Auf dem Gelände der Tischlerei Wackerhagen: Geschäftsführer Werner Gottenströter (Mitte) zeigt Schülern seinen Betrieb und stellt den Beruf der Tischlerin und des Tischlers vor.
Handwerkskammer Hannover
Auf dem Gelände der Tischlerei Wackerhagen: Geschäftsführer Werner Gottenströter (Mitte) zeigt Schülern seinen Betrieb und stellt den Beruf der Tischlerin und des Tischlers vor.

"Wir müssen aktiv werden, um Nachwuchs zu gewinnen"

Schülerinnen und Schüler die Chance bieten, in Betriebe zu gehen und sich über Ausbildunsgberufe zu informieren. Das ist das Ziel des neuen Projekts "Berufs-Entdeckertage".

Hannover/Pattensen.- (shh) Acht Schüler waren am Mittwoch wortwörtlich auf Entdeckertour. Denn sie schauten im Rahmen des neuen Projekts „Berufs-Entdeckertage“ gleich bei zwei Unternehmen vorbei, um die Handwerksbetriebe kennen zu lernen und ihre Möglichkeiten, dort eine Ausbildung zu machen.

Jugendliche und Handwerksbetriebe zusammenbringen

Dieser Ausflug in die Berufswelt des Handwerks ist eine Idee der Arbeitsagentur für Arbeit und der Handwerkskammer Hannover. Während Berufsberaterinnen und –berater der Agentur für Arbeit in die Schulen gingen, wurden separat interessierte Handwerksbetriebe gesucht. Am Ende waren drei Schulen und fünf Handwerksbetriebe sowie zwei Innungen mit an Bord der "Berufs-Entdeckertage".

Einblicke in Tischlerei und Bodenleger-Firma

Der Mittwoch stand dabei ganz im Zeichen des Holzes. Am Vormittag ging es zuerst in die Tischlerei Wackerhagen in Pattensen. Im Anschluss konnten sich die Neuntklässler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule die Arbeit der Bodenleger-Firma Husnik anschauen. Doch nicht auf dem Betriebsgelände. Stattdessen ging es auf die Baustelle einer geplanten Kindertagesstätte, um die Arbeit der Parkett- und Bodenlegerinnen und -leger live mitzuerleben.

„Der Beruf des Tischlers ist der schönste der Welt“. Mit diesen Worten begrüßte Werner Gottenströter die Schüler in der Tischlerei Wackerhagen, die er gemeinsam mit seiner Tochter Friederike Gottenströter-Kairies führt. „Man arbeitet mit einem tollen Material und gestaltet etwas“, begründete der Geschäftsführer seine Aussage. Nach einer kurzen Präsentation über das Unternehmen und den Beruf der Tischlerin und des Tischlers ging es dann auch schon los, einmal durch den gesamten Betrieb.

Vor allem die Werkstatt, mit den verschiedenen Arbeitsbereichen, Maschinen und der Lackiererei, verdeutlichte, wie vielseitig der Beruf sein kann. Hinzu kommt die Möglichkeit in der Tischlerei Wackerhagen an drei Stationen arbeiten zu können. Dort, wo das Holz zugeschnitten wird, wo die Möbel zusammengebaut werden und wo vor Ort beim Kunden alles aufgebaut wird. Interessiert hörten die Schüler Werner Gottenströter zu, fassten die verschiedenen Holzarten an und stellten hier und da ein paar Fragen.

„Es war cool die Maschinen zu sehen und live im Betrieb zu sein“

Die Motivation des Geschäftsführers am neuen Projekt „Berufs-Entdeckertage“ mitzumachen, ist ganz klar, die Suche nach Auszubildenden: „Wenn wir uns nicht um den Nachwuchs kümmern, trocknen wir aus. Die Suche nach Auszubildenden und diese in dem Beruf zu halten, sollte für alle Betriebe eine wesentliche Aufgabe sein“, hob Werner Gottenströter hervor.

Und wie fanden es die Schüler? „Es war cool die Maschinen zu sehen und live im Betrieb zu sein. Sonst sieht man das nur im Fernsehen“, sagte Malte. Sein Mitschüler Thure fand es ebenfalls interessant, mitzuerleben, wie der Arbeitsalltag von Tischlerinnen und Tischlern aussieht.

„Wir müssen aktiv werden, um Nachwuchs zu gewinnen“

Bereits am Montag ging es für fünf Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der IGS Burgwedel in die Steinlen Elektromaschinenbau GmbH und im Anschluss zur Lalk die Malermeister GmbH. „Wir müssen aktiv werden, um Nachwuchs zu gewinnen“, begründete Geschäftsführer Patrik Lalk seine Entscheidung, beim Projekt mit dabei zu sein und ist damit der gleichen Meinung, wie Werner Gottenströter. Der Malermeister hat sich sehr gerne die Zeit genommen, um jungen Menschen einen Einblick in die Arbeitswelt zu verschaffen.

Und wenn einige der Schülerinnen und Schüler jetzt mehr über die Arbeit des Malers und Lackierers wissen wollen, Lalk bietet gerne Praktika an, damit die Jugendlichen herausfinden können, ob der Beruf, der Betrieb und der beziehungsweise die möglicherweise zukünftige Auszubildende dann zueinander passen. Auszubildende sucht der Malermeister für dieses Jahr auf jeden Fall noch. Auch Werner Gottenströter bietet jungen Menschen gerne die Möglichkeit, während eines Praktikums die Arbeit der Tischlerinnen und Tischler hautnah zu erleben. Damit die Jugendlichen auch genug Erfahrungen sammeln können empfiehlt er mindestens zwei Wochen.

Am 22. Juni geht es weiter mit dem neuen Projekt. Dann schauen 15 Schülerinnen und Schüler der IGS Büssingweg in der Bodenleger-Firma Specht Parkett vorbei und danach bei der Elektro-Innung sowie der SHK-Innung.

Ansprechpartnerin:

Bettina Wolf-Moritz
Beauftragte für Qualitätssicherung im Geschäftsbereich Bildung und Recht

Tel. +49 511 34859 472
Fax +49 511 34859 432
wolf-moritz--at--hwk-hannover.de