Tischlermeister Dirk Hanne hat seinen Betrieb mit einem besonderen konzept strategisch neu ausgerichtet.
NachhaltigkeitNachhaltig, energieeffizient, zukunftsweisend
Hannover.- (see) Die Idee entstand vor rund zehn Jahren, als sein Sohn häufig hitzefrei hatte, weil ein Teil des Unterrichts in schlecht gedämmten Schulcontainern stattfand. Für Hanne war klar: Provisorien für Schulen und öffentliche Gebäude müssen besser geplant sein – energetisch, baubiologisch und in der Nachnutzung. Heute befindet sich Sohn Ole mit abgeschlossener Tischlerausbildung selbst in der Ausbildung zum Zimmerer, und will später in den Betrieb einsteigen. Aus dem damaligen Unmut ist ein klares Ziel geworden: modulare Gebäude in Holzbauweise zu entwickeln, die gesundes Raumklima, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit verbinden.
Die Tinyhäuser sind so konzipiert, dass sie zunächst beispielsweise als Übergangslösung bei Schulsanierungen dienen und anschließend schnell für andere Zwecke umgenutzt werden können – etwa als Büroräume, Betreuungseinrichtungen oder kleine Wohneinheiten. Hanne liefert die Module je nach Kundenwunsch schlüsselfertig oder zur Selbstmontage. Damit die Gebäude mehrfach aufgebaut, abgebaut und versetzt werden können, hat er einen speziellen Beschlag entwickelt, für den ein Patent angemeldet ist.
Auch technisch bleibt der Betrieb in Bewegung. War der Beschlag anfangs aus Metall, läuft inzwischen eine wissenschaftlich begleitete Testphase für eine Variante aus Kunststoff im 3-D-Druck. Dadurch lassen sich die Kosten nach Angaben des Unternehmers um rund 85 Prozent senken – ein wesentlicher Faktor, wenn Kommunen oder Investoren ganze Anlagen mit vielen Einheiten planen.
Ermöglicht wurde die Geschäftsfelderweiterung durch den Erwerb eines größeren Grundstücks vor etwa dreieinhalb Jahren. Dort entstanden eine Produktions- und eine Lagerhalle mit Platz für eine große CNC-Maschine. Die Fertigung wurde dadurch präziser, schneller und personalschonender – ein klarer Vorteil bei wiederkehrenden Bauteilen in der Modulbauweise.
Hanne hatte sein neues Produkt zur richtigen Zeit marktreif. Während die Nachfrage privater Kundschaft im klassischen Tischlerbereich in den vergangenen drei Jahren eher verhalten war, richtet sich das modulare Angebot gezielt an die öffentliche Hand und an Investoren. Aktuell arbeitet der Tischlermeister an einem Konzept für ein barrierefreies Wohngebiet in Modulbauweise. Die Tinyhäuser dienen hier als Bausteine für flexible, altersgerechte Wohnformen. Inzwischen erwirtschaftet der Betrieb rund 40 Prozent seines Umsatzes mit den Tinyhäusern.
Der nächste Schwerpunkt liegt nun auf der Bekanntmachung des Angebots. Hanne präsentiert sich auf Immobilienmessen und plant einen Stand auf der Infa 2026. Dort soll ein aufgebautes Tinyhaus nicht nur Kommunen und Investoren, sondern auch Privatkunden ansprechen, die dauerhaft zusätzlichen Wohnraum suchen – etwa ein Arbeitszimmer im Garten, einen Anbau an die Terrasse oder eine kompakte Wohneinheit für Angehörige.
Dieses Beispiel zeigt, wie aus einer klaren Spezialisierung ein tragfähiges, zukunftsfähiges Geschäftsfeld entstehen kann, das perfekt in die Unternehmensphilosophie der Tischlerei passt: „Wir leben von und mit der Natur. Ich möchte, dass unser ökologischer Fußabdruck so klein wie möglich ist“, betont Dirk Hanne. (08.09.2026)
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