Bei der Regionalkonferenz der Unternehmerfrauen im Handwerk: Janina Tiedemann hält ihren Vortrag zur Frage "Was hält uns Frauen zurück, große Aufgaben anzunehmen, und wie schaffen wir es, dass uns nichts mehr zurückhält?".
Handwerkskammer Hannover
Bei der Regionalkonferenz der Unternehmerfrauen im Handwerk: Janina Tiedemann hält ihren Vortrag zur Frage "Was hält uns Frauen zurück, große Aufgaben anzunehmen, und wie schaffen wir es, dass uns nichts mehr zurückhält?".

Warum hat nicht Nora die Arche gebaut?

Mit vielen Anekdoten beantwortete Janina Tiedemann während der Regionalkonferenz der Unternehmerfrauen die Frage: "Was hält uns Frauen zurück, große Aufgaben anzunehmen, und wie schaffen wir es, dass uns nichts mehr zurückhält?".

Garbsen.- (shh) Starke Frauen für ein starkes Handwerk. Unter diesem Motto fanden sich am Donnerstagabend 48 Frauen und Vertreter der Handwerkskammer Hannover zur Regionalkonferenz der Unternehmerfrauen im Handwerk auf dem Campus Handwerk in Garbsen zusammen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein wichtiges Thema: „Was hält uns Frauen zurück, große Aufgaben anzunehmen, und wie schaffen wir es, dass uns nichts mehr zurückhält?“

Bevor die Rednerin Janina Tiedemann die Frage in den Raum stellte, „warum nicht Nora, sondern Noah die Arche baute“, eröffnete der Präsident der Handwerkskammer Hannover die Veranstaltung mit einem Grußwort. „Uns alle hier eint unsere Leidenschaft für unser Handwerk“, betonte der Präsident, und weiter: „Was uns unterscheidet, aber nicht trennt, sehr geehrte Damen, liebe Unternehmerfrauen, ist das Geschlecht.“

Für mehr Vielfalt im Handwerk

Dabei verwies Thomas Gehre auf die Entscheidung der Handwerkskammer Hannover der Charta der Vielfalt beizutreten. Er ist davon überzeugt, dass wahrhaftige Vielfalt ohne Gleichstellung unmöglich und undenkbar ist. Aus diesem Grund findet Thomas Gehre es auch bedauerlich, dass im 21. Jahrhundert noch über die Gleichstellung von Mann und Frau gesprochen werden muss. Deshalb ist sein Versprechen an alle Frauen im Handwerk: „Solange das erforderlich ist, werde ich mitreden und mitstreiten“.

Der Appell des Präsidenten ist außerdem, dass sich die Frauen nicht abhalten lassen sollen. „Lassen Sie uns den Fokus auf fachliche und soziale Fähigkeiten legen. Das Individuum. Den Menschen. Nicht das Geschlecht“, führte Thomas Gehre weiter aus. Denn eines ist sicher: „Klar hätte Nora die Arche genauso bauen können“, ist der Präsident überzeugt und leitete damit den Vortrag von Janina Tiedemann ein.

Eigene Stärken anerkennen und handeln

„Gehen wir einmal davon aus, dass Gott Nora so viel Zuspruch gegeben hätte, dass sie die Arche bauen sollte. Dann hätte sie Gott viele Fragen gestellt“, sagte Janina Tiedemann zum Anfang ihrer Präsentation. Wie stelle ich sicher, dass alle an Bord sind? Wie platziere ich die Tiere? Sind zwei Tiere pro Art wirklich sinnvoll? Das führt doch zu Inzucht. Und Gott hätte dann den einfacheren Weg gewählt und die Aufgabe Noah gegeben.

Mit diesem und weiteren Beispielen, wie das Frauen 20 Prozent weniger Gehalt erwarten als Männer, ihre eigenen Leistungen herunterspielen oder einen so hohen Anspruch an sich selbst haben, wodurch am Ende zum Beispiel das eigene Unternehmen daran gehindert wird, zu wachsen, führt die Rednerin das Publikum zum Kern des Problems: Die Einstellung.

„Wenn Nora ihre Stärken anerkennt, wenn sie es schafft, ihre Leistungen nach außen hin auszustrahlen, wenn sie ihren eigenen Anspruch ein bisschen herunterschraubt und ins Handeln kommt, auch wenn sie noch nicht genau weiß, wie der Lösungsweg aussieht, dann wird sie die nächste Arche bauen“, ist sich Janina Tiedemann sicher. Dies ist auch ihre Botschaft an die Frauen im Handwerk, damit sie tolle Aufgaben und Positionen bekommen. „Genau das wünsche ich euch, denn so starke Frauen wie euch, die brauchen wir“, sagte die Rednerin zum Abschluss.

Viel Zuspruch von Unternehmerfrauen

Für ihren Vortrag erhielt Janina Tiedemann viel Applaus und Zuspruch, wie von Teilnehmerin Gabriele Wagner: „Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, man sollte nach vorne gehen und sagen, so, das mache ich jetzt, auch wenn ich es nicht kann. Problem sind dazu da, um sie zu beseitigen“, sagte die Teilnehmerin zustimmend. Marion Nordbrock erinnerte die Rede wiederum an ein Buch, das sie als junge Erwachsene gelesen hat. „Das heißt ,Das positive Denken‘. Und das ist eigentlich die Kernbotschaft des Vortrags“, findet Marion Nordbrock.

Kontakt:

Katja Mikus
Leiterin Geschäftsbereich Projekte der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Service GmbH

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