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FRANZ FENDER

Design- und Führungskompetenz im Handwerk...

...der triale Bachelor-Studiengang Craft Design (B.A.)

Hörsaal oder Werkstatt? Im Handwerk muss man sich nicht für das eine oder andere entscheiden. Der triale Studiengang Craft Design B.A. bietet eine perfekte Kombination von Theorie und Praxis. Aber was bedeutet das konkret?

Im Interview mit Karina Michaelis, Dozentin im Studiengang Craft Design (B.A.) an der DIPLOMA Hochschule, erfahren Sie alles zum Ablauf, Inhalte, berufliche Perspektiven und vieles mehr.



Was ist der "triale Studiengang" Craft Design (B.A.)?

Karina Michaelis: Das Studium Craft Design (B.A.) wird in Kooperation mit der Handwerkskammer Hannover angeboten und besteht im Wesentlichen aus drei (trial = die Dreizahl) Grundbausteinen. Der erste Baustein ist die handwerkliche Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Diese wird in den meisten Fällen parallel zum Studium begonnen – kann aber auch schon abgeschlossen sein. Der zweite Baustein ist die Meisterqualifikation, die aus Teil 3 und 4 der Meisterprüfung bestehen und die im Studienablauf eingebunden sind. Die Teile 1 und 2 können noch während oder nach dem Studium absolviert werden. Natürlich können auch schon fertige Meister*innen das Studium anstreben. Der dritte Baustein ist das Craft Design Studium (B.A.). Nach einer Regelstudienzeit von 4,5 Jahren (9 Semester) haben die Absolvent(en)*innen den Gesellenbrief, die Meisterqualifikation und zusätzlich den akademischen Grad Bachelor of Arts in der Tasche.



Was ist das "Ziel" des Studiengangs Craft Design (B.A.) und welches "Credo" verfolgt dieser?

Michaelis: Der Studiengang vereint das fachliche Know-how des Handwerks mit der kreativen Denkweise und den gestalterischen Werkzeugen eines Designers. Das Ziel: Das Handwerk soll durch den Mehrwert des kreativen Handelns gestärkt und wieder gesellschaftlich forciert werden. Somit können neue und andersartige Projekte umgesetzt und zukunftsorientierte Artefakte angeboten werden. Unser Credo ist: Jeder Handwerker*in hat eine kreative Basis – wir bilden diese auf akademischer Ebene aus und entwickeln eine "individuelle Gestalterpersönlichkeit im Handwerk".



Wie sieht die Entwicklung des Handwerks aus und wo setzt hier das Craft Design Studium (B.A.) an …?

Michaelis: Die Auftragslage in den unterschiedlichen Gewerken des Handwerks ist sehr gut. Das hat jedoch einen negativen Beigeschmack – es gibt immer weniger Handwerker*innen, da sich eine Vielzahl von potenziellen Auszubildenden eher für ein Studium entscheidet. Der Fachkräftemangel wird immer deutlicher und die Wartezeiten auf einen Termin bei speziellen Gewerken kann Monate dauern. Zudem stellt die Gesellschaft immer höhere Anforderungen an das Handwerk, da diese an schnelle Produktionen und gestalterische Maßstäbe gewohnt ist. Das ist insbesondere in Betrieben sichtbar, die sich mit dem Thema Design auseinandersetzen müssen (z.B. Tischler*innen, Raumausstatter*in, Metallbauer*in, uvm.). Hier setzt das Craft Design Studium (B.A.) an.

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Welchen Mehrwert kann die begleitende akademische Gestaltungsausbildung Craft Design (B.A.) im Handwerk bieten und in welchem Maß profitieren die Studierenden und zukünftige Unternehmen von dem Studiengang?

Michaelis: Fertig ausgebildete Craft Designer*innen bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen Handwerk, Betriebsführung und Design. Sie sind befähigt einen Auftrag allumfassend zu durchdenken und umzusetzen. Die kreative Qualifizierung zeigt sich in allen Phasen der Schöpfung und Beratung - von der Ideenentwicklung, über Entwurf und Umsetzung bis hin zur Reflexion. Der/Die Absolvent(en)*innen wissen was "Design-Verantwortung" bedeutet und haben zudem eine individuelle gestalterische Position bezogen. Handwerkliche Unternehmen profieren im Wesentlichen von der zukunftsorientierten Arbeitsweise, die sich durch gezieltes Projektverständnis und einer fundierten Gestaltungskompetenz – in Planung und Umsetzung - offenbart.



Welche Inhalte und thematischen Schwerpunkte werden vermittelt und wie sehen Prüfungsleistungen aus?

Michaelis: Im Craft Design Studium (B.A.)  werden die fachlichen Schwerpunkte in sogenannten Modulen unterrichtet. Diese Module starten mit maßgebenden Gestaltungsgrundlagen wie z.B. Form und Farbe und spannen den Bogen über fachwissenschaftliche und technische Grundlagen wie Designgeschichte- und ethik sowie Digitale Entwurfsprozesse. Abrundend werden projektbezogene Produktentwürfe gelehrt und wie diese durch Markenkommunikation ein "Gesicht" bekommen. Fachübergreifende Inhalte wie Methodik werden parallel unterrichtet.

Die Prüfungsleistungen in den theoretischen sowie praktischen Fächern reichen von Klausuren und Portfolios, über Referate und Dokumentationen bis hin zu individuellen Projektarbeiten.



Wie können auch individuelle Kompetenzen gefördert werden und inwieweit kann die Interdisziplinarität aus den unterschiedlichen Gewerken im Studienalltag förderlich sein?

