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HandlungsempfehlungenSo machen Sie Ihren Betrieb krisenfest

Das Handwerk ist systemrelevant, das hat sich in der Coronapandemie gezeigt, das ist aber auch bei anderen Krisen bis hin zum Katastrophenfall der Fall. Viele Handwerksberufe werden dringend gebraucht, wenn es darauf ankommt. Daher sollte sich jeder Betriebsinhaber und Betriebsinhaberin so früh wie möglich auf unerwartete Herausforderungen wie Lieferkettenunterbrechungen, Personalausfälle, Energieversorgungsengpässe und fehlende Informationen einstellen, denn sie können jeden Betrieb treffen.

„Aus diesem Grund möchten wir unsere Mitgliedsbetriebe darin unterstützen, die ersten Schritte zu gehen, ihr Unternehmen krisenfester zu machen“, betont Stefan Schiller, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hannover. „Wer heute seine Prozesse krisenfest macht, schafft Sicherheit für den eigenen Betrieb, auch wenn die Zeiten unsicherer werden.“



Was Sie als erstes tun sollten

Das sollten Sie überprüfen:

  • Welche Mitarbeiter könnten in einer Krisenlage ausfallen?
  • Gibt es klare Vertretungsregelungen und Home-Office-Möglichkeiten?
  • Sind Mitarbeiter bei Blaulichtorganisationen oder der Bundeswehr engagiert?

Konkrete Maßnahmen:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Personalausfälle.
  • Identifizieren Sie Schlüsselfunktionen, die vorrangig besetzt bleiben müssen.
  • Optimieren Sie Ihre Personalplanung für maximale Flexibilität und Vertretungsfähigkeit.

Das sollten Sie überprüfen:

  • Wie würde sich ein Stromausfall auf Ihren Betrieb auswirken?
  • Ist Ihre IT und Telekommunikation vor Cyber-Angriffen geschützt?
  • Können Sie kritische Betriebsmittel wie Kraftstoff bevorraten?

Konkrete Maßnahmen:

  • Prüfen Sie Notstromversorgung (Dieselgenerator, PV-Module + Akku).
  • Betreiben Sie Server mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV).
  • Sorgen Sie für regelmäßige Daten-Backups und startfähige Komplettsystem-Kopien.
  • Erproben Sie Offline-Messenger (Mesh Messaging) für die Kommunikation ohne Internet.
  • Erstellen Sie Papier-Ordner mit wichtigen Dokumenten und Kontakten.

Das sollten Sie überprüfen:

  • Welche Lieferketten sind wesentlich für Ihr Geschäft?
  • Besteht eine zu hohe Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten?
  • Sind Sie auf Lieferengpässe bei kritischen Materialien vorbereitet?

Konkrete Maßnahmen:

  • Identifizieren Sie Materialien, deren Ausfall Ihren Betrieb besonders treffen würde.
  • Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten über deren Leistungsfähigkeit im Krisenfall.
  • Bauen Sie Beziehungen zu regionalen Lieferanten als Alternative auf.
  • Legen Sie Lagerbestände von Schlüsselmaterialien für 4 Wochen an (ggf. mit anderen Betrieben).

Das sollten Sie überprüfen:

  • Wie bleiben Sie im Krisenfall berechenbar und vertrauenswürdig?
  • Wie informieren Sie Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden?

Konkrete Maßnahmen:

  • Intern: Binden Sie Ihre Mitarbeiter eng in Ihr Krisenmanagement ein und machen Sie Veränderungen transparent.
  • Extern: Stärken Sie das Vertrauen Ihrer Kunden und Lieferanten durch aktuelle und offene Informationen zu Auftragsabwicklung und finanzieller Situation.

 Das sollten Sie überprüfen:

  • Betreffen Notstandsgesetze Ihren Betrieb?
  • Welche gesetzlichen Anforderungen müssen Sie im Krisenfall erfüllen?

Konkrete Maßnahmen:

  • Machen Sie sich mit den Vorsorge- und Sicherstellungsgesetzen vertraut.
  • Bereiten Sie sich darauf vor, die gesetzlichen Anforderungen im Ereignisfall umzusetzen.
 


Kontakt:

Stefan Schiller

Geschäftsführer Nachhaltige Unternehmensentwicklung

Tel. +49 511 3 48 59 540

Fax +49 511 3 48 59 432

schiller--at--hwk-hannover.de