Politik und Handwerk im Austausch Treffen von Landeskabinett und Handwerkskammern
Hannover (ak). - Die niedersächsische Staatskanzlei hat nach ihrer Regierungsbildung zum traditionellen Kabinettsgespräch eingeladen. Auf der Gästeliste standen die Hauptgeschäftsführerinnen und Hauptgeschäftsführer sowie die Präsidentinnen und Präsidenten der Handwerkskammern in Niedersachsen. In seiner Begrüßung betont Ministerpräsident Weil, dass Mittelstand und Handwerk mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in seinem besonderen Fokus stehen.
Auf der Agenda des Kabinettsgesprächs stand unter anderem die Bewältigung der aktuellen Energiekrise. Wichtig aus Sicht der Handwerksvertretung sei eine schnelle und unbürokratische Entlastung. "Die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Handwerk brauchen zeitnah strukturiert und im Antragsverfahren transparent und einfach zu beantragende Zuschüsse. Kleinere Betriebe sind allerdings auch schon hart getroffen, wenn sich die Energiekosten `nur´ verdoppelt haben. Der Grenzwert von Zuschüssen in Höhe von 80 Prozent auf den Betrag, der eine Preisverdopplung überschreitet, ist mit Blick auf Betriebsgrößen kritisch zu hinterfragen", so Thomas Gehre, Handwerkskammerpräsident der Handwerkskammer Hannover. Zudem solle dafür Sorge getragen werden, dass das Handwerk aIs Motor in der Energie- und Klimawende in alle entsprechenden Initiativen hin zum Klimabeirat eingebunden wird.
Neben dem Energie-Thema fordert das Handwerk von der Landesregierung auch eine Bildungswende. Die Handwerksvertretung macht gegenüber der neuen Kultusministerin, Frau Hamburg, deutlich, dass wenn zwei Drittel der jungen Menschen sich beruflich nicht gut informiert fühlen und orientierungslos sind, die Berufsorientierung in den Schulen deutlich verbessert werden müsse. Zudem sind das Azubi-Ticket und auch bevorzugtes Azubi-Wohnen bei weiter entfernt liegenden Ausbildungsstandorten über die Forcierung des sozialen Wohnungsbaus zu unterstützen.
"Wohnraum für Auszubildende zu schaffen ist ein richtiger und wichtiger Ansatz, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu stärken. Zuschläge sollten im Vergabeverfahren vermehrt an regionale Unternehmen vergeben werden. Für den Fall, dass wir als Handwerkammer Hannover unsere Flächen weiterentwickeln, wären daran interessiert, selbst auch ein AZUBI-Wohnheim zu errichten", so Präsident Gehre.
Von besonderer Bedeutung ist schließlich die Sicherstellung der Finanzierung der überbetrieblichen Bildungsstätten mit 10 Millionen für die Investitionen und 12 Millionen für die überbetriebliche Unterweisung, d.h. die Lehrgänge. Das Handwerk kann nicht Jahr für Jahr in eine Bittsteller-Position gedrängt werden.