Wie schon zuvor erwähnt wollen wir den Studierenden die Möglichkeit bieten, sich zu einer "Individuellen Gestalterpersönlichkeit" zu entwickeln. Nicht nur wie ein Artefakt entworfen wird, sondern auch die eigene Positionierung zum Thema „Design im Handwerk“. Die Stärken werden gefiltert und der persönliche Umgang mit gestalterischen Hürden geschult. Ergo können sich angehende(r) Craft Designer*in, nebst den genannten Designkompetenzen, gezielt in unterschiedliche Designfelder spezifizieren. Die Förderung der einzelnen Studierenden in ihren Kompetenzen ist uns als Hochschule ein wichtiges Anliegen.  

Die Zusammenkunft unterschiedlicher Gewerke ermöglicht einen regen Austausch im Unterricht. Das Wissen über Materialität und Arbeitstechniken sowie der theoretische Austausch unter den Studierenden, ist eine Quelle für Ideen und die persönliche Weiterentwicklung. Somit entfalten sich gewerksübergreifende Projekte und es entspringt eine ganz eigene "Craft Design Bewegung".

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Welche Möglichkeiten stehen den Absolventen*innen offen und haben sie mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit dem akademischen Abschluss Craft Design (B.A).?

Nach dem erfolgreich abgeschlossenen trialen Studium können unterschiedlichste Positionen an den Schnittpunkten von Design und Handwerk ausgeführt werden. Durch die selbständige Positionierung im gestalterischen Kontext, bieten wir als Hochschule in Kooperation mit der Handwerkskammer Hannover den Studierenden die Möglichkeit, sich mit dem Thema Selbstständigkeit auseinanderzusetzen. Ein eigenes Unternehmen ist aber nur eine Option nach dem Studium. Der weitere Werdegang kann ebenso durch eine Anstellung in einem Handwerksunternehmen, in einer Designagentur oder in einem Architekturbüro geebnet werden. Auch hier bringen die Craft Design (B.A.) Absolventen*innen einen geeigneten "Werkzeugkasten" an gestalterischen, handwerklichen und organisatorischen Kompetenzen mit. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind daher vielfältig.



Ist das Studium auch mit Familie gut planbar und welche Kosten kommen auf die Studierenden zu?

Michaelis: Das Studium ist zeitlich gut und in großen Teilen individuell planbar. Das sogenannte "Selbststudium" hat einen großen Stellenwert an der DIPLOMA Hochschule. Studienhefte und Lernvideos für das Üben Zuhause sowie die genannten Tutorien und Sprechstunden dienen der optimalen Vorbereitung auf die samstäglichen Vorlesungseinheiten, Projekte, Klausuren und natürlich die Bachelorarbeit. Wir sind eine sehr „nahbare“ Hochschule und ermöglichen den Studierenden nicht nur durch den virtuellen Unterricht mehr Flexibilität im Alltag, sondern versuchen auch individuelle Belange zu berücksichtigen. Die Studiengruppen im Studiengang Craft Design (B.A.) sind kleiner gehalten und die Kommunikation untereinander ist somit einfacher und schneller.

Die Studiengebühren für den Bachelor-Fernstudiengang betragen monatlich 295,- EUR (17.135 Euro gesamt inkl. Prüfungsgebühren Meistervorbereitung 590,-EUR und Bachelor-Prüfung 615 Euro). Wer z.B. schon mit einem fertigen Meistertitel das Studium anstrebt, muss die Kosten für die Meistervorbereitung natürlich nicht leisten.



Können sich auch Interessierte ohne (Fach-)Abitur und/oder mit bereits abgeschlossener Ausbildung oder Meistertitel für das Studium einschreiben und was ist eine künstlerische Begabtenprüfung?

Michaelis: Auch ohne (Fach-)Abitur können sich Interessierte für das Craft Design Studium (B.A.) einschreiben. Um das zu ermöglichen, muss eine künstlerische Begabtenprüfung einmalig absolviert werden. Hier werden der Umgang und die Lösungskompetenz anhand einer gestalterischen Aufgabe inkl. Gespräch überprüft. Nach erfolgreicher Prüfung, kann auch ohne die eigentliche Zulassungsvoraussetzung der (Fach-)Hochschulreife das Studium begonnen werden.

Bereits fertige Gesellen und/oder Meister können sich ebenfalls für das Studium einschreiben und sind herzlich willkommen.



Können bereits absolvierte Abschlüsse angerechnet und das Studium dadurch verkürzt werden?

Michaelis: In den letzten Monaten kamen viele Anfragen von bereits ausgebildeten Handwerker(n)*innen. Daher ist unsere Zielgruppe auch bei fertigen Gesell(en)*innen und Meister(n)*innen verortet. Der Studienverlauf und die Zeitspanne können sich anhand fertiger Abschlüsse verändern und verkürzen. Das sind individuelle Fälle, die im Prüfungsamt begutachtet und entschieden werden. Bei handwerklichen Abschlüssen sowie dem fertigen Meister, wird auch die Handwerkskammer bei der Einschätzung und Entscheidung involviert.



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 Sie haben Interesse an dem Studiengang oder Fragen, die Sie individuell beantwortet haben möchten? Dann wenden Sie sich gerne an:

Wiebke Burchard
Beraterin der Passgenauen Besetzung

Tel. (05 11) 3 48 59 - 129
Fax (05 11) 3 48 59 - 32
burchard--at--hwk-hannover.de



Einen Überblick zum trialen Studium finden Sie
hier



 Zu einem Info-Spot am 26.07.2021 um 17:00 Uhr (online) können Sie sich  hier anmelden