Kfz, Ausbildung, Campus
Handwerkskammer Hannover/Fender

Nachwuchsmangel?

Mit dem BerufsAbitur haben Betriebe ein attraktives Angebot, um leistungsstärkere Bewerber von einer Ausbildung im Handwerk zu überzeugen.

Hannover.- (see) „Ich finde, dass das BerufsAbitur eine tolle Sache ist, weil die Auszubildenden und auch die Ausbildungsbetriebe mit einem überschaubaren Mehraufwand einen erheblichen Mehrwert erhalten“, erläutert Simone Schlüter, mitarbeitende Unternehmerfrau in der Andreas Schlüter Maschinenbau GmbH in Balge. Mit dem BerufsAbitur können Auszubildende ab dem kommenden Schuljahr 2019/2020 neben ihrer Ausbildung auch die Fachhochschulreife erlangen. Während ihrer Ausbildung besuchen sie ab dem zweiten Lehrjahr einen Ergänzungsunterricht, so dass sie nach der regulären Lehrzeit nicht nur den Gesellenbrief, sondern auch eine Fachhochschulreife in der Tasche haben.

„Zuerst war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch“, berichtet Schlüter. Denn schließlich seien die Azubis noch stärker gefordert und wir als Betrieb müssen im zweiten Lehrjahr einen weiteren Tag pro Woche auf den Lehrling verzichten. „Aber ich finde mittlerweile, dass das ein überzeugendes Konzept ist, mit dem wir leistungsfähige Bewerber für unseren technisch anspruchsvollen Beruf gewinnen können, die wir ansonsten nicht bekommen“, so Schlüter.  Und dann hoffe sie ganz einfach auf einen Klebeeffekt, das heißt, dass die Lehrlinge nach der Ausbildung als Fachkräfte im Unternehmen bleiben. „Das ist auf jeden Fall unsere Absicht, denn wir brauchen auch in Zukunft qualifizierte Fachleute.“

Tolle zusätzliche Optionen für Auszubildende

„Für die Azubis eröffnen sich mit dem BerufsAbitur sowieso zusätzliche Möglichkeiten. Sie können sich alle Optionen offenhalten, können sich als Fachkräfte auf höher dotierte Stellen bewerben oder eben auch studieren“, erläutert Joana Halwaß von der Handwerkskammer Hannover.  Der Ergänzungsunterricht in den allgemeinbildenden Fächern Mathe, Englisch und Deutsch startet im zweiten Lehrjahr mit acht Unterrichtsstunden und wird im dritten Lehrjahr mit zusätzlichen vier Stunden im Fach Technik außerhalb der Ausbildungszeit fortgeführt. Zurzeit ist es die bbs me in Hannover, die den Zusatzunterricht auch für Schülerinnen und Schüler anderer Berufsschulen anbietet.  Einige weitere Berufsschulen im Kammerbezirk bieten das BerufsAbitur für ihre Schülerinnen und Schüler außerhalb der regulären Unterrichtszeit an.

„Wir haben unseren beiden Lehrlingen im ersten Lehrjahr angeboten, das BerufsAbitur an der bbs me in Hannover zu machen und werden auch zukünftigen Bewerbern diese Möglichkeit eröffnen“, sagt Simone Schlüter. (15.05.2019)

Ansprechpartnerin:

Joana Halwaß
Beauftragte für Handwerk und Hochschule

Tel. (05 11) 3 48 59 - 90
Fax (05 11) 3 48 59 - 88
halwass--at--hwk-hannover.de