Kommunalwahl 2026Fachkräfte sichern, Klimaziele erreichen, Städte gestalten
Hannover, 01. September 2026. Gute Bildungsangebote, ambitionierter Klimaschutz und eine vorausschauende Flächenpolitik gehören zu den größten Zukunftsaufgaben der Kommunen. Handwerkskammer Hannover und Kreishandwerkerschaft Hannover machen deutlich: Ohne das Handwerk lassen sich diese Aufgaben nicht bewältigen.
„Wer über Fachkräftesicherung, Energiewende und lebenswerte Städte spricht, muss das Handwerk von Anfang an mitdenken“, betont Kammerpräsident Thomas Gehre. „Unsere Betriebe bilden aus, setzen Klimaschutzprojekte praktisch um und halten Quartiere mit ihren Werkstätten und Läden lebendig. Diese Rolle braucht verlässliche politische Unterstützung.“
Kommunale Bildungslandschaften stärken, Übergänge sichern
Im Bereich Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik setzt das Kommunalwahlpapier auf aktive und gestaltende kommunale Bildungspolitik. Gefordert werden vernetzte, kooperative Bildungslandschaften, die frühkindliche Bildung, Schule, Weiterbildung und Jugendhilfe zusammenbringen. Ein besonderer Fokus liegt auf einer praxisnahen Berufsorientierung an allen Schulformen sowie auf der Stärkung der Berufsschulen.
„Viele junge Menschen kennen die Vielfalt der Handwerksberufe noch zu wenig“, so Gehre. „Kommunen können hier gemeinsam mit Schulen und Betrieben viel bewegen – von Werkstatttagen über Praktika bis hin zu lokalen Ausbildungsmessen.“ Gleichzeitig fordert das Handwerk den Ausbau bedarfsgerechter Kinderbetreuungsangebote und Ganztagsschulen, um die Erwerbstätigkeit von Eltern zu erleichtern.
Handwerk als Partner bei Klimaschutz und Klimafolgenanpassung
Beim kommunalen Umwelt- und Klimaschutz kommt dem Handwerk eine Schlüsselrolle zu. Das Kommunalwahlpapier fordert die beschleunigte Umsetzung energetischer Sanierungsprogramme und den Ausbau dezentraler Energieversorgungssysteme – von Photovoltaik über Wärmepumpen bis hin zu Nahwärmenetzen – unter Beteiligung des Handwerks.
„Ob Wärmepumpe, Photovoltaikanlage oder Dachbegrünung: Ohne qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker bleiben viele Klimaprojekte auf dem Papier“, unterstreicht Kreishandwerksmeister Kai-Uwe Henneberg. „Deshalb müssen Kommunen das lokale Handwerk frühzeitig in Wärmeplanung, Netzplanung und Klimafolgenanpassung einbeziehen.“
Gefordert wird zudem, Handwerksbetriebe mit Prozess- und Hochtemperaturwärmebedarf in kommunalen Wärmeplanungen ausdrücklich zu berücksichtigen und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung – etwa beim Hochwasserschutz oder bei Fassaden- und Dachbegrünung – mit den Potenzialen und Risiken für Betriebe abzugleichen.
Gewerbeflächen sichern, Nutzungsmischung erhalten
Im Handlungsfeld Stadt- und Flächenentwicklung setzt sich das Handwerk für eine Mischung von Wohnen, Arbeiten und urbaner Produktion ein. Neue Quartiere sollen von Beginn an Gewerbeflächen vorsehen, bestehende Gewerbegebiete gesichert und weiterentwickelt werden. Bestehende Handwerksbetriebe sollen planungsrechtlich abgesichert und vor Verdrängung durch andere Nutzungen geschützt werden.
„Wenn Werkstätten und Betriebe aus den Quartieren verschwinden, gehen nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren, sondern auch wichtige Versorgungsleistungen und Identität“, warnt Henneberg. „Wir brauchen Stadtentwicklungskonzepte, die das Handwerk ausdrücklich berücksichtigen – vom Bebauungsplan bis zum Stadtmarketing.“
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Alle Informationen zum Positionspapier des Handwerks finden Sie unter Starkes Handwerk. Starke Kommunen.