Kim Heuer hat als Gesellin fünf Wochen in Finnland gearbeitet.
Berufsbildung ohne GrenzenAls junge Fachkraft ins Ausland
Hannover.- (see) Wer im Handwerk ein Auslandspraktikum macht, absolviert das in der Regel während der Ausbildung. Die wenigsten wissen, dass das im Rahmen des Förderprogramms „Berufsbildung ohne Grenzen“ auch als junge Fachkraft möglich ist.
Kim Heuer hat ihre Ausbildung zur Kälteanlagenbauerin um ein halbes Jahr verkürzt. „Deswegen war es mir zu stressig, während der Ausbildungszeit ins Ausland zu gehen“, erzählt die Gesellin. So hat sie sich vorgenommen als Junggesellin in Skandinavien Erfahrungen zu sammeln.
Auslandsaufenthalt als Anreiz für gute Leistungen
Dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, hat sie gleich am ersten Tag in ihrem Ausbildungsbetrieb erfahren. „Unser Ausbilder hat uns erläutert, wie die Ausbildung bei Roter Kältetechnik läuft und dass sie den Auszubildenden, die eine gute Zwischenprüfung machen, einen Auslandsaufenthalt ermöglichen würden“, so Heuer. Da war klar, das wollte sie unbedingt schaffen.
„Dass der Ausbildungsbetrieb seinen Azubis ein Auslandspraktikum quasi als Ansporn für gute Leistungen anbietet, ist nicht die Regel, aber sicher ein gutes Mittel motivierte Azubis bei der Stange zu halten“, betont Merla Prietz, Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer Hannover. Eine Gruppenentsendung von der Handwerkskammer Hannover gab es zum gewünschten Zeitpunkt nicht, aber Prietz hilft auch individuell ein geeignetes Unternehmen im Ausland zu finden. Über eine Partnerschule in der Nähe von Helsinki wurde der Kontakt zu einem kleinen finnischen Kälteanlagenbauer hergestellt. „Ich musste nur eine kurze Bewerbung schreiben“, erzählt die 23-jährige Junggesellin.
Partnerorganisationen im Ausland helfen beim Start
Die Partnerschule der Handwerkskammer Hannover in Helsinki erleichterte Kim Heuer den Einstieg in ein anderes Bildungssystem und stellte sie im Betrieb vor. Die Unterkunft suchte sie sich selber.
Die Arbeit als Kälteanlagenbauerin unterschied sich nicht sehr von der in Deutschland, aber sie hatte genügend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen. „Ich musste mir sehr viel selbst organisieren und bin daran persönlich gewachsen“, erzählt Heuer. Die Finnen seien in der Regel offen und neugierig, das habe ihr vieles erleichtert. (06.01.2026)
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