das hat die Prüfer auf jeden Fall überzeugt. Er erzielte ebenso wie Jannis Pläschke eines der besten Ergebnisse dieses Meistervorbereitungskurses.
Zukunft? Noch nicht ganz festgelegt!
Bei beiden Tischlermeistern ist der weitere Weg noch nicht endgültig festgelegt. Jannes Kmoch im Oktober direkt den Studiengang zum Betriebswirt (HwO) anschließen und danach seine Gesellenjahre nachholen. „Ich habe jetzt den Meistertitel, aber mir fehlt ganz klar noch Berufserfahrung, da kann ich mit einem Altgesellen noch nicht ganz mithalten“, ist sich Kmoch bewusst. Für Pläschke soll es mittelfristig in Richtung Selbständigkeit zurück in die Heimat gehen. „Ich habe die Möglichkeit eine Werkstatt im Harz zu übernehmen“, erzählt er. Zunächst aber will er sich etwas Zeit für sein zwei Wochen altes Kind nehmen, das kam bei allem Prüfungsstress bisher zu kurz. (16.07.2026)
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