Lars Kitzmann bei der Arbeit an einem Rohr
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Als Jahrgangsbester im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk gehört Lars Kitzmann zu den „Besten der Besten 2026“.

Meisterinnen und Meister im HandwerkSie sind die Besten der Besten

Bei der Meisterfeier 2026 der Handwerkskammer Hannover wurden 240 Meisterinnen und Meister feierlich in den Meisterstand erhoben. Von ihnen haben insgesamt 18 frischgebackene Meisterinnen und Meister als Beste ihres Fachs abgeschlossen. Wir haben einige von ihnen zu ihrem Werdegang gefragt und was ihnen der Meistertitel bedeutet.



Clemens Ronge, Tischlermeister

Clemes Ronge vor seinem Meisterstücl.
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Clemens Ronge ist bester Meister im Tischlerhandwerk 2026

Das Tischlerhandwerk wurde Clemens Ronge gewissermaßen in die Wiege gelegt. Schon sein Großvater und sein Vater waren Tischler, sein Bruder ist Zimmermann. Für den 24-Jährigen aus Neustadt am Rübenberge war deshalb früh klar, dass auch sein eigener Weg ins Handwerk führen sollte.

Seine Ausbildung absolvierte Ronge in dem Betrieb, in dem er bis heute arbeitet. Drei Jahre lernte er dort das Tischlerhandwerk, anschließend sammelte er vier Jahre lang als Geselle Erfahrung. 2025 folgte der nächste Schritt: Ronge legte seine Meisterprüfung ab – als Jahrgangsbester seines Handwerks.

Den Meistertitel wollte er aber nicht nur für die eigene Karriere. „Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen gerne an die nächste Generation weitergeben und selbst ausbilden.“ Gleichzeitig reizte ihn, noch tiefer in Themen wie Planung, Vorbereitung und Organisation einzusteigen.

Am Tischlerhandwerk begeistert Ronge vor allem die Verbindung aus Kreativität und Präzision. Eigene Ideen entwickeln und sie schließlich als individuelles Werkstück umsetzen – genau das macht für ihn den Reiz aus. Dass gerade die letzten Details Zeit kosten, kennt Ronge aus seinem Arbeitsalltag nur zu gut. Die bekannte 80-20-Regel (Pareto-Prinzip) lasse sich auch aufs Tischlerhandwerk übertragen: „Die letzten 20 Prozent brauchen oft noch einmal 80 Prozent der Zeit.“ Denn oft entscheidet erst der letzte Schliff darüber, ob aus guter Arbeit ein echtes Meisterwerk wird.

Für die Zukunft kann sich Ronge gut vorstellen, noch stärker in Planung und Koordination einzusteigen und in der gewerkeübergreifenden Bauleitung zu arbeiten. Sein Wissen gibt er aber schon heute weiter. Mit gerade einmal 24 Jahren betreut der Tischlermeister seinen ersten eigenen Lehrling – und führt damit auf seine Weise fort, was in seiner Familie längst Tradition hat.

 

Miriam Rafie Vardin, Maßschneidermeisterin

Miriam Rafie Vardini imit Maßband vor einer Puppe mit Bluse.
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Miriam Rafie Vardini ist beste Meisterin im Maßschneiderhandwerk

„Der Gesellentitel war mir nicht genug.“ Wenn sich Miriam Rafie Vardini etwas vornimmt, möchte sie den Weg auch zu Ende gehen. Genau das hat die Hannoveranerin getan: Nach ihrer Ausbildung zur Assistentin für Mode und Design folgten Gesellenbrief und Abschluss als staatlich geprüfte Modedesignerin. 2025 legte sie ihre Prüfung zur Maßschneidermeisterin ab – als Jahrgangsbeste ihres Handwerks.

Inzwischen hat sie auch den Abschluss als geprüfte Betriebswirtin im Handwerk in der Tasche. Und all das mit gerade einmal 25 Jahren.

Dabei stand ihr auf dem Weg zum Meistertitel manchmal ausgerechnet der eigene Ehrgeiz im Weg. Kurz vor der Prüfung kamen Zweifel auf – nicht, weil sie fachlich schlecht vorbereitet war, sondern weil sie fürchtete, den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Heute kann sie sagen: „Ich habe es gut gemacht und ich habe es geschafft.“

Dass sich dabei ein Kreis schloss, macht die Geschichte für Rafie Vardini besonders: Ihre Meisterprüfung legte sie genau in den Räumen ab, in denen sie einst mit ihrer Ausbildung und dem Nähen begonnen hatte.

Am Maßschneiderhandwerk begeistert sie vor allem der Weg von der Idee zum fertigen Stück. „Wenn ein Kleidungsstück, das ich mir ausgedacht habe, am Ende tatsächlich an einem Menschen sitzt und alles passt – das ist für mich der schönste Moment.“

Als Honorardozentin gibt Rafie Vardini ihr Wissen bereits weiter, zudem arbeitet sie als Ankleiderin an der Staatsoper. Beruflich möchte sie sich noch nicht festlegen. Mit Meistertitel und Betriebswirt in der Tasche stehen ihr schließlich einige Türen offen.



Lars Kitzmann, Installateur- und Heizungsbauermeister

Lars Kitzmann bei der Arbeit an einem Rohr
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Als Jahrgangsbester im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk gehört Lars Kitzmann zu den „Besten der Besten 2026“.

Als Überflieger hat sich Lars Kitzmann zu Schulzeiten nie gesehen. „Ich war eher gutes Mittelfeld“, sagt der 30-Jährige aus Altwarmbüchen. Umso größer war seine Überraschung, als feststand: Als Jahrgangsbester im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk gehört Kitzmann zu den „Besten der Besten 2026“.

Sein Handwerk kennt Kitzmann von der Pike auf. Er begann seine Ausbildung 2012 bei der SHG GmbH Klaus Bönighausen – und ist dem Betrieb bis heute treu geblieben. Nach Stationen in Umbau, Modernisierung und Kundendienst spezialisierte er sich zunehmend auf die Heizungstechnik. „Heute plane und errichte ich vor allem Heizungs- und Wärmepumpenanlagen.“

Die größte Herausforderung auf dem Weg zum Meister wartete für den erfahrenen Praktiker noch einmal am Schreibtisch: Nach vielen Berufsjahren musste Kitzmann erst wieder ins intensive Lernen hineinfinden. Entscheidend war dabei seine vierköpfige Lerngruppe. Gemeinsam arbeiteten sich die angehenden Meister durch den umfangreichen Stoff, motivierten und unterstützten sich gegenseitig. „Ohne die anderen hätte ich dieses Ergebnis nicht erreicht.“

Mit dem Meistertitel möchte Kitzmann nun den nächsten Schritt gehen und mehr Verantwortung übernehmen – in der Projektplanung und perspektivisch auch in der Personalführung. Seine Begeisterung fürs Handwerk ist dabei geblieben: „Ich habe schon immer gerne Dinge repariert und etwas mit den eigenen Händen geschaffen. Und am Ende hat meine Arbeit einen ganz konkreten Nutzen: Die Menschen haben ein warmes Haus und warmes Wasser.“ (06.10.2026)





Texte: Tobias Welz

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