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Goldschmiedegesellin Leona Valenta hat den Schritt gewagt und sammelt derzeit im Rahmen eines Auslandspraktikums in Italien wertvolle Erfahrungen für ihre berufliche Zukunft.

Hannover.- (ve) Wie arbeiten eigentlich Goldschmiede in Italien? Welche Materialien werden verwendet und wie unterscheiden sich die Arbeitsweisen von einem Handwerksbetrieb in Deutschland? Um das herauszufinden, hat sich Goldschmiedegesellin Leona Valenta im Rahmen eines Auslandspraktikums Anfang des Jahres auf den Weg nach Lucca in der Toskana gemacht. „Ich habe bereits während meiner Schulzeit ein Jahr in Neuseeland verbracht und habe einfach viel Spaß und Freude daran neue Länder und Kulturen zu erkunden“, antwortet Valenta auf die Frage, warum sie sich nach ihrer Ausbildung bei der Galerie März in Hannover entschieden hat ins Ausland zu gehen.

Dass die Corona-Pandemie ihren Auslandsaufenthalt auf den Kopf stellen würde, damit hätte die junge Handwerkerin nicht gerechnet. „Ich muss zugeben, dass ich mit einem etwas mulmigen Gefühl Anfang März in den Zug nach Italien gestiegen bin. Aber den Aufenthalt abzusagen, kam für mich nicht infrage. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das auch durch“, betont Leona Valenta.

Doch nach zwei Wochen vor Ort, mussten die ersten Geschäfte schließen. Das Arbeiten in den Werkstätten war zunächst noch erlaubt. Ab dem Zeitpunkt war für Leona Valenta und ihre italienische Chefin Umdenken angesagt. „Wir haben viele Arbeiten für den Online-Shop in Szene gesetzt und darüber verkauft“, berichtet Valenta, „doch kurze Zeit später mussten wir dann doch auch den Werkstattbetrieb einstellen. Man durfte nur noch für‘s Einkaufen rausgehen und sonst sich nicht mehr frei bewegen. Die sonst so lebendige Stadt war zu einer Geisterstadt geworden“, erzählt die Goldschmiedegesellin.

Mittlerweile ist wieder etwas Normalität in das italienische Städtchen eingekehrt und Leona Valenta bereitet sich mit ihrer Chefin auf das kommende Weihnachtsgeschäft vor. Ringe, Ketten und Ohrschmuck müssen gefertigt werden. Der größte Unterschied zur Arbeit in Deutschland sei das Material, mit dem die Schmuckstücke hergestellt werden. „Hier in Italien verwendet man hauptsächlich Bronze und Silber, in Deutschland habe ich während meiner Ausbildung meist mit Gold gearbeitet. Das kommt hier so gut wie nie vor“, erläutert Valenta den Unterschied. Dass der Betrieb in Italien ganz anders ist als der Ausbildungsbetrieb in Deutschland, darüber ist die Handwerksgesellin sehr froh. „Ich bin hier her gekommen, um etwas zu lernen und Dinge anders zu machen, von daher war es die beste Entscheidung, die ich treffen konnte und ich kann nur jedem empfehlen diesen Schritt zu wagen."

Noch bis Mitte Dezember bleibt Leona Valenta in Italien. Danach will die 25-Jährige eine Weiterbildung zur staatlich geprüften Schmuckdesignerin in Hanau anschließen. „Ich bin Goldschmiedin geworden, weil es ein abwechslungsreicher und kreativer Beruf ist. Und weil es noch so viel mehr gibt, das man lernen kann, war für mich klar, dass die Ausbildung noch nicht das Ende meines beruflichen Weges ist“, so Valenta. (10.09.2020)



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