Kammerpräsident Thomas Gehre bei der Frühjahrsvollversammlung 2026.
Vollversammlung der Handwerkskammer Hannover "Ohne Handwerk keine Resilienz“ – Präsident Gehre fordert verlässliche Politik
Hannover.- (ve) Krisen, Kriege, Cyberangriffe – die Weltlage sorgt auch im hannoverschen Handwerk für Verunsicherung. In seinem Bericht vor der Vollversammlung stellte Handwerkskammerpräsident Thomas Gehre klar: Deutschland sei kein wehrloses Land, „aber unsere Infrastruktur, unsere Versorgung und unsere innere Stabilität sind verletzlicher, als wir lange geglaubt haben“. Genau hier komme das Handwerk ins Spiel.
Gehre griff sicherheitspolitische Einschätzungen von Generalleutnant André Bodemann auf, der das Handwerk als „zweite Verteidigungslinie“ beschreibt. Ob Strom- und Wasserversorgung, Verkehrswege, Kommunikationsnetze oder Krankenhäuser: Es seien die Betriebe vor Ort, die Schäden beheben, Ausfälle überbrücken und Alltagsnormalität wiederherstellen. „Das Handwerk ist Teil der Lösung, nicht Teil des Problems“, so Gehre.
Zukunftsplan Handwerk im Blick
Der Präsident ordnete diese Rolle in den gemeinsam mit der Landeshauptstadt vereinbarten Zukunftsplan Handwerk und den neuen Spitzendialog mit der Stadt ein. Mit mehr als 5.000 Betrieben, rund 3,4 Milliarden Euro Umsatz und über 28.000 Beschäftigten sei das Handwerk ein zentraler Wirtschaftsfaktor Hannovers – und ein Schlüsselpartner, wenn es um Stadt- und Gewerbeflächen, Mobilität, Digitalisierung und die Vergabe öffentlicher Aufträge gehe.
Gleichzeitig stünden viele Betriebe unter Druck: rückläufige Aufträge, steigende Kosten, Fachkräftemangel und hohe bürokratische Lasten. Gehre forderte daher verlässliche politische Rahmenbedingungen und „Maß und Mitte“ bei neuen Vorgaben. Die Handwerkskammer wolle die Unternehmen dabei mit Beratung, Netzwerken und klarer Interessenvertretung unterstützen.
Seine zentrale Botschaft fasste Gehre zum Schluss pointiert zusammen:
Ohne Handwerk keine Energiewende. Ohne Handwerk keine Infrastruktur. Ohne Handwerk keine Resilienz. Das Handwerk hat Zukunft – und bleibt ein Garant für Stabilität in unsicheren Zeiten.
Im Rahmen der Vollversammlung wurde zudem eine wichtige Personalentscheidung getroffen: Vollversammlungsmitglied Dirk Blech, Maschinenbauer aus Langenhagen, wurde in den Vorstand der Handwerkskammer Hannover gewählt. Von den 32 anwesenden Vollversammlungsmitgliedern stimmten 22 Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeberseite und 10 der Arbeitnehmerseite für Blech – damit entfielen alle abgegebenen Stimmen auf den neuen Vorstandskollegen.
Maschinenbauer Dirk Blech wurde bei der Vollversammlung im Frühjahr 2026 in den Vorstand gewählt.
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