Gruppe von Gesellen beim Workshop am Tisch bei Gruppenaufgabe.
Handwerkskammer Hannover/Edelmann
20 Gesellinnen und Gesellen nahmen am Workshop "Gesellen als Ausbilder" teil.

Workshop "Gesellen als Ausbilder"Mit Praxis und Austausch sicherer im Ausbildungsalltag

Hannover.- (ve) Wie können Gesellinnen und Gesellen Auszubildende im Arbeitsalltag noch besser begleiten? Dieser Frage widmete sich der praxisorientierte Workshop „Gesellen als Ausbilder“, der zweimal im Jahr in der Handwerkskammer stattfindet. Dabei tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen aus und reflektierten ihre Rolle in der Ausbildung.



Ausbilden im täglichen Miteinander

„In der Werkstatt, auf der Baustelle und bei der Auftragsabwicklung sind Gesellinnen und Gesellen häufig die direkten Ansprechpartner für Auszubildende. Sie erklären Arbeitsabläufe, geben Rückmeldungen, beantworten Fragen und sprechen mit Betriebsinhabern und Ausbildern über die Entwicklung der jungen Menschen. Damit übernehmen sie eine wichtige Rolle im Ausbildungsalltag – oft ohne zuvor gezielt auf diese Aufgabe vorbereitet worden zu sein“, sagt Bettina Wolf-Moritz, Beauftragte für Qualitätssicherung im Geschäftsbereich Bildung und Recht bei der Handwerkskammer.

Der Workshop setzt genau dort an. Im ersten Modul, das gestern stattfand, ging es unter anderem um Kommunikation, den Umgang mit Konflikten, Motivation und das Beurteilen von Leistungen. Die Gesellinnen und Gesellen erhielten praktische Werkzeuge, um Auszubildende gezielt zu unterstützen und auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit zu begleiten. Das zweite Modul folgt im Oktober.



Perspektivwechsel schafft Verständnis

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erinnerten sich an ihren eigenen Ausbildungsbeginn und diskutierten, was sich in der Organisation der Ausbildung verbessern lässt. „Wer klar kommuniziert, konstruktiv Feedback gibt und unterschiedliche Perspektiven einnimmt, stärkt die Auszubildenden und erleichtert die Zusammenarbeit im Betrieb“, sagt Ausbildungsberater Christian Bunzel.

Bei einer praktischen Übung schlüpften die Teilnehmenden in die Rollen von Chef, Ausbilder und Auszubildendem. Der anschließende Austausch machte deutlich, wie unterschiedlich Situationen im Ausbildungsalltag wahrgenommen werden können. „Wir würden es anderen Gesellen auf jeden Fall empfehlen, sich hier anzumelden. Der Austausch untereinander hilft und stärkt uns im Umgang mit Auszubildenden“, lautete das Fazit aus der Runde.



Vorbilder für junge Menschen

Wie wichtig persönliche Vorbilder für die Berufswahl sind, zeigte sich auch im Gespräch mit den Teilnehmerinnen. Kfz-Mechatronikerin Fabienne Gieseking vom aha Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover kam durch ihren Vater und ihren Bruder zu ihrem Beruf. „Ich wollte etwas Praktisches machen“, erzählt sie. Außerdem sei es attraktiv gewesen, bereits während der Ausbildung Geld zu verdienen, anders als in vielen anderen Berufen.

Goldschmiedegesellin Pia Lissek von SCHMUCK & ZEIT Marklein-Paas e.K. betonte, dass Betriebe noch stärker um Frauen werben sollten: „Sie brauchen Vorbilder, damit sie sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden.“



Aktive Runde aus verschiedenen Gewerken

Bettina Wolf-Moritz, die den Workshop gemeinsam mit Christian Bunzel seit Jahren organisiert, zog ein positives Fazit: „Es hat wieder viel Spaß gemacht. Wir hatten eine aktive und aufgeschlossene Runde von Gesellinnen und Gesellen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Gemeinsam konnten wir viele Herausforderungen aus dem Ausbildungsalltag besprechen.“ (14.09.2026)

 

 Der nächste Workshop „Gesellen als Ausbilder“ findet im Frühling 2027 statt.

Bei Fragen rund um das Thema Ausbildungsqualität können Sie sich gerne an uns wenden:

 Kontakt

Christian Bunzel

Ausbildungsberater

Tel. +49 511 34859 477

Fax +49 511 34859 432

bunzel--at--hwk-hannover.